Agilität: Köpfchen statt Ellenbogen

In Unternehmen, die Agilität leben, ist mehr der Kopf gefragt als die Ellenbogen. Dominique Stroh zeigt in ihrem Beitrag, warum das so ist.

Hast du dich auch schon mal gefragt, wieso es in deiner Firma immer um Durchsetzung geht? Wer die lautere Stimme, die witzigeren Sprüche, gar die bessere Vetternwirtschaft hat? Ich habe mich das früher ganz oft gefragt. Aber nicht der Anderen wegen, vielmehr, weil es doch auch besser gehen kann. Am besten, wenn alle zusammenarbeiten.

So kam ich zur agilen Welt, wo Transparenz und Vertrauen Grundwerte ausmachen.

Nur ist das mit Agilität so eine Sache. Eines wird grundlegend unterschätzt: die Herausforderung hinter all der Transparenz. Und nicht zu vergessen: der Teil der Selbstorganisation, das muss auch gelernt sein, aber auch gewollt. Unter VUKA (Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität) verstehen die Erfinder eine flexible und schnelle Veränderung angepasst an den Markt. Hierdurch ist Agilität das Thema der Arbeitswelt, die eine genauso rasante Entwicklung von uns allen verlangt.

Und nun die gute Nachricht – Ellbogen zu spitzen, wie einen Bleistift, hat ausgedient.

Die allseits bekannten Machtkämpfe in Firmen lähmen eher und es sind neue Gedanken gefordert – Der frische Wind von uns jungen Nachwuchsführungskräften! Es bedarf individueller Veränderungskompetenzen wie Umsetzungskompetenz, also eine durch Willen gestärkte Ergebnisorientierung; Anpassungsfähigkeit auf den schnellen Wandel am Markt und Selbstreflexion, um in der Hektik des Alltags das eigene Verhalten zu reflektieren, hieraus wiederum eigenen Stärken und Entwicklungsfelder konstruktiv einzuschätzen und das funktioniert nur GEMEINSAM.

Aber – es sind nicht nur gute Nachrichten, denn ab jetzt ist Köpfchen gefragt. Bist du hierfür bereit?

Agilität ist ein Ansatz, der direkten Zusammenarbeit (Kollaboration) in oftmals heterogenen Teams. In einer Organisation, die sich auf den Weg zu mehr Agilität macht, arbeiten meistens Menschen direkt zusammen, die dies vorher nicht getan haben. Die Informatikerin arbeitet mit dem Vertriebsmitarbeiter zusammen, der Controller mit dem Agile Coach. Zuvor noch nicht erwähnt ist das Risiko der Agilität, dass Konflikte auftreten können und Emotionen ausgelöst werden. Und genau da hilft es, diese aufkommenden Emotionen und etwaigen Vorurteile wahrzunehmen und sie in eine Konfliktklärung einzubringen.

Andersartigkeit ist aber nur einer der Auslöser für Emotionen und Konflikte.

Die Anzahl sichtbarer Konflikte in einer Organisation kann zunächst steigen, wenn diese anfängt, Agilität umzusetzen – mehr Transparenz schafft, denn alle Themen die zuvor mit Ellbogen geklärt wurden sind nun offensichtlich. All dies erfordert Selbstwahrnehmung, Selbstregulation und Empathie von den Beteiligten. Gerade aber das Lernen steht im Fokus der Agilität, wir müssen erst einmal wieder lernen, was zusammen arbeiten und nicht nebeneinander arbeiten bedeutet. Was es heißt nicht den eigenen Kopf durchzusetzen, sondern den besten Weg für alle zu gehen, um zum Schluss den Kunden glücklich zu machen.

Es gibt ein altmodisches Wort für die Gesamtheit der Fähigkeiten, welche die Intelligenz der Gefühle darstellt: Charakter…

(Goleman, 2017, S. 356)

… ich wünsche dabei viel Spaß diesen wieder zu finden – dann weiß man auch wieder wo sein Köpfchen sitzt. 🙂

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Dominique Stroh

Dominique Stroh

Dominique Stroh weiß seit 10 Jahren, was Führung als Nachwuchsführungs-kraft bedeutet - sich stetig Verändern. In verschiedenen Beratungshäusern mit Schwerpunkt HR & Recruiting, Innovation und zuletzt ihres selbständigen Daseins als Beraterin für agile Führung und Key Account Management geht sie immer einer Sache auf den Grund: Wie sieht Führung in der Zukunft aus? Schon im Studium war das die Frage, die sie wirklich interessierte. Inzwischen ist sie Autorin in Büchern, Wirtschafts-Magazinen und tritt hin und wieder als Speaker auf. Von der Startup Szene bis hin zu Konzernen begleitet sie Unternehmen mit agilen Ansätzen. Inzwischen arbeitet sie für GULP Information Services GmbH als stellvertretende Geschäftsstellenleiterin. Auch hier sind Scrum, Design Thinking und Co tägliches Handwerkzeug von modernem Management.

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