Burnoutprävention für Führungskräfte

Als Führungskraft bist du auch zuständig für die Burnoutprävention deines Teams. Doch was ist mit deiner eigenen? Wir zeigen dir, wie du vorbeugen kannst.

Du spürst bereits seit einiger Zeit, dass der Druck wächst und du dich erschöpft fühlst – und das, obwohl sich die Anzahl der Arbeitsstunden pro Tag eigentlich nicht erhöht hat. Kein Wunder: Digitalisierung, Globalisierung, alle paar Monate neue Change-Prozesse und 24/7-Erreichbarkeit – die Belastungen für Führungskräfte sind heute enorm und werden durch die unsicheren Zeiten, in denen wir leben, nicht weniger. Gleichzeitig sollst du als Führungskraft dafür sorgen, dass dein Team eine gute Work-Life-Balance hat und gesund bleibt – also aktiv Burnoutprävention für deine Mitarbeiter betreiben. Aber wie soll das gelingen, wenn du das nicht mal bei dir selbst schaffst und du auch garnicht mehr die Energie dafür aufbringen kannst?

Hör auf die Signale

Klar, müde und abgespannt ist jeder mal – da gleich von einem Burnout zu sprechen, greift zu weit. Aber wenn Symptome wie Antriebsmangel und Ermüdung, eine depressive Grundstimmung und Freudlosigkeit deine Tage bestimmen, solltest du dringend etwas tun. Vor allem aber musst du erstmal merken, dass etwas nicht stimmt. Problematisch bei der ganzen Sache ist häufig, dass erschöpfte Manager oft sehr gute Schauspieler sind. Auch in Phasen größter innerer Krisen können viele den Schein aufrechterhalten – also beispielsweise beim Kunden immer noch eine Bombenpräsentation abliefern. Für die Außenstehenden ist das oft ein Signal, man sei zwar ein wenig müde, aber eigentlich in Topform. Und man selbst glaubt das dann auch irgendwann. Dazu kommt, dass Führungskräfte gerne perfektionistisch und sehr leistungsorientiert sind. Das Eingeständnis, dass man nicht mehr kann, kommt dann häufig persönlichem Scheitern und Versagen gleich. Erst, wenn man es schafft zu akzeptieren, dass man eben nur in dieser Rolle unter diesen Rahmenbedingungen und nicht als Mensch versagt hat, kann es besser werden.

Fighting fire with fire?

Für die Prävention eines Burnouts ist es entscheidend, dass ein klarer Kontrapunkt zum jetzigen Konzept gesetzt wird. Viele Führungskräfte neigen dazu, ihren Zustand durch „immer mehr vom selben“ zu beheben. Also noch mehr zu tun und noch besser bei den anderen anzukommen, damit sie sich wieder gut fühlen. Dass das ein wahrer Teufelskreis ist, liegt auf der Hand. Helfen kann die Introspektion, also die Beschäftigung mit sich selbst. Wie geht es mir wirklich? Will und kann ich so weitermachen wie bisher? Und natürlich Gespräche mit einem Therapeuten, vertrauten Personen oder Menschen, die bereits Ähnliches erlebt haben.

Gesunde Ernährung alleine ist auch nicht die Lösung

Befindest du dich bereits auf dem Weg in den Burnout, ist es wichtig, schnell gegenzusteuern. Wenig hilfreich aber gerne genommen sind singuläre Sofort-Maßnahmen wie nach der Arbeit joggen zu gehen oder sich ab sofort besser zu ernähren. Denn Burnout ist in erster Linie ein mentales und emotionales Problem. Und so solltest du nicht nur in einem, sondern in mehreren Bereichen deines Lebens die Stellschrauben drehen.

Burnoutprävention auf mehreren Ebenen – nicht nur auf einer!

  • Mental: Beschäftige dich mit deinem mentalen Stressmanagement. Schießen die Gedanken, die sich oft in Ängsten äußern, unkontrolliert durch deinen Kopf, versuche laut „Stopp“ zu sagen. Bei nächtlichen Grübelattacken, die Schlafstörungen nach sich ziehen, kann ein Block helfen, der neben deinem Bett liegt. Schreib auf was dich beschäftigt und dann versuch es loszulassen. Und mach dir bewusst: Nächtliche Nachdenkanstrengungen haben so gut wie nie zu phänomenalen Ergebnissen geführt.
  • Organisatorisch: Sind die Akkus ohnehin schon leer, können Kleinigkeiten dich endgültig zu Boden werfen. Plan dir genügend Zeit für deine Termine ein und für die Anreise dorthin. Oder richte dir eine „Stille Stunde“ ein. Das heißt Zeit, in der du keine Mails liest, das Telefon nicht klingelt und du nicht gestört wirst.
  • Emotional: Führungskräfte machen eine positive Selbstbewertung oft von ihren beruflichen Leistungen abhängig. In Zeiten der massiven Erschöpfung können sie genau diese nicht bringen – haben folglich auch kein besonders gutes Bild von sich selbst. Das bedeutet emotionalen Stress. Diesen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen. Allein sich bewusst zu werden, dass einen selbst als Menschen viel mehr ausmacht als die guten Quartalszahlen, kann Hilfe bringen und dafür sorgen, dass man sich wieder Dingen und Menschen widmet, die für eine positive Selbstbewertung sorgen.
  • Körperlich: Natürlich spielt auch das körperliche Wohlbefinden eine große Rolle. Wichtig ist, die Entspannung nicht auf das Wochenende oder die Urlaube zu verschieben. Wir erbringen tagtäglich Höchstleistungen und brauchen viel öfter Entspannung. Das muss nicht Passivität bedeuten – also einfach tatenlos auf der Couch rumzuliegen. Wenn du nach einem harten Arbeitstag noch eine Stunde laufen gehst, kann das durchaus zur Entspannung beitragen. Wichtig ist: Tu was dir Spaß macht. Das kann auch ein heißes Bad sein oder Übungen zur Progressiven Muskelentspannung. Und: Tu es regelmäßig und nicht nur an deinen freien Tagen.

Du willst mehr darüber erfahren, was du als Führungskraft in Sachen Burnoutprävention noch kannst und welche Auswirkungen deine Gesundheit auf die die deines Teams haben? Dann sei dir „Burnoutprävention für Führungskräfte“ von Michael Spreiter empfohlen.

Team Karriere Boost

Team Karriere Boost

Wir kommen aus unterschiedlichen Bereichen der Medienbranche, arbeiten für die Haufe Gruppe, bei Medienagenturen oder sind selbständig. Schreib uns von dir und deinen Erfahrungen im Berufsleben. Wir freuen uns von dir zu hören!

Send this to a friend