Produktivität im Job: Hilft viel wirklich viel?

Als Letzter kommen und als Erster gehen? Nach sechs Stunden Feierabend, sowas kommt bei dir nicht in Frage? Ein Fehler. Denn Erfahrungen aus Unternehmen, die bereits Sechs-Stunden-Tage oder Vier-Tage-Wochen eingeführt haben zeigen: Die pure Anzahl der Stunden, die wir im Job verbringen, sagt noch lange nichts über die Produktivität aus.

16:30 Uhr. Eigentlich bist du mit deinen Aufgaben für heute fertig. Und draußen ist wunderbarstes Sommerwetter, das nach Freibad oder Biergarten ruft. Doch rundherum hauen die KollegInnen noch (scheinbar) fleißig in die Tastaturen. Und auch der Chef ist nonstop in Meetings und Telefonkonferenzen. Und jetzt sollst du einfach gehen? Was denken die anderen dann wohl von dir?

Verlorene Zeit im Büro

Nachschichten, endlose Überstunden und Verzicht auf Urlaub: Klar, es gibt Zeiten, da ist einfach viel zu tun und man muss dann mal länger ran. Und, auch klar, es gibt Berufe, da muss zu jeder Zeit Präsenz gewährleistet sein. Um 17 Uhr die Zelte abbrechen ist da nicht.

Dennoch: Ein nicht zu unterschätzendes Problem in vielen Firmen ist die viele Zeit, die Angestellte quasi umsonst an ihrem Arbeitsplatz verbringen. Obwohl sie längst fertig sind mit ihren Jobs, trauen sie sich einfach nicht zu gehen. Die Angst, als faul zu gelten oder den Neid der Kollegen auf die freie Zeit auf sich zu ziehen, ist einfach zu groß. Dabei ist es doch häufig so: Wenn einer mal anfängt, trauen sich die anderen auch. Besser ist es, wenn möglich, das Thema in deinem Team oder mit deinem Vorgesetzten einfach mal zu besprechen. Vermutlich werden dir einige dafür ziemlich dankbar sein und ihr könnt gemeinsam eine neue Art der Arbeitszeitgestaltung etablieren.

Argumentationshilfen für kürzere Arbeitstage

Denn, jetzt mal Hand auf’s Herz: Wer von uns kann nach einem Zehn-Stunden-Tag noch die superkreative Kampagne aus dem Hut zaubern? Oder sich eine neue HR-Strategie ausdenken? Richtig. Keiner. Weil die Produktivitätskurve im Laufe des Tages einfach abnimmt. Punkt. Sagt übrigens auch die Wissenschaft. Experten betonen deshalb, dass alles, was die 50-Stunden-Woche übersteigt, quasi verlorene Zeit ist. Zeit, die du umsonst im Büro verbringst statt mit deiner Familie oder deinen Freunden. Das sorgt für Frust und Unzufriedenheit und führt langfristig zu Folgen, die auch dein Chef nicht gut finden kann. Denn: Wer länger da ist, fehlt öfter. Heißt, die Bereitschaft, ab und zu mal blau zu machen, steigt. Und auch das Krankheitsrisiko. Denn wer sich keine Pausen gönnt und zu wenig Freizeit hat, der gerät schnell in die Burnout-Zone.

Gönn dir Leerlauf

Übrigens – auch für die Tage, an denen du länger im Büro bist, weil das eine Projekt eben doch noch heute fertig werden muss gilt: Mehr hilft nicht mehr. Das Problem: Wir können es schier nicht ertragen, während eines Arbeitstages einfach mal garnichts zu tun. Also nehmen wir uns selbst in Arbeitshaft und wuseln, oft in blindem Aktionismus, durchs Büro, um ja beschäftigt zu wirken. Produktiv ist das nicht, denn unser Gehirn braucht zwischendurch dringend Pausen, um weiterhin voll einsatzfähig zu sein. Gönn dir also die Zeit, einfach mal nachzudenken, deinen bisherigen Tag zu rekapitulieren oder einfach aus dem Fenster zu schauen. So ein kleiner Break wirkt Wunder in Sachen Produktivität!

Team Karriere Boost

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