neue Ideen

Wie neue Ideen von selbst entstehen – nutze diese alte Technik

Neue Ideen werden manchmal ganz kurzfristig gebraucht. Wie du deine Gedanken zu einem Thema gut strukturierst und gezielt Innovationen entwickelst, erfährst du in diesem Beitrag (Teil 1 unserer Serie „Schreiben im Beruf“).

Wie Schreiben neue Ideen schafft

Erlebst du manchmal beim Schreiben, dass dir kreative Gedanken kommen? Neue Ideen, die du so vorher nicht hattest? Dass sich dir auf einmal Verbindungen und Perspektiven eröffnen, die du vorher nicht gesehen hast? Dass du blinde Flecken entdeckst, die dir vorher nicht bewusst waren? Das ist die Kraft des Schreibens! Denn Schreiben ist ein richtiges Kreativ- und Innovationswerkzeug – wenn du es richtig einsetzt.

Meist dienen die Texte, die wir für unser Unternehmen schreiben, dazu, Informationen zu vermitteln, bereits vorhandenes Wissen zu dokumentieren, Gelder oder Fördermittel einzuwerben oder Marketing zu betreiben.

All diese Texte sind wichtig. Aber in ihnen zeigt sich nur ein Teil des Potenzials, welches Schreiben uns bietet. Schreiben kann noch viel mehr: den Denkprozess fördern und Wissen nicht nur dokumentieren, verwalten und vermitteln, sondern neues Wissen schaffen.

Transfertexte und Arbeitstexte

So unterscheiden wir zwei Arten von Texten: zum einen Texte, die darauf abzielen, direkt verwertet zu werden. Sie werden Transfertexte genannt. Wir kommen gleich darauf zurück, warum sie so heißen. Zum anderen Texte, die uns beim Denken helfen. Wir nennen sie Arbeitstexte. In unserem Alltag kümmern wir uns meist nur um Erstere, die Transfertexte.

Bei den Arbeitstexten hingegen geht es nicht darum, druckreife Artikel zur Veröffentlichung zu verfassen, sondern Gedanken und neue Ideen zu entwickeln und festzuhalten. Nicht der fertige Text steht im Vordergrund, sondern der Prozess des Schreibens, und damit des Denkens.

Arbeitstexte können zum Beispiel Zusammenfassungen und Notizen sein, die du dir zu einem Artikel oder Buch machst, das du gelesen hast. Arbeitstexte können aber auch reine Reflexionen über dein Thema sein, in denen du deine Gedanken zu Papier bringst.

Schreibend zu tieferen Gedanken und neuen Ideen

Warum ist es so gut, etwas schreibend zu durchdenken? Wenn du nur im Kopf über etwas nachdenkst, kannst du nicht so sehr in die Tiefe gehen, nicht alle Hürden und Probleme durchgehen. Auch fällt es den meisten schwer, alle Verknüpfungen im Kopf zu überblicken und festzuhalten.

Anders, wenn du etwas schreibst. Du überlegst genauer, wie Dinge zusammenhängen und in welcher Reihenfolge du sie darstellst. Du hältst die Gedanken fest und merkst beim Ausformulieren, wenn Details nicht ganz stimmen. Vermutlich schreibst du Passagen mehrmals oder überarbeitest sie zumindest.

Durch all das verlangsamst du dein Denken und vertiefst dein Nachdenken. So bekommst du nicht nur mehr Ideen, sondern kannst viele Entwicklungsschritte, Konsequenzen, Zusammenhänge und Hürden im Voraus besser durchdringen.

Das in den Arbeitstexten hervorgebrachte Wissen lässt sich anschließend natürlich in einen zur Veröffentlichung bestimmten Text transferieren. Daher der Begriff „Transfertext“. Gleichzeitig ist dieser Text natürlich auch dazu da, dein Wissen und deine Erkenntnisse an deine Leser:innen zu transferieren.

