Selbstmarketing: Der Aufstieg des tapferen Schneiderleins

Eine erfolgreiche Karriere hängt nicht selten davon ab, wie erfolgreich jemand Selbstmarketing betreibt – und ob diese „selbstbeworbenen“ Talente einem kritischen Blick auch standhalten. Ein lehrreiches Beispiel dazu ist das Märchen vom tapferen Schneiderlein. Hier zeigt sich, wie sich der „gute Ruf“ verselbständigen kann und welche verheerende Rolle mangelnde Führungsstärke und Konfliktscheue dabei spielen.

 

Wenn der Ruf vorauseilt …

Das Märchen vom tapferen Schneiderlein zeigt, wie es ein listiger Kerl mit Selbstmarketing bis an die Spitze des Königreichs schafft – und die Königstochter gleich noch dazubekommt. Eigentlich mag ihn niemand, dieses Schneiderlein, aber alle haben Angst vor ihm. Er, der „sieben auf einen Streich“ erledigt hat, prahlt mit dieser angeblichen Heldentat, die merkwürdigerweise niemand genauer hinterfragt, sondern jeder nur für sich interpretiert. Am Ende wird dieses Schneiderlein von allen gefürchtet und er bekommt das Image eines „harten Hundes“. Und das nur – wie wir alle wissen –, weil er sieben Fliegen auf einen Streich erledigt hat.

Erfolgreich mit einer großen Klappe und nix dahinter?

Wie im Märchen ist es auch im echten Leben: Selbstmarketing gehört dazu. Denn ohne eine gute (Selbst-)Vermarktung sinken die Chancen, die eigenen Produkte abzusetzen oder neue erfolgreiche Kooperationspartner zu gewinnen. Gerade in den Social-Media-Kanälen und bei der weltweiten Vernetzung wird die Eigendarstellung immer wichtiger. Hast du dich allerdings schon mal gefragt:

  • Wie weit darf das eigene Selbstmarketing gehen?
  • Wessen Aufgabe ist es, die Selbstdarstellung bei einem neuen Mitarbeiter zu hinterfragen?

Reflexion über den „guten“ Ruf

Der Ruf einer Organisation oder eines Teams ist wichtig: Sowohl für die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen als auch bei der strategischen Ausrichtung. Denn er dient auch dazu, die Erwartungen anderer zu erfüllen, z. B. von Kunden oder der Außenwelt. Genauso wichtig ist es aber auch, die Qualität dieses Rufs zu sichern. Hinterfrage einmal:

  • Welchen Ruf genießen wir und was bewirkt er?
  • Welche Ereignisse haben uns diesen Ruf verschafft?
  • Was könnte diesen Ruf nachhaltig beschädigen?
  • Welche Kontrollmechanismen können wir einsetzen, damit wir unsere Qualität langfristig gewährleisten?

Wie wollen wir sein oder welche Rolle spielen ethische Fragen?

Dieses Märchen zeigt, dass auch zweifelhafte Methoden einen gewissen Erfolg versprechen. Allerdings bringen diese auch Schattenseiten hervor, z. B. dass niemand gerne mit demjenigen zusammenarbeiten möchte, wenn er solche Methoden anwendet. Hier stellt sich die Frage, ob man dies für den eigenen Erfolg in Kauf nehmen möchte. Daher lohnt es sich, im Zuge einer Standortbestimmung diese Fragen zu reflektieren und in einer Corporate Governance festzuhalten:

  • Welche Werte und ethischen Grundsätze gibt das Unternehmen vor und welche Rolle spielen sie im Alltag?
  • Welche Ansprüche hast du als Mitarbeiter oder Führungskraft an dich selbst und andere?
  • Was würdest du selbst gerne ändern und was hält dich davon ab?

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Team Karriere Boost

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