Mehr Geld? Tipps für die Gehaltsverhandlung

Die wenigsten Chefs geben ihr Geld freiwillig aus. Wer mehr will, muss selbst die Initiative ergreifen. Dazu gehört auch, gut vorbereitet in das Gespräch zu gehen – jedenfalls besser, als der Verhandlungspartner. So lässt sich auch ausgleichen, dass Vorgesetzte meistens deutlich mehr Routine in Sachen Gehaltsverhandlung haben. Ein paar Tricks können dir helfen, mehr rauszuhandeln.

Gehaltsverhandlung: Vorbereitung ist alles

Wenn du mehr Geld haben möchtest, dann musst du wissen warum dir das zusteht. Je mehr starke Argumente es gibt, desto leichter werden Vorgesetzte zustimmen. Am besten sammelst du im Vorfeld zur Gehaltsverhandlung zunächst allgemeine Daten und Informationen: Was verdienen Arbeitnehmer in einer vergleichbaren Position, in einem Unternehmen der selben Größe und Branche und in einer Region mit ähnlicher Wirtschaftsleistung? Das ist wichtig, denn einerseits können sich daraus unterschiedliche Gehaltsklassen ergeben. Andererseits siehst du bereits, wo du dich gehaltsmäßig befindest.

Danach solltest du nach ganz individuellen Gründen für mehr Geld suchen. Hast du neue Aufgaben übernommen, ein wichtiges Projekt erfolgreich abgeschlossen, Zusatzqualifikationen erworben oder der Firma bei Einsparmaßnahmen geholfen? Je konkreter die Zahlen und Ergebnisse, desto leichter wird der Chef die Gehaltserhöhung durchwinken. In der Regel können Arbeitnehmer innerhalb der eigenen Firma von fünf bis zehn Prozent Erhöhung ausgehen. Bei Jobwechseln sind manchmal sogar 20 Prozent machbar. Übrigens: Wenn es keine inhaltlichen Argumente für mehr Geld gibt, dann kann im Notfall auch eine Inflationsanpassung herhalten.

Finger weg von Anti-Argumenten!

Es gibt aber auch ein paar „Argumente“, von denen man die Finger lassen sollte. Der persönliche Geldbedarf zum Beispiel oder die enorme Steuerlast interessieren den Chef herzlich wenig. Und selbst wer innerlich dazu bereit ist, sollte nie mit Kündigung oder anderen Sanktionen drohen – diese Form der Gewalt erzeugt nur Gegenwehr. Du solltest zwar die absolute Untergrenze für Deine Verhandlungen im Kopf haben, aber auch Alternativen. Kompromisse vereinfachen es, ein Ergebnis zu aller Zufriedenheit zu erzielen. Und: Selbst wenn die Verhandlungen scheitern, am Ende müssen sich Arbeitnehmer und Vorgesetzter immer noch in die Augen sehen können. Deshalb lieber cool verhandeln, als aggressiv auftreten.

Der richtige Zeitpunkt

Entscheidend für das Ergebnis der Verhandlungen ist auch der Zeitpunkt. Steuert die Wirtschaft gerade auf eine Rezession zu, sind auch Arbeitgeber zurückhaltender mit Gehaltszusagen. Das gleiche gilt, wenn die Aufträge oder der Gewinn im eigenen Unternehmen rückläufig sind. Zeiten des Erfolgs, der Euphorie und des Optimismus sind deutlich besser geeignet. Das gilt aber auch ganz individuell: lieber nach einer besonderen Leistung anklopfen. Und: Es kommt auch auf das Setting an. Gehaltsverhandlungen sind nichts für zwischendurch. Vereinbare einen Termin mit dem Vorgesetzten. Dabei solltest du gleich klarmachen, dass es um Feedback und die persönliche Perspektive im Unternehmen geht, also auch ums Geld. Wichtig: einen realistischen Zeitansatz wählen, der es ermöglicht, Argumente ausreichend darzulegen. Eine halbe Stunde sollte dafür ausreichend sein.

Noch mehr Tipps findest du im TaschenGuide Gehaltsverhandlungen führen von Rasmus Tenbergen.

Team Karriere Boost

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