Sprint oder Marathon: Wie ist dein Arbeitsstil?

Hast du dich schon mal gefragt, warum einige deiner KollegInnen sich stundenlang und äußerst gewissenhaft ein und derselben Aufgabe widmen können – während bei dir gerne mal zwischendurch die Motivation flöten geht? Der Grund liegt in einem grundsätzlich unterschiedlichen Arbeitsstil: dem des Sprinters und dem des Marathonläufers.

Die erste Stunde, die du mit der Vorbereitung der Präsentation zugebracht hast, lief noch bestens. Du bist hochmotiviert und kommst schnell voran. Doch ab Stunde zwei bemerkst du, dass die Motivation weiterzumachen rapide sinkt. Und damit auch deine Produktivität. Dein erster Schwung ist erlahmt, du wirst unruhig und springst weiter zu einer anderen Aufgabe. Der halb fertige Job bleibt erst mal liegen.

Die Kollegin hingegen hat einen völlig anderen Arbeitsstil. Sie beschäftigt sich bereits seit drei Stunden hochkonzentriert mit ihrem Jahresbericht und macht keinerlei Anstalten, zwischendurch auch mal etwas anderes zu tun.

Kurz vor Feierabend kommt dann noch eine dringende Anfrage rein. Während deine Kollegin meint, sie sei nur noch eine halbe Stunde da, da lohne es sich gar nicht mehr anzufangen, ziehst du die Sache noch schnell durch. Ihr beide habt, wie es aussieht, eine grundsätzlich andere Art und Weise, eure To-Dos und Projekte anzugehen. Du bist eher der Typ Sprinter, der Arbeitstag deiner Kollegin ist eher aufgebaut wie ein Marathon.

Dein Arbeitsstil: Alles eine Frage der Gene

Die Unterschiede im Arbeitsstil sind nicht einfach nur gelernt. Oder Geschmackssache. Sondern liegen, so Forscher, in den Genen begründet. Sie fanden heraus, dass Menschen, bei denen das ACTN3-Gen voll funktionsfähig ist, hervorragende Sprinter sind. Andere, trainierten sie auch noch so fleißig, kamen an deren Leistungen einfach nicht ran. Sie wiederum waren dann eher für Ausdauersportarten geeignet.

Wie im Sport gibt es diesen Unterschied auch im Arbeitsleben. Weißt du, zu welchem Arbeitsstil du tendierst, kannst du auch deine Abläufe entsprechend planen.

Tipps für Sprinter und Marathonläufer

Für Sprinter gilt:

  • Plane für deine Aufgabe bewusst kurze Sprint-Einheiten ein. Bist du damit fertig, mach eine Pause. Oder widme dich einer ganz anderen Aufgabe.
  • Hast du größere Aufgaben auf der Agenda, teile auch diese in kurze Einheiten ein.
  • Wenn du merkst, dass deine Aufmerksamkeit sinkt, beende die Aufgabe und mach etwas anderes. Du kannst später zum ursprünglichen Projekt zurückkehren.

Was Marathonläufer tun können:

  1. Dauerläufer sollten die Tage so gestalten, dass sie längere ungestörte Zeitinseln für ihre Aufgaben haben – vielleicht sogar mal einen ganzen Tag frei von Terminen.
  2. Stehen kleinere Arbeiten an: Sammel sie und erledige sie dann en bloc. Das entspricht viel mehr deinem Arbeitsstil.

Vorteile und Fallstricke

Als Sprinter kannst du eines ganz besonders gut: Deine Zeit effektiv nutzen. Du arbeitest und  lernst schnell und bist äußerst flexibel, wenn es um neue Aufgaben geht. Was dabei manchmal zu kurz kommt, ist die Abschlussfähigkeit. Wenn sich eine Aufgabe hinzieht, lässt du sie gerne einfach mal liegen. So kann es leicht passieren, dass viele halb fertige Projekte in der Pipeline sind und du den Überblick verlierst. Erinnere dich also ab und zu selbst daran, dass auch der Abschluss einer Aufgabe ein gutes Gefühl vermitteln kann.

Bei dir als Marathonläufer können sich alle darauf verlassen, dass die Jobs gewissenhaft erledigt werden und die Ergebnisse viel Qualität und Tiefe enthalten. Auf der anderen Seite kann es allerdings auch passieren, dass du zu lange brauchst und Schwierigkeiten hast, ein ausreichend großes Zeitfenster für größere Aufgabe zu finden. Hier darfst du dir selbst erlauben, Aufgaben auch mal dann abzuschließen, wenn sie in deinen Augen nur zu 80 Prozent erledigt sind. Ganz oft ist das nämlich schon absolut ausreichend.

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