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Selbstfürsorge schreibt man groß – auch im Job!
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Selbstfürsorge

Selbstfürsorge schreibt man groß – auch im Job!

 Mirjam Maier
Mirjam Maier
Content Producerin

Erst alles andere – dann du: Kommt dir diese Haltung bekannt vor? Sich selbst immer hintanzustellen, ist auf Dauer ziemlich ungesund. Selbstfürsorge ist angesagt! Lies hier, wie du es schaffst, dass deine Bedürfnisse im Job nicht zu kurz kommen!

Selbstfürsorge – was war das nochmal?

Im Wort Selbstfürsorge steckt eigentlich schon alles drin, um dir eine Erklärung herzuleiten: Fürsorge für sich selbst. Oftmals sind wir fürsorglich gegenüber anderen, wir möchten, dass es ihnen gutgeht, dass ein harmonisches Miteinander besteht. Wir bemühen uns, ihnen zu helfen, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Das heißt im Job auch, dass wir Kollegen Arbeit abnehmen und unter die Arme greifen, auch dann, wenn wir eigentlich selbst genug zu tun haben. Agieren wir so, achten wir nicht auf uns selbst. Hier setzt Selbstfürsorge an. Es bedeutet, dass du dein eigenes Wohl an erste Stelle stellst. Denn nur so kannst du dich vor zu starker Belastung schützen. Selbstfürsorge bedeutet dabei nicht, egoistisch zu sein. Es bedeutet, dass du deine Grenzen kennst und weißt, wie viel du dir aufbürden kannst, ohne selbst zu kurz zu kommen.

Nicht umsonst lautet z. B. auch bei einem Notfall im Flugzeug die Regel: Ziehe zuerst dir selbst die Sauerstoffmaske über, bevor du anderen hilfst. Genauso ist es bei der Selbstfürsorge: Nur wenn du dich ausreichend um dich selbst kümmerst, kannst du auch für andere da sein.

Wie erkennst du mangelnde Selbstfürsorge?

Menschen, die nicht ausreichend für sich selbst sorgen, sieht man das in der Regel nicht an. Oft sind die dadurch entstehenden Defizite für Außenstehende nicht erklärlich. Menschen, die zu wenig auf sich selbst achten sind:

  • oft gereizt und unausgeglichen.
  • erschöpft und antriebslos durch zu wenig Schlaf.
  • anfällig für Infekte durch ein geschwächtes Immunsystem.

Außerdem haben Betroffene häufig das Gefühl, zu kurz zu kommen und achten oft nicht darauf genügend oder gesund zu essen.

Mangelnde Selbstfürsorge – ein Zeitproblem?

Woran liegt es, dass wir uns übernehmen, statt auf uns zu achten? Haben wir ein Zeitproblem? Wahrscheinlich nicht, denn wir opfern bei mangelnder Selbstfürsorge unsere Zeit auf für andere, statt für uns selbst. Geschieht das immer wieder, müssen wir ein wenig tiefer graben. Oft sind es Glaubenssätze, die uns dazu bringen, uns nicht ausreichend um uns selbst zu kümmern. Sätze wie:

  • Ich bin es nicht wert, dass man sich um mich kümmert.
  • Sei keine Mimose, das bisschen Arbeit schaffst du auch noch.
  • Ich muss es allen anderen recht machen.

Leistungsorientierte Menschen und Charaktere, die nach Anerkennung streben oder ein geringes Selbstwertgefühl haben, sind besonders anfällig dafür, ihr eigenes Wohlergehen hintanzustellen. Wenn es dir so geht und Selbstfürsorge bei dir zu kurz kommt, dann hinterfrage unbedingt die Gründe dafür. Nur so kannst du gezielt etwas dagegen unternehmen. Wie du negative Glaubenssätze entlarvst und erfolgreich eliminierst, erfährst du in unserem Artikel „Glaubenssätze hinterfragen: Mehr Glanz für dein Selbstbild“.

Übungen für mehr Selbstfürsorge

Folgende Übungen helfen dir dabei, besser auf dein Wohlbefinden zu achten:

  • Achtsam sein: Menschen, die achtsam mit sich und ihrer Umwelt umgehen, sind glücklicher. Sie wissen, wann es wichtig ist, eine Pause zu machen, fühlen, wenn ihr Körper an Grenzen stößt, und sind resilienter. In unserem Artikel „Achtsamkeit trainieren“ findest du eine Anleitung für eine achtsamere (Selbst-) Wahrnehmung.
  • Zeit für dich: Schaffe dir Freiräume für dich. Nimm dir bewusst ein paar Mal in der Woche Zeit, die nur dir gehört. In dieser Zeit machst du, was dir Spaß macht. Zeichnen, lesen, ein Spaziergang, ein warmes Bad oder Entspannungsübungen – egal was es ist, Hauptsache, es tut dir gut und du zeigst dir selbst, dass du wichtig bist.
  • Lerne dich kennen und akzeptieren: Werde dir bewusst, wer du bist. Du bist ein Mensch, der genauso Bedürfnisse hat, wie jedes andere Lebewesen. Beantworte darum folgende Fragen:
    • Welche Bedürfnisse habe ich?
    • Habe ich genug Raum, um mich zu entfalten?
    • Wohne ich in der richtigen Umgebung? Fühle ich mich dort wohl?
    • Bestimme ich selbst über mein Leben oder bin ich fremdbestimmt?
    • Achte ich auf meine Grenzen?

Versuche, dich selbst anzunehmen, denn du bist richtig so, wie du bist. Nobody is perfect! Wenn du gerne etwas an dir ändern möchtest, weil du es für dich tun willst und nicht für andere, dann spricht auch nichts dagegen.

Selbstfürsorge im Job umsetzen

In einer Leistungsgesellschaft ist es nicht immer leicht, einfach mal den Stecker zu ziehen und sich zurückzunehmen. Besser ist es aber, du ziehst den Stecker selbst, als wenn dein Körper das tut und plötzlich nichts mehr geht, weil du ausgebrannt bist. Was hilft dir also konkret im Job, um Selbstfürsorge zu praktizieren? Hier sind ein paar Tipps:

  • Nein sagen: Du bist nicht für die Arbeit deiner Kolleginnen verantwortlich. Hast du selbst genug zu tun, ist es vollkommen okay, auch mal Nein zu sagen. Bist du immer hilfsbereit, passiert es schnell, dass du ausgenutzt wirst. Darum: Frage dich, ob du die Kapazitäten hast, um auszuhelfen. Wenn nicht: Nein sagen. Du musst es nicht allen recht machen.
  • Ausreichend schlafen:  Gönn dir ausreichend Schlaf. Das ist wichtig für ein gesundes Immunsystem. Außerdem kannst du nur ausgeruht deine Arbeit zufriedenstellend erledigen.
  • To-do-Liste: Mach dir eine To-do-Liste. So weißt du immer, was ansteht, hast Deadlines auf dem Schirm und kannst dir die Arbeit so einteilen, dass sie gut zu bewältigen ist.
  • Ausreichend Trinken: Schon wieder Kopfschmerzen? Vielleicht hast du einfach zu wenig getrunken. Denk dran, bei der Arbeit immer eine Wasserflasche griffbereit zu haben.
  • Plausch mit Kollegen: Tausche dich mit Kolleginnen aus. Nicht über die Arbeit – einfach so zwischendurch. So ein Pläuschchen tut der Seele gut.

Auch, wenn wir hoffen, dass du am Ende dieses Artikels verinnerlicht hast, dass es wichtig ist, sich selbst wertzuschätzen, sagen wir es trotzdem nochmal: Du bist gut so, wie du bist – du bist genug! 😊