Pendeln, ohne krank zu werden

Pendeln ist schon lange keine Modeerscheinung mehr. In Deutschland nehmen über achtzehn Millionen Beschäftigte täglich einen Arbeitsweg von durchschnittlich 17 Kilometern auf sich, Tendenz steigend. Vor allem die horrend steigenden Mieten in den Ballungsräumen sind Grund für viele, sich tagtäglich dem Pendlerschicksal auszusetzen. Ob mit dem Auto oder Zug: Regelmäßig lange Wege zurückzulegen, ist belastend. Weniger Schlaf und Freizeit, Ärgernisse durch Staus oder Verspätungen, wenig Bewegung und vor allem das ständige Gefühl, Zeit zu vergeuden: Die Work-Life-Balance gerät aus dem Gleichgewicht, Erschöpfung und Niedergeschlagenheit werden Dauerzustände.

Pendeln als Krankheitsrisiko

Verschiedene Studien legen den Fokus auf Pendler als spezielle Risikogruppe für psychische und psychosomatische Erkrankungen. Wie Ärzte bestätigen, kann Pendeln tatsächlich zu körperlichen und geistigen Funktionsstörungen führen. Dieses Risiko hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab und kann positiv beeinflusst werden.

Alles eine Frage der Einstellung?

  • Sei realistisch: Was hättest du denn ehrlicherweise in deinem Pendlerstunden gemacht? Wärst du morgens 10 Kilometer gejoggt und hättest abends ein 3-Gänge-Menu gekocht? Wahrscheinlich hättest du doch nur länger geschlafen und am Abend eine Serie geguckt. Zugegeben, das sind verlockende Freizeitbeschäftigungen, die sich aber auch als Pendler bewerkstelligen lassen.
  • Sieh das Positive am Pendeln: Du hast Zeit für dich, keiner aus deinem Arbeitsumfeld stört dich und keiner will was von dir. Genieß das Pendeln als etwas Besonderes, eine Art Lifestyle. Der moderne Mensch ist eben mobil.
  • Durch das Pendeln kannst außerdem etwas lernen: Du wirst besser in Logistik, Organisation und optimierter Zeitplanung – vor allem, wenn du mit der Bahn unterwegs bist. Zusätzlich eignest du dir recht schnell ein hohes Maß an Gelassenheit an – vor allem, wenn du mit der Bahn unterwegs bist.

Verbessere deine Work-Life-Balance! 

  • Überwinde deinen inneren Schweinehund, um deine Freizeit sinnvoll als Ausgleich zu nutzen. Verabrede dich zu festen Terminen oder nimm dein Sportzeug gleich mit zur Arbeit, um auf dem Heimweg ins Fitnessstudio gehen zu können. Wohnst du gleich neben dem Büro, besteht immer die Gefahr, noch kurz nach Hause zu gehen und dann den schönen Sportplan auf der Couch versanden zu lassen.
  • Gestalte deine Abende abwechslungsreich und intensiv. Auch wenn die Abende kürzer sind als bei anderen: Qualitätszeit hat nichts mit Quantität zu tun!
  • Achte auf die richtige Balance zwischen aktiv gestalteter Freizeit und passiver freier Zeit.

Optimiere deinen Pendleralltag! 

  • Vorbereitung ist alles. Die Zeit zwischen Aufstehen und Aus-dem-Haus-Gehen sollte möglichst entspannt und routiniert ablaufen. Alle Dinge sollten griffbereit an ihrem Platz liegen, einen Teil der Organisation kannst du auf den Vorabend legen.
  • Schaff dir deine eigenen kleinen Rituale und gönn dir beispielweise einen Becher Kaffee am Bahnhof, der dir sonst eigentlich zu teuer ist.
  • Der durchschnittliche Pendler verbringt ca. 10% seiner Tageszeit in einem Verkehrsmittel. Nutz diese produktiv und vergeude nicht 10% Ihrer Tageszeit mit Frustration und Selbstmitleid. Nutz die Zeit sinnvoll: Je nach Verkehrsmittel kannst schlafen, lesen, essen, Musik hören, Filme oder Serien schauen, Kontakte knüpfen, To-do-Listen schreiben u.v.m.
  • Die Pendelzeit gibt dir außerdem eine gute Gelegenheit, dich mental auf deinen bevorstehenden Arbeitstag vorzubereiten bzw. deinen Tag Revue passieren zu lassen. So hast du den Kopf anschließend frei und kannst deinen Feierabend genießen.

 

Team Karriere Boost

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