Gefangen im Hamsterrad? So entkommst du, bevor es dich überholt

„Sei fleißig und mach etwas aus deinem Leben!“ Mit diesem und ähnlichen Sätzen sind wir von Kind an auf die Leistungsgesellschaft förmlich getrimmt worden. Fleißig sein und etwas aus sich machen: Viele von uns sind von der absoluten Wahrheit dieser Ziele förmlich durchtränkt und arbeiten hart und beharrlich daran. Das macht uns erfolgreich, hat aber auch Nachteile. Irgendwann ist der Akku leer. Wie kommt es dazu, und was kannst du tun?
Du hast in der Schule, Ausbildung oder Studium dein Bestes gegeben und versucht, möglichst gut abzuschneiden. Danach hast du dich um eine Stelle bemüht, die deinen persönlichen Zielen und Karrierevorstellungen entspricht. Auch im Privaten hattest du Erfolgsansprüche: den richtigen Partner finden und eine Familie gründen. Das Beste für die Kinder erreichen und sich auch noch selbst verwirklichen. Inzwischen halten dich Job, Hobby, Familie und Freunde ständig unter Strom, und das Hamsterrad dreht sich immer schneller, bis es dich zu überholen scheint. Eines Tages bemerkst du, dass etwas ziemlich schief läuft. Du fragst dich ob dies alles tatsächlich das ist, was du wolltest.
Dir ist vielleicht danach, alles hinzuschmeißen. Das ist natürlich auch eine Möglichkeit. Doch es könnte sein, dass du damit für alle Beteiligten einschließlich deiner selbst mehr Schaden anrichtest, als es Nutzen bringt. Daher ist es sinnvoll, zunächst einmal innezuhalten und schrittweise vorzugehen, um dennoch gründlich etwas zu ändern. Diese vier Tipps können dir dabei helfen.

Schritt 1: Mach einfach mal langsamer

Überprüfe, was in deiner gegenwärtigen Situation wirklich unumgänglich getan werden muss. Mach dir eine Liste und ordne die Aufgaben nach Wichtigkeit. Dann schaffe dir Freiräume. Die Aufgabe im Verein, der du schon seit einigen Jahren nachkommst, könnte doch auch mal jemand anders übernehmen. Die Schulpflegschaft könnte mal auf dich verzichten. Dein Engagement im Ehrenamt lässt sich vielleicht auch einschränken. Frage Dich, welche Tätigkeiten du reduzieren kannst. Möglicherweise fühlt es sich für dich nach einem Verlust an, diese Zuständigkeiten nicht mehr zu haben. Vielleicht reagieren andere merkwürdig auf deinen Rückzug. Wenn du nicht für dich einstehst, tut es auch niemand anders.

Schritt 2: Überprüfe deine Bedürfnisse

Nachdem du nun etwas durchatmen kannst, nimm dir einen Abend oder einen Sonntagvormittag lang nur für dich selbst Zeit. Mache es dir gemütlich und sorge dafür, dass du nicht gestört wirst. Nun finde heraus, welche deiner Bedürfnisse unzureichend oder gar nicht erfüllt sind. Schreibe auf, was dir in den Sinn kommt. Überlege dir, was du dir wünschst. – Ja, Du darfst Bedürfnisse haben und diese auch einfordern!

Schritt 3: Richte dich aus

Nachdem du dir klar gemacht hast, was du dir wünschst, mache den nächsten Schritt und definiere, wie dein Leben aussehen soll. Das kannst du natürlich auch zusammen mit deinem Partner machen. Schreibe alles so genau wie möglich auf, aber begrenze dich nicht durch zu enge Vorstellungen. Male dir die folgenden Bereiche lebendig aus: Partnerschaft und Beziehung, Beruf und Geld, Fortbildung
und Persönlichkeitsentwicklung, Wohnen und Lebensumfeld, Familie und Freunde, Gesundheit und Sport sowie Urlaub und Freizeit. Denke dabei an deine Bedürfnisse! Es kann einige Tage dauern, bis dein Entwurf vollständig und stimmig ist. Nimm dir die Zeit, die du brauchst. Er sollte sich für Dich leicht und inspirierend anfühlen.

Schritt 4: Setze deinen Plan um

Die beste Ausrichtung nützt nichts, wenn sie nicht umgesetzt wird. Verpflichte dich dir selbst gegenüber alles zu tun, was nötig ist, um deinen Plan Wirklichkeit werden zu lassen. Achte darauf, nicht in alte Routinen zurückzufallen. Es sind deine Lebensfreude und deine Gesundheit, um die es geht. Aber setze dich selbst auch nicht unter Druck und fühle dich nicht schlecht dafür, wenn es nicht so läuft wie gedacht. Deine Ausrichtung hilft dir zu bemerken, wenn du vom Kurs abkommst, und du kannst leicht gegensteuern. Ein beträchtlicher Teil deiner Pläne wird sich wie von selbst verwirklichen, alleine weil du dir Klarheit verschafft hast.
Sei gegebenenfalls offen dafür, dir Hilfe zu suchen, wenn du nicht weiterkommst. Hole dir vielleicht ein Feedback von Freunden. Es kann Bereiche geben, in denen du blinde Flecken hast und in denen deine persönlichen Muster dich hindern, deine Ziele zu erreichen. Wende dich in diesem Fall an einen Coach oder Therapeuten, der dir hilft, diese Muster zu erkennen und aufzulösen.

Mehr Tipps und Techniken für ein gesundes, glückliches, selbstverwirklichtes Leben gibt es in meinem Blog: mentale-revolution.de

Ulrich Heister

Ulrich Heister

Ulrich Heister arbeitet mit Menschen, die etwas verändern wollen: in ihrem eigenen Leben, in ihren Beziehungen oder im Beruf. Seit 1995 ist er in eigener Praxis tätig. Seine Schwerpunkte sind die Psychotherapie, die Psychosomatik und die Hypnosetherapie. In diesen mehr als 20 Jahren hat er die Erfahrungen aus seiner Arbeit und zahlreiche Zusatzausbildungen zu einem sehr wirkungsvollen Ansatz weiterentwickelt. Er begleitet Klienten in Einzelsitzungen, bietet aber auch Kurse an. Darüber hinaus lehrt er an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und unterstützt Führungskräfte und Teams in Unternehmen mit Coaching sowie zielgerichteten Workshops.

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