Körpersprache, Gesten, Präsentieren, Blick, Gesprächstechniken

Sei authentisch! Körpersprache richtig einsetzen

Bis zu 95 Prozent der Glaubwürdigkeit in der Kommunikation gehen auf die Körpersprache zurück. Nur wer seinen Inhalten positiv gegenübersteht, kann überzeugend präsentieren. Doch wie schafft man das? Die gute Nachricht: Überzeugende Körpersprache kann man lernen.

Positive Körpersprache: kongruent und authentisch

Wenn du Begeisterung heuchelst, verrät die Körpersprache, was du wirklich denkst. Sprache und Körpersprache gehören zusammen, beide Ausdrucksformen müssen kongruent sein, um authentisch zu wirken. Als Redner solltest du dir gezielt positive Punkte in deinem Konzept herauspicken. Legst du dann den Vortragsschwerpunkt darauf, kannst du Stimmung für ein Thema machen. Psychologen nennen das: assoziiert sein. Eine assoziierte Kommunikation wird vom Gesprächspartner schneller verstanden und besser behalten. Wenn der Sprecher dissoziiert ist, merkt das Publikum, dass etwas nicht stimmt. Häufig fällt uns das bei Politikern auf, die unglaubwürdig wirken, obwohl wir nicht genau benennen können, warum.

Überzeugend mit passenden Gebärden

Der Sprecher wirkt dann am überzeugendsten, wenn er seine Aussagen mit passenden Gebärden unterstreicht. Spricht er von Synergieeffekten, sind Handbewegungen, die ein Verzahnen oder Zusammenführen andeuten, ideal. Wer von zeitlichen Abläufen oder Entwicklungen redet, sollte mit der Hand eine ruhige, klare Geste in der Waagrechten durchführen. Das verweist auf einen Zeitstrahl oder Dauer. Sinnvoll ist außerdem, Gesten für eine Sekunde stehen zu lassen. Das führt zu einer Pause und bringt Ruhe in die Präsentation. Das verstärkt die Wirkung des zuletzt gesprochenen Satzes.

Einen schwachen Inhalt mit einer überzeugenden Körpersprache zu überdecken ist jedoch nicht möglich. Auch hier gilt die Regel der Kongruenz: Sprache und Körpersprache gehören zusammen und werden vom Betrachter nicht einzeln wahrgenommen. Mit echten Emotionen und stimmigen Gesten steckt der Sprecher seine Gesprächspartner regelrecht an.

Große Gesten für das große Publikum

Für eine überzeugende Rede sind persönliche Charakterzüge nicht ausschlaggebend: Zwar werden Introvertierte ihre Gestik sparsamer oder reduzierter einsetzen, aber auch sie überzeugen durch authentische Bewegungen. Für die Weite der Bewegungen gibt es eine Faustregel: Halte die Oberarme dicht am Körper und gestikuliere. Das wirkt auf etwa fünf Personen. Ist das Publikum größer, müssen Gesten weiter werden, um das Plenum zu erreichen, im vollen Saal mit 1500 Zuhörern sollte der Sprecher seine Arme ausstrecken und den Oberkörper aufrichten. Irritierend wirken offene Gesten unterhalb der Gürtellinie. Dann muss der Betrachter, der intuitiv in die Augen des Gegenübers schaut, zwischen zu niedrigen Gesten und dem Blickkontakt wechseln. Das ist auf Dauer zu anstrengend und der Präsentierende verliert die Aufmerksamkeit seiner Zuschauer.

Augenkontakt kommt beim Gegenüber besser an

Halte verbindlichen Blick zum Publikum und verstecke dich nicht hinter Zetteln oder PowerPoint. Menschen, die uns beim Gespräch nicht in die Augen schauen, wirken unsicher oder als hätten sie etwas zu verbergen. Auf keinen Fall transportiert ein unsteter Blick Selbstsicherheit und Überzeugungskraft. Stattdessen kann ein Redner seine Zuhörer mit festem Blickkontakt an sich binden und die Aufmerksamkeitsspanne erhöhen.

Üben und den ersten Eindruck nicht vermasseln

Es gibt keine zweite Chance für einen ersten Eindruck, sagt ein Sprichwort. Leider ist das wirklich so. Hat der Redner nur wenige Minuten Präsentationszeit, kann er einen anfänglichen Faux Pas nicht mehr ausbügeln. Nach einem schlechten ersten Eindruck braucht es Zeit, um das wieder hinzukriegen, eine anschließende erfolgreiche Zusammenarbeit etwa.

Peter Flume

Peter Flume

Der Rhetorik- und Führungstrainer legt bei seinen Schulungen den Schwerpunkt auf individuelle Trainings rund um die Themen Rhetorik, Kommunikation, Verhandlungen und Führung. Außerdem arbeitet er mit Methoden des Unternehmenstheaters, um bereits im Training reale Situationen zu simulieren und den Teilnehmern den maximalen Transfer in den Alltag zu ermöglichen. Er bietet sowohl Inhouse-Seminare als auch zielgerichtete Individualtrainings an. Seit 2002 verfügt er über eine Privatpilotenlizenz mit Instrumentenflugberechtigung. Mittlerweile hat er mehr als 2.200 Stunden als Pilot im Cockpit hinter sich und sitzt auf dem Weg zu seinen Trainings- und Coachings nahezu jede Woche hinter dem Steuerhorn seiner Beech Bonanza.

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