Urheberrecht

Achtung Urheberrecht: Was auf Social Media geht – und was nicht

Social Media ohne das Teilen von Bildern und Videos? Undenkbar! Doch nicht alles ist erlaubt. Die Verwendung von fremden Inhalten unterliegt strengen Regeln. Jedes Jahr am 26. April findet der Welttag des geistigen Eigentums statt. Diesen Tag haben wir uns zum Anlass genommen, ein paar urheberrechtliche Fallstricke im Bereich Social Media aufzuzeigen!

Urheberrecht: Das Wichtigste auf einen Blick

Grundsätzlich gilt: Schutzfähige Inhalte werden automatisch durch das Urheberrechtsgesetz (UrhG) geschützt. Das gilt in der Regel für alle Fotos sowie Audio- und Videoinhalte. Texte fallen dann unter das Urheberrecht, wenn sie eine Schöpfungshöhe aufweisen, d. h. ein gewisses Maß an kreativer Gestaltung.

Einzig dem Urheber stehen alle Verwertungsrechte zu, für die Verwendung fremder Inhalte brauchst du somit ausdrücklich die Erlaubnis des Urhebers. Bei einer widerrechtlichen Verwendung kann der Urheber ansonsten Unterlassungs-, Beseitigungs-, Auskunfts- und Schadensersatzansprüche geltend machen. Darum solltest du dir in jedem Falle die nötigen Rechte einholen, bevor du fremden Content online stellst.

Schlussfolgerung für die Praxis: Eigene Inhalte, die von dir im Rahmen deines Arbeitsverhältnisses erstellt wurden, darf dein Arbeitgeber selbstverständlich bedenkenlos verwenden.

Ausnahme: Fremde Textpassagen als Zitat

Eine Besonderheit im Urheberrecht ist das Zitatrecht. Dadurch kannst du auch fremde Inhalte nutzen, ohne das vorherige Einverständnis des Urhebers einzuholen. Das Zitatrecht ist allerdings an bestimmte Bedingungen geknüpft:

  • Die Übernahme des fremden Textes muss einem bestimmten Zitatzweck dienen. Das heißt, eigene Ausführungen müssen den zitierten Text begleiten und sich auf ihn beziehen.
  • Zudem muss der Umfang der eigenen Ausführungen in einem angemessenen Verhältnis zu dem zitierten Text stehen (feste Vorgaben gibt es dafür jedoch nicht).
Creativ-Common-Lizenzen: Die kostenlose Allzweckwaffe?

Unternehmen können ihre Social-Media-Auftritte nicht nur mit eigenem Content bestreiten. Fremde Inhalte sind daher von immenser Bedeutung. Bei der Suche nach Inhalten bist du bestimmt schon auf Creativ-Common-Lizenzen gestoßen. Der Irrglaube, diese fremden Inhalte seien urheberrechtsfrei, hält sich hartnäckig. Der Urheber bleibt weiterhin Rechteinhaber, erlaubt jedoch die Nutzung seiner Inhalte, z. B. Texte, Bilder oder Videos, zu bestimmten Bedingungen. Bevor du also Inhalte, die der Creativ-Common-Lizenz unterliegen, nutzt, lese dir die Bestimmungen genau durch, sonst drohen Strafen.

Creativ-Common-Lizenz-Modelle sind z. B.:

  • Attribution: Der Name des Urhebers (und wenn vorhanden des Werks) muss bei Verwendung des Werkes genannt werden. Die Verwendung darf auch kommerzieller Natur sein.
  • Non Commercial: Das Werk darf nicht für kommerzielle Zwecke genutzt werden.
  • No derivative Work: Diese Lizenz untersagt jegliche Bearbeitung des Originals, ausgenommen das Vergrößern oder Verkleinern. Das Zuschneiden oder die Bearbeitung mittels eines Filters sind ebenfalls untersagt.
  • Share Alike: Wird ein Werk mit dieser Lizenz genutzt, bedeutet das, dass die Weitergabe nur unter gleichen Bedingungen gestattet ist. Entsteht durch die Bearbeitung ein neues Werk unterliegt dieses somit ebenfalls den Lizenzbedingungen des Ursprungswerks.
Weiterführende Info:

UrheberrechtHier im Blog können wir nur einzelne Aspekte des komplexen Themas „Urheberrecht“ beleuchten. Das Praxishandbuch „Social Media und Recht“ von Dr. Carsten Ulbricht behandelt umfassend alle wichtigen Themen rund um rechtssichere Kommunikation in sozialen Netzwerken. Darunter: Influencermarketing, Social Media Recruiting und Markenschutz im Social Web u. v. m.

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