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Sonderurlaub: Wann der Extra-Urlaub genehmigt wird
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Sonderurlaub: Wann der Extra-Urlaub genehmigt wird

 Anja Merklin-Wendle
Anja Merklin-Wendle
Content Managerin

Hochzeit, Todesfall, Umzug oder Geburt: In solchen Situationen fällt es dir sicher schwer, dich auf deine Arbeit zu konzentrieren. Dann hilft dir Sonderurlaub, um eine kleine Auszeit zu schaffen.

Anlässe für Sonderurlaub

Es gibt schöne, aber auch weniger schöne Anlässe für bezahlten Sonderurlaub, z. B. deine Hochzeit oder die Geburt deines Kindes, aber auch ein Todesfall in der Kernfamilie. Dem Gesetzgeber ist klar, dass du in solchen Ausnahmesituationen deine Arbeitsleistung nicht erbringen kannst. Daher sieht er vor, dass du in Ausnahmefällen für einen begrenzten Zeitraum Anspruch auf Lohnfortzahlung (und damit für bezahlten Sonderurlaub) hast. Er schreibt zwar nicht konkret vor, für welche Situationen und wie viele Tage Sonderurlaub dir zustehen. Aber er listet Bedingungen auf, die vorliegen müssen, damit du Sonderurlaub bekommst:

  • Der Grund für den Sonderurlaub liegt in deinem persönlichen Umfeld.
  • Du hast den Grund nicht selbst verschuldet.
  • Der Zeitraum ist nur begrenzt.

Regelungen für bezahlten Sonderurlaub in der Praxis

Gemäß den Regelungen im BGB bezahlen Arbeitgeber daher in der Regel ein oder zwei Sonderurlaubstage für die eigene Hochzeit, die Geburt eines Kindes, beim Tod eines nahen Familienangehörigen oder wenn du betriebsbedingt umziehen musst. Du wirst auch bezahlt freigestellt, wenn dein Kind erkrankt oder bei ärztlichen Behandlungen, die nicht außerhalb der Arbeitszeit möglich sind. Bezahlte Freistellung kannst du auch dann in Anspruch nehmen, wenn du deinen staatsbürgerlichen Pflichten nachkommst und z. B. nebenbei als ehrenamtlicher Schöffe bei Gericht sitzt oder beim Katastrophenschutz hilfst. Auch wenn du einen neuen Job suchst, kannst du dich bei Terminen bezahlt freistellen lassen.

Da die gesetzliche Grundlage aber eher schwammig formuliert ist, regeln die meisten Unternehmen daher die Voraussetzungen für bezahlten Sonderurlaub oft selbst. Meist findest du konkrete Regelungen in einer Betriebsvereinbarung, in deinem Arbeitsvertrag oder im Tarifvertrag. Wirf deshalb unbedingt einen Blick in diese Vereinbarungen, bevor du Sonderurlaub beantragen willst. Denn: Gibt es hier eine konkrete Aufzählung, hast du keine weiteren Ansprüche auf Sonderurlaub in anderen Fällen.

Da der Sonderurlaub „anlassbezogen“ ist, musst du ihn auch immer in zeitlichem Zusammenhang zu seinem Anlass nehmen. Wenn du z. B. bei einem Sterbefall krankgeschrieben bist, kannst du die Sonderurlaubstage dafür nicht mehr zu einem späteren Zeitpunkt in Anspruch nehmen.

Wann kann ich unbezahlten Sonderurlaub nehmen?

Sabbatical, Weltreise oder Bildungsurlaub: Auch hier sind Extra-Urlaubstage immer höchst willkommen. Allerdings hast du als Arbeitnehmerin keinen gesetzlichen Anspruch darauf, denn du hast dich im Arbeitsvertrag verpflichtet, deine Arbeitsleistung zu erbringen.

Willst du trotzdem ein paar Extra-Urlaubstage, musst du dies mit Führungskraft und Arbeitgeberin selbst aushandeln. Wir haben deshalb ein paar Ideen aufgelistet, wie du deinem Unternehmen ein Sabbatical oder Bildungsurlaub schmackhaft machen kannst.

Unbezahlte Freistellung per Regelung

Ausnahmen bestätigen die Regel: In einigen Betrieben gibt es auch konkrete Regelungen zu unbezahlten Freistellungen in Betriebsvereinbarungen oder Tarifverträgen. Meist sind darin Freistellungen bei familiären Notsituationen genauer geregelt, wenn z. B. ein Familienmitglied schwer erkrankt ist. Auch hier lohnt sich also der Blick in die Vereinbarungen.