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Urlaubsanspruch: So viel Urlaub steht dir zu
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Strandkorb im Sonnenuntergang

Urlaubsanspruch: So viel Urlaub steht dir zu

 Mirjam Maier
Mirjam Maier
Content Producerin

Urlaub ist die schönste Zeit im Jahr, aber weißt du eigentlich, wie es um deinen Urlaubsanspruch bestellt ist? Wie viel Tage stehen dir gesetzlich zu? Und was ist bei Resturlaub zu beachten? All das und mehr erfährst du hier!

Urlaubsanspruch nach dem Bundesurlaubsgesetz (BurlG)

Wie viel Urlaub dir zusteht, ist gesetzlich im Bundesurlaubsgesetz (BurlG) geregelt. Demnach stehen dir als Vollzeitkraft bei einer 6-Tage-Woche 24 Urlaubstage zu. Da sich mittlerweile die 5-Tage-Woche eingebürgert hat, wird der Urlaub dementsprechend berechnet, und zwar mit der Formel:

(24 Urlaubstage / 6 Arbeitstage pro Woche) * 5 Arbeitstage = 20 Urlaubstage

Arbeitest du an weniger Tagen, z. B. in Teilzeit oder in einem Minijob, kannst du mit dieser Formel deinen gesetzlichen Urlaubsanspruch leicht selbst berechnen. Dabei ist es nicht entscheidend, wie viele Stunden du am Tag arbeitest, sondern an wie vielen Tagen. Wechselt die Anzahl der Tage, die du wöchentlich arbeitest, kann der Arbeitgeber einen Mittelwert bilden und den anteiligen Urlaubsanspruch berechnen.

Teilzeitarbeit: Urlaubsanspruch berechnen bei Überschreitung des Mindesturlaubs

Wie du deinen gesetzlichen Urlaubsanspruch errechnest, weißt du nun. Was aber, wenn du in Teilzeit arbeitest und dein Unternehmen mehr als den gesetzlichen Mindesturlaub gewährt? Arbeitest du als Teilzeitkraft jeden Tag, ändert sich an der Berechnung nichts. Anders sieht es aus, wenn dein Urlaubsanspruch in Tagen keine volle Woche ergibt und du weniger als fünf Tage die Woche arbeitest. Folgende Formel kannst du hierbei anwenden:

(Arbeitstage / Arbeitstage im Betrieb) * reguläre Urlaubstage = anteilige Urlaubstage

Beispiel: Du arbeitest an 4 Tagen die Woche in Teilzeit und dein Betrieb bietet 28 Urlaubstage bei einer 5-Tage-Woche:

(4 / 5) * 28 = 22,4 = 22*

*Kommazahlen werden auf- bzw. abgerundet.

Ab wann gilt der Urlaubsanspruch?

Den vollen Urlaubsanspruch erhältst du laut des Bundesurlaubsgesetzes erst nach 6 Monaten deiner Beschäftigung. Ein Zwölftel deines Jahresurlaubs darfst du aber pro Kalendermonat in diesen 6 Monaten geltend machen. Dein Arbeitgeber muss dem Urlaubsantrag natürlich zustimmen.

Wann habe ich Anspruch auf 30 Urlaubstage?

Wenn du zu Beginn des Kalenderjahres nicht unter 16 Jahre bist, müssen wir dich enttäuschen: Nur in diesem Fall besteht der Anspruch auf 30 Urlaubstage nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz. Allerdings gewähren Arbeitgeber häufig mehr als den gesetzlich vorgeschriebenen Mindesturlaub. In der Regel ist es ein Plus von 4 bis 10 Tagen, sodass sich am Ende 24 bis 30 Urlaubstage ergeben. Verpflichtet sind Arbeitgeber dazu aber nicht.

Steigt der Urlaub mit dem Alter?

Das Gerücht, dass der Urlaubsanspruch mit dem Alter steigt, hält sich hartnäckig. Richtig ist aber, dass für Volljährige Beschäftigte, die sich nicht in einer Ausbildung befinden, keine Gesetzesgrundlage besteht, die dir Urlaub abhängig vom Alter gewährt. Nur in Ausbildung befindliche Volljährige haben laut Bundesurlaubsgesetz Anspruch auf 24 Urlaubstage.

Urlaub nach Alter gestaffelt: nur für Jugendliche möglich

Das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) regelt, dass Jugendliche je nach Alter folgenden jährlichen Mindestanspruch an Urlaub haben:

  • 30 Urlaubstage, wenn der Jugendliche zu Beginn des Kalenderjahres unter 16 Jahre ist.
  • 27 Urlaubstage, wenn der Jugendliche zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht 17 Jahre ist.
  • 25 Urlaubstage, wenn der Jugendliche zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht 18 Jahre ist.
  • Jugendliche, die im Bergbau tätig sind, erhalten unabhängig der Altersgruppe 3 zusätzliche Urlaubstage.

Urlaubsanspruch in der Elternzeit

Befindest du dich in Elternzeit, hast du auch hier Urlaubsanspruch. Diesen darf deine Firma allerdings kürzen. Für jeden vollen Kalendermonat in der Elternzeit darf der Urlaub um ein Zwölftel gekürzt werden. Das gilt allerding nicht, wenn du während deiner Elternzeit in Teilzeit bei deinem Arbeitgeber arbeitest.

Urlaubsanspruch bei Krankheit

Du bist im Urlaub krank geworden? Keine Sorge, deinen Urlaub kannst du nachholen. Zumindest dann, wenn du durch eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung deine Krankentage nachweist. Dein „Urlaub“ endet zum vereinbarten Datum und du darfst deine Urlaubstage auch nicht einfach an deine Krankentage anhängen. Aber deine Urlaubstage hast du damit gerettet und kannst diese zu einem späteren Zeitpunkt in Absprache mit deinem Arbeitgeber nehmen.

Fällst du wegen langer Krankheit aus, bleibt dein Urlaubsanspruch ebenfalls bestehen. Du kannst diesen auch Jahre später noch beanspruchen. Das entschied 2010 das Bundesarbeitsgericht. Verfallen kann allerdings der Urlaub, den dein Arbeitgeber zusätzlich zum gesetzlichen Urlaub gewährt. Dies aber auch nur dann, wenn es im Arbeitsvertrag so geregelt ist.

Kündigung und Urlaubsanspruch

Egal, von wem die Kündigung ausgeht: Rechtlich steht dir dein Urlaub auch nach der Kündigung zu und er muss auch abgegolten werden. Das heißt, dein Urlaub muss dir entweder ganz oder zum Teil gewährt oder ausgezahlt werden.

Was passiert mit Resturlaub?

Du warst so fleißig mit Arbeiten beschäftigt, dass dein Urlaub zu kurz kam, und fragst dich, ob dieser nun verfällt? Berechtigt! Gesetzlich ist es tatsächlich so, dass dein Urlaub zum Jahresende verfällt, wenn du ihn nicht genommen hast. Ausnahme: Dringende betriebliche oder persönliche Gründe standen dem entgegen. Ein betrieblicher Grund liegt z. B. vor, wenn du Kollegen vertreten musst, die ausgefallen sind und es keine Möglichkeit gibt, den Ausfall anderweitig zu kompensieren. Ein persönlicher Grund kann sein, wenn du selbst erkrankst. Bist du erst in der zweiten Jahreshälfte in das Unternehmen eingetreten, darfst du ohne besonderen Grund die Urlaubsübertragung verlangen.

Nimmst du Urlaubstage mit ins nächste Jahr, so müssen diese in den ersten 3 Monaten genommen werden, es sei denn mit dem Arbeitgeber ist etwas anderes vereinbart worden.