Zum Ausprobieren: Freewriting

Willst du Schreiben als Kreativ- und Denkwerkzeug nutzen? So setze dich einfach hin und schreibe über dein Thema: Notiere deine Gedanken, reflektiere darüber oder fasse zusammen, was du Interessantes dazu gelesen hast!

Eine sehr einfache und dabei sehr wirkungsvolle Übung, um Schreiben als Denkwerkzeug zu nutzen, ist Freewriting. So funktioniert’s: Nimm Zettel und Stift. Überlege dir einen Satz, eine Fragestellung, über die du gerne nachdenken möchtest und schreibe sie als Überschrift auf den Zettel.

Nun stelle dir einen Kurzzeitwecker auf sieben Minuten. (Wenn du etwas erfahrener mit dieser Übung bist, kannst du auf zehn Minuten erhöhen, nicht mehr.)

Jetzt geht es los: Schreibe so schnell du kannst und alles, was dir einfällt.

Dabei gelten drei Regeln:

  1. Formuliere in vollständigen Sätzen.
  2. Höre nicht auf zu schreiben. Wenn du ins Stocken gerätst, schreibe einfach „Mir fällt nichts ein“ oder wiederhole das letzte Wort so lange, bis ein neuer Gedanke kommt. (Keine Sorge, er wird kommen!)
  3. Streiche nicht durch und korrigiere nicht.

Wenn die Zeit vorüber ist, lies dir deinen Text durch und unterstreiche interessante Gedanken. Wenn du magst, kannst du dir jetzt einen dieser Gedanken nehmen und ein neues Freewriting dazu machen.

Das Gleiche geht auch wunderbar im Team: Jedes Teammitglied macht ein Freewriting zur selben Fragestellung. Anschließend diskutieren alle über ihre Ideen.

Schaffe dir gute Schreibbedingungen

Wichtig: Schreiben braucht Konzentration. Und Konzentration braucht Ruhe und Zeit. Schalte also alle Ablenkung aus. Stelle dein Handy und Telefon stumm, deaktiviere alle Ton- und Bildsignale, checke deine Mails jetzt nicht. Sage am besten auch deinen Kolleg:innen Bescheid, dass du für einige Zeit nicht erreichbar bist.

Du willst die Kraft des Schreibens noch besser nutzen: Erzähle deinem Team davon, wie du das Schreiben als Ideen-Technik nutzt – und ihr werdet bald noch kreativer und innovativer sein.

Im zweiten Teil unserer Serie „Schreiben im Beruf“ erfährst du, wie du mit dem Verfassen von Texten auf der Karriereleiter nach oben kletterst.

Mehr zum Thema?

neue IdeenMöchtest du mehr darüber erfahren, was du mit professionellem Schreiben alles erreichen kannst und wie? In unserem TaschenGuide „Verständlich schreiben“ findest du kompakt alle wichtigen Werkzeuge dazu.

Nadja Buoyardane & Franziska Nauck

Nadja Buoyardane & Franziska Nauck

Nadja Buoyardane ist Texterin und Schreibberaterin / Schreibtrainerin. Sie studierte Kulturanthropologie, Pädagogik und Betriebswirtschaft in Frankfurt am Main, Drehbuchschreiben in Köln und absolvierte ein Aufbaustudium zur Schreibberaterin am Schreibzentrum der PH Freiburg. Sie arbeitete als Drehbuchautorin und schreibt seit vielen Jahren als Texterin für zahlreiche Unternehmen und Organisationen.

Franziska Nauck ist Lektorin und Schreibberaterin / Schreibtrainerin. Nach ihrem Studium der Kulturwissenschaft, Philosophie und Betriebswirtschaft in Berlin und Paris war sie als Lektorin und Leitende Redakteurin in einem Sachbuchverlag tätig. Anschließend absolvierte sie das Aufbaustudium zur Schreibberaterin am Schreibzentrum der PH Freiburg.

Seit 2011 schulen Franziska Nauck und Nadja Buoyardane Mitarbeiter:innen in Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung zu vielfältigen Schreibthemen. Seit 2016 bieten sie ihre Weiterbildungen gemeinsam unter „Business-Schreibkurse“ an.

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