Steuererklärung, Teil 4: Checkliste Werbungskosten

Insider empfehlen ja immer, die „Werbungskosten“ in der Steuererklärung anzugeben. Doch was sind das eigentlich für Ausgaben, die in der Steuererklärung Vorteile bringen? Wir haben uns bei den Experten von Steuerbot erkundigt.

Generell gilt: Werbungskosten vermindern die Einkünfte und somit die Höhe der zu zahlenden Einkommensteuer. Sie werden erst mal pauschal berücksichtigt: Unabhängig vom tatsächlichen Einkommen wird bei jeder Steuererklärung eine Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro abgezogen.

Im Einzelnen zählen die folgenden Ausgaben zu den Werbungskosten. Wenn diese bei dir anfallen und du in Summe auf mehr als 1.000 Euro kommst, solltest du die jeweiligen Einzelposten angeben, um noch mehr rausholen.

Arbeitszimmer

Bei der steuerlichen Berücksichtigung eines häuslichen Arbeitszimmers sind die Finanzämter inzwischen sehr streng geworden. Voraussetzung für eine Anerkennung als Werbungskosten ist, dass das Arbeitszimmer überwiegend beruflich genutzt wird, du also deiner beruflichen Tätigkeit hauptsächlich von deinem Arbeitszimmer aus nachgehst. Wichtig ist auch, dass das Arbeitszimmer klar von den Räumen deiner Wohnung getrennt ist und nicht von anderen Personen in deinem Haushalt privat genutzt wird. Steht z. B. dein Schreibtisch im Schlafzimmer, gilt dieses keinesfalls als Arbeitszimmer.

Bewerbungskosten

Wenn du dich nach einem neuen Job umsiehst, solltest du für entsprechende Auslagen Quittungen sammeln. Ganz gleich, ob du dich old school mit Mappe oder online bewirbst, und unabhängig vom Erfolg deiner Bewerbung: Kosten für Bewerbungsfotos, Mappen, Fotokopien, Porto usw. werden im jeweiligen Steuerjahr als Werbungskosten vom Finanzamt anerkannt. Falls dir Reisekosten für ein Vorstellungsgespräch in einer anderen Stadt entstehen, kannst du auch diese mit angeben, sofern der potenzielle Arbeitgeber sie nicht übernimmt.

Computer und Hardware, Smartphone

Das Equipment, das du im Job brauchst, heißt im Fachjargon Arbeitsmittel. Dabei fallen Produkte, die weniger als 952 € kosten, unter die sogenannten geringwertigen Wirtschaftsgüter. Diese gelten als Werbungskosten. Wenn du das jeweilige Gerät dienstlich benötigst und selbst bezahlst, kannst du die Kosten als Werbungskosten von der Steuer absetzen.

Fahrtkosten

Ein wichtiger Punkt für die meisten Angestellten im Hinblick auf Werbungskosten ist der Weg zur Arbeit. Dieser schlägt bei der Steuer mehr oder weniger stark zu Buche, je nach zurückgelegter Entfernung. Unter dem Stichwort „Pendlerpauschale“ gibt es für jeden Kilometer der einfachen Fahrstrecke 0,30 €.

Fachliteratur

Lass dir beim Kauf von Fachbüchern oder Fachzeitschriften, die du dir beruflich anschaffst, immer eine Quittung mit Mehrwertsteuer-Ausweis geben. Dann kannst du die Kosten als Werbungskosten bei der Steuer angeben.

Fortbildung

Alle Arten von Weiterbildungskursen oder Seminaren, die dich in deinem Beruf voranbringen und die du selbst bezahlt hast, kannst du als Arbeitnehmer*in vollständig von der Steuer absetzen. Einzige Voraussetzung ist – neben der Berufsbezogenheit –, dass du vor Antritt der Qualifizierungsmaßnahme eine erste Berufsausbildung abgeschlossen hast. 

Umzugskosten

Wenn du für einen neuen Job in eine andere Stadt ziehen musst, gelten die Umzugskosten als Werbungskosten und sind somit steuerlich absetzbar. Über die gesetzlich festgelegten Umzugspauschalen (811 Euro im Jahr 2019) hinaus kannst du z. B. auch Maklergebühren oder doppelte Miete für maximal sechs Monate angeben.

Versicherungen

Bei Versicherungen, die du für den Job brauchst, kannst du die Beiträge als Werbungskosten absetzen. Relevant für deine Steuererklärung können etwa eine Unfallversicherung oder Berufshaftpflichtversicherung sein. Letztere brauchen z. B. Rechtsanwälte und Steuerberater, aber auch für IT-Experten und Consultants kann sie sinnvoll sein. Hast du eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen, zählt der anteilige Berufsrechtsschutz auch zu den Werbungskosten. Den genauen Betrag teilt dir deine Versicherung mit.

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Eine Kooperation von KarriereBoost und Steuerbot:
Wir haben uns mit den Experten von Steuerbot zusammengesetzt, um euch alle wichtigsten Infos rund um die Steuererklärung geben zu können.

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Steuerbot ist ein virtueller Chatpartner und Experte in allen Steuerfragen. In leicht verständlicher Sprache chattet er mit den Nutzern, stellt einfache Fragen und erledigt so für Menschen, die kein Fachwissen haben, ihre Steuererklärung. Im Januar 2017 von Waldemar, Jochen und Marc gegründet, ist das Steuerbot-Team heute auf acht Personen angewachsen. Sitz des Unternehmens ist Stuttgart-Sillenbuch. Ein Meilenstein in der jungen Geschichte von Steuerbot war – neben dem offiziellen Go-Live – eine Beta-Phase mit 50 ausgewählten Testerinnen und Testern.

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