Fachkompetenz

Schreib das auf! Fachkompetenz kommt von Schreibkompetenz

Schreiben gehört im Berufsalltag einfach dazu. Wie und warum du deine Fachkompetenz verständlich in Texten zeigen solltest, erfährst du in diesem Beitrag (Teil 2 unserer Serie „Schreiben im Beruf“).

Immer wieder erleben wir in unseren Seminaren, wie Young Professionals sich darüber wundern, welchen enormen Anteil das Schreiben an ihrer täglichen Arbeit hat. Doch wenn es um Fachkompetenz geht, kommt man um das Schreiben von Texten nicht herum.

Gehörst du zu jenen, die nach der Schule froh waren, keinen Deutschunterricht mehr zu haben und nicht mehr ständig Texte schreiben zu müssen? Ganz bewusst hast du dann vielleicht einen Studiengang gewählt, der vordergründig möglichst wenig mit Schreiben zu tun hat – wie IT, Ingenieurwesen oder Betriebswirtschaft. Während des Studiums hat es dann oft auch genügt, mit Tabellen und Zahlen zu operieren, die mit wenigen Worten einzuordnen waren.

Schreiben als Karrierefaktor

Doch dann kam der Berufseinstieg – und mit ihm eine überraschende Erkenntnis: Du musst mehr schreiben als gedacht. Viel mehr. Nicht nur E-Mails und Kurznachrichten, sondern Berichte, Whitepaper, Fachartikel, Vorträge und und und.

Und es folgt die Einsicht: Schreiben ist ein echter Erfolgs- und Karrierefaktor in unserer Wissensgesellschaft, in der der Großteil unserer Kommunikation über Texte funktioniert (zur Erinnerung: Du liest gerade einen Text).

„Wer schreibt, der bleibt“ sagt eine Redensart. Und genauso ist es: Wer die eigene Fachkompetenz klar, verständlich und nachvollziehbar in Texten zeigen kann, wird zum Gesprächsthema, bleibt im Gedächtnis, bekommt Reichweite.

Durch deine Texte wirst du sichtbar

Die gute Arbeit, die du leistest oder deine brillanten Beiträge im Meeting – schnell vergessen. Der gut strukturierte Projektbericht hingegen, auf den beziehen sich deine Vorgesetzten. Texte werden archiviert, weitergeleitet, veröffentlicht – und beweisen eindeutig, wer kompetent ist. Kurz: Wenn du deine Fachkompetenz nicht klar und verständlich auch in Texten zeigen kannst, ist sie nicht sichtbar.

Ein Beispiel: Du bekommst weiche Knie, als dein Teamleiter vorschlägt, einen Fachartikel über die neueste Innovation deines Unternehmens in einer wichtigen Branchen­zeitschrift zu veröffentlichen. Und blätterst lieber geschäftig in deinen Notizen. Schon meldet sich deine Kollegin – und schreibt einen Fachartikel, der in Branchenkreisen zitiert und kommentiert wird.

Was glaubst du, wer beim nächsten Mal als Expertin angefragt wird? Wer sich Punkte für die nächste Gehaltsverhandlung, die nächste Beförderung gesammelt hat?

Oder du beobachtest als Selbständige:r, wie deine Mitbewerber:innen wöchentlich Posts und Artikel bei LinkedIn oder Xing veröffentlichen und dafür viel Feedback, Reichweite und darüber Aufträge bekommen. Ja, es macht (Schreib-)Arbeit, als Expert:in sichtbar zu werden. Aber die Mühe lohnt sich!

Lerne das Handwerk des professionellen Schreibens

Du hast zwei Möglichkeiten: Entweder du vermeidest das Schreiben weiterhin, wo du kannst, oder schreibst schwer verständliche Texte – und verschenkst damit eine Chance, deine Fachkompetenz klar zu zeigen. Oder du lernst, gut und mit Freude zu schreiben.

Professionell zu schreiben ist ein Handwerk, das sich erlernen lässt. Etwas Talent mag das Ganze erleichtern, wichtiger jedoch sind die richtigen Techniken und Methoden, um durch den Schreibprozess zu kommen und deine Gedanken klar und verständlich darzulegen.

Wie gehe ich strukturiert an einen Text heran? Wie schaffe ich es, mein Thema so tief zu durchdringen, dass meine Texte fundiert und interessant sind? Wie gelingt es mir gleichzeitig, verständlich für meine Leser:innen zu formulieren? Wie entwickle ich eine schlüssige Struktur? Wie verpasse ich meinem Text den letzten Feinschliff?

Auf all diese Fragen gibt es Antworten. Zu all diesen Themen gibt es handfeste Techniken, Strategien und Regeln. Diese kannst du dir aneignen. Zum Beispiel durch Bücher, wie den Haufe-TaschenGuide „Verständlich schreiben – Business-Texte strukturiert und leserorientiert formulieren“ oder in Seminaren und Schreibcoachings.

Mit dem Schreiben zu kämpfen ist kein Schicksal – du kannst lernen, es sogar mit Freude zu tun.

Nadja Buoyardane & Franziska Nauck

Nadja Buoyardane & Franziska Nauck

Nadja Buoyardane ist Texterin und Schreibberaterin / Schreibtrainerin. Sie studierte Kulturanthropologie, Pädagogik und Betriebswirtschaft in Frankfurt am Main, Drehbuchschreiben in Köln und absolvierte ein Aufbaustudium zur Schreibberaterin am Schreibzentrum der PH Freiburg. Sie arbeitete als Drehbuchautorin und schreibt seit vielen Jahren als Texterin für zahlreiche Unternehmen und Organisationen.

Franziska Nauck ist Lektorin und Schreibberaterin / Schreibtrainerin. Nach ihrem Studium der Kulturwissenschaft, Philosophie und Betriebswirtschaft in Berlin und Paris war sie als Lektorin und Leitende Redakteurin in einem Sachbuchverlag tätig. Anschließend absolvierte sie das Aufbaustudium zur Schreibberaterin am Schreibzentrum der PH Freiburg.

Seit 2011 schulen Franziska Nauck und Nadja Buoyardane Mitarbeiter:innen in Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung zu vielfältigen Schreibthemen. Seit 2016 bieten sie ihre Weiterbildungen gemeinsam unter „Business-Schreibkurse“ an.

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