Selbstmotivation in Krisenzeiten: 2 Ansätze, die dich weiterbringen

„Meine Motivation ist komplett weggebrochen.“, sagt Christopher Linke, WM-Vierter über 20 Kilometer Gehen. Olympia 2020 findet wegen des Coronavirus nicht statt. Linkes Ziel, auf das er Jahre hingearbeitet hat, ist plötzlich verschwunden. „Was hat das mit mir zu tun?“, fragst du dich vielleicht, schließlich trainierst du ja nicht für Olympia.

Stimmt. Doch wir alle haben Ziele – und bei den meisten haben die sich in kürzester Zeit pulverisiert, wie Olympia bei den Sportlern, oder sie haben sich drastisch verändert. Die aktuellen Beschränkungen durch das Coronavirus wirken sich auf die Leistungsfähigkeit und die Selbstmotivation der gesamten Gesellschaft aus. Wie können wir unter solchen Umständen noch gut drauf sein und die Leistung bringen, die wir von uns selbst erwarten?

Ja, die Corona-Krise ist eine nie gekannte Umwälzung in vielen Bereichen. Wirtschaftlich wird es herbe Einschnitte geben. Ich bin selbst Solo-Unternehmer. Derzeit habe ich 0 (Null) Aufträge. Und das wird auch noch eine Zeit lang so bleiben. Worum es mir hier freilich definitiv nicht geht ist, irgendetwas schönzureden.

Die äußeren Bedingungen sind schwierig. Punkt.

Mach nicht die äußeren Umstände verantwortlich

Wir Menschen tendieren dazu, genau solche widrigen äußeren Umstände für unsere Stimmung und unsere Motivation verantwortlich zu machen: „Ich wäre ja gerne besser drauf – aber wie soll das gehen in solch miesen Zeiten?“

Ja, wie soll das gehen? Das ist ganz leicht und ganz schwierig gleichermaßen. Leicht, weil es auf die Fragen ankommt, die du dir stellst. Schwierig, weil die Umsetzung deinen vollen Charaktereinsatz erfordert. Zwei Ansätze:

1. Kann ich die Situation verändern?

Das kann eine erste Frage sein, um sich wieder auf Kurs zu bringen. Vereinfacht ausgedrückt, gibt es drei Bereiche: Nummer eins, in dem du nichts verändern kannst, etwa das Wetter. Bereich zwei, in dem du Einfluss, aber nicht alles unter Kontrolle hast, etwa deine Beziehung. Drittens, den Bereich, den du zu 100% bestimmen kannst, etwa, wie gesund du dich ernährst.

Deine Antwort in Bereich eins lautet wahrscheinlich: „An der Krise und ihren (wirtschaftlichen) Auswirkungen, kann ich nichts ändern.“ Stimmt. Und was bedeutet das? Das Wetter kannst du auch nicht ändern. Sich darüber zu beklagen, hilft nicht weiter. Also, so lapidar sich das anhört: Nimm es einfach hin. Was du nicht aufhalten kannst, musst du aushalten. Das hat mit Loslassen zu tun. Ich kann es nicht ändern, nicht kontrollieren. Ich muss es loslassen und darauf vertrauen, dass schlussendlich alles gut wird.

In Bereich drei steckt deine Einstellung. Wenn du offen zu dir selbst bist, weißt du, dass du dich nicht hängen lassen brauchst, sondern genügend Alternativen hast. Hier hast du die besten Ansatzmöglichkeiten, um dich wieder so zu motivieren, wie du das haben möchtest. Dazu hilft dir Punkt 2.

2. Was kann ich tun?

Das ist eine meiner Lieblingsfragen, die ich mir und meinen Klienten im Coaching gerne stelle. Konkret: „Was kann ich tun, um trotz äußerer Krise wieder in einen guten Zustand zu kommen?“

Nimm dir ein großes Blatt Papier, schreib die Frage drüber – und notiere so viele Antworten wie dir einfallen. Sei ausdauernd, bis du mindestens 50 Ideen gefunden hast. Binde Freunde und Bekannte ein, deine Familie, mach eine Instagram-Story daraus. Was auch immer: Bleib am Ball und lass dich von den Antworten inspirieren. Du wirst merken, das ist wie ein Schalter, mit dem man sein Licht wieder anknipst.

Das hört sich einfach an. Ist es auch. Aber es fällt auch schwer, denn es ist leichter, sich mit anderen über die Krise zu beklagen, als am eigenen Mindset zu arbeiten.

Ich wünsche dir, dass du zu Letzterem einen Impuls gefunden hast, so dass du in Anlehnung an den Olympioniken Christopher Linke sagen kannst: „Meine Ziele haben sich komplett verändert – aber meine Motivation ist vollkommen intakt!“

Viel Erfolg dabei!

Weiterlesen?

Der Experte für Selbstmotivation (ARD) Reinhold Stritzelberger zeigt in seinem TaschenGuide „Selbstmotivation“, was wir selbst tun können, um jeden Tag aufs Neue motiviert und gut gelaunt zur Arbeit zu gehen und abends mit dem Gefühl heimzukommen: „Das war ein guter Tag für mich.“

Reinhold Stritzelberger

Reinhold Stritzelberger

„Deutschlands Experte für dauerhafte Selbstmotivation“ (ARD) unterstützt als Speaker, Trainer und Coach Menschen dabei, erfüllende Ziele zu definieren und leidenschaftlich zu verfolgen. Reinhold Stritzelberger ist Diplom-Betriebswirt, zertifizierter Business-Coach und Lehrtrainer. Bekannt wurde der Gründer und Inhaber von RS-Training durch Auftritte in Funk und Fernsehen, Podcast-Produktionen und zahlreiche Fachbeiträge.

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