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Psychische Erkrankung: Wie sagst du es deinem Chef?
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Psychische Erkrankung: Wie sagst du es deinem Chef?

 Mirjam Maier
Mirjam Maier
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Depressive Verstimmungen, Depressionen oder andere psychische Erkrankungen wirken sich auf deine Leistungsfähigkeit aus. Doch wie sagst du das deinem Chef? Wir geben dir Tipps.

Psychische Erkrankungen sind ein Tabuthema

Du spürst, dass der Druck zu groß wird, dass du erschöpft bist und dich nicht richtig konzentrieren kannst. Psychischen Belastungen ist jeder Mensch ausgesetzt. Ab einem bestimmten Punkt ist der Topf jedoch voll und droht überzulaufen. Dann noch zu funktionieren, ist eine Leistung, die auch die letzten Energiereserven aufbraucht.

Diese übermäßigen Belastungen können psychische Erkrankungen auslösen und sich somit auch auf deine Leistungsfähigkeit im Job auswirken. Das führt im schlimmsten Fall zu einer Arbeitsunfähigkeit. Doch wie geht man bei der Arbeit mit dieser Situation um? Zieht man die Vorgesetzte ins Vertrauen?

Obwohl psychische Erkrankungen zunehmen und ein häufiger Grund für Fehlzeiten sind, bleiben sie ein Tabuthema. Das macht die Entscheidung nicht leichter, offen über seine Erkrankung zu sprechen. Nicht selten haftet den Betroffenen danach ein Stigma an. Die Dauer ist sehr unterschiedlich, manche psychische Erkrankungen sind wie eine Grippe nach zwei Wochen ausgestanden, manche können die Betroffenen aber auch ein Leben lang begleiten. Schön wäre es, mit Offenheit das Tabu zu entkräften, doch das ist nicht immer eine gute Idee.

Tipp 1: Erste Anlaufstelle: der Hausarzt

Geht es dir mental schlecht und spürst du, wie du deiner Arbeit nicht mehr gewachsen bist, sollte dein erster Weg nicht zu deinem Chef führen. Einfach weitermachen und deinen Zustand ignorieren, wird aber auch nicht lange gutgehen. Darum sollte dein erster Gang zu deinem Hausarzt oder deiner Hausärztin führen. Besprich mit ihm deine Lage und das weitere Vorgehen. Je nach Schweregrad überweist dich dein Arzt und du kannst eine psychiatrische Behandlung beginnen. Deinem Chef musst du davon nicht in Kenntnis setzen, auch musst du den Grund nicht nennen, solltest du krankgeschrieben werden. Was aber, wenn es deiner Chefin und deinen Kollegen auffällt, dass deine Arbeit leidet?

Tipp 2: Wenn das Gespräch mit dem Chef unvermeidbar wird

Werden deine Leistungsdefizite längerfristig sichtbar, hast du zwei Möglichkeiten.

  1. Du wartest deine Krankheitsdauer ab und nutzt die Genesungszeit. Möglicherweise hast du dich nach zwei Wochen schon wieder erholt und bist aus dem Tief heraus.
  2. Bist du aber länger angeschlagen und kannst das Pensum an Arbeit auch nach einer Krankschreibung nicht schaffen, empfiehlt sich das Gespräch mit dem Chef oder der Chefin und den Kollegen. Denn sie werden merken, dass etwas nicht stimmt und müssen deine Arbeit auffangen. Denn: Kennen sie den Grund nicht, sorgt dies für Unmut. Dein Ziel des Gesprächs sollte es sein, herauszufinden, wie es weiter gehen kann und welche Form der Entlastung für dich möglich gemacht werden kann.

Tipp 3: Was, wenn das Arbeitsumfeld schlecht reagiert?

Oft ist es branchenabhängig, wie das Arbeitsumfeld auf die psychische Erkrankung reagiert. Denn wenn man psychischen Belastungen nicht Stand hält, gilt dies in manchen Unternehmenskulturen als Schwäche. Stößt du auf fehlendes Verständnis und fühlst dich dadurch unter Druck gesetzt, dann ist so eine toxische Arbeitsumgebung ein Grund, den Arbeitsplatz und in ein Unternehmen zu wechseln, in dem auch die psychische Gesundheit der Mitarbeiter im Fokus steht.

Doch es gibt auch die andere Seite: Bei guten Vorgesetzten und Kollegen wirst du auf Verständnis stoßen und dich am Ende erleichtert fühlen, denn so musst du keine Leistungsfähigkeit mehr vorspielen und vermeidest Missverständnisse.