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Persönliche Retrospektiven: Wie dir eine IT-Routine hilft
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Persönliche Retrospektiven: Wie dir eine IT-Routine hilft

 Team /gebrüderheitz
Team /gebrüderheitz
Digitalagentur

Retrospektiven sind ein wichtiger Teil des IT-Geschäfts. Doch hilft dir diese Technik auch dabei, deine Ziele besser zu erreichen. Wie das funktioniert, beschreibt dieser Gastbeitrag.

Wir von /gebrüderheitz nutzen Retros regelmäßig in unserer Projektarbeit, sehen aber auch viele Vorteile für den persönlichen Gebrauch. Wir erklären dir in diesem Gastbeitrag, woher der Begriff „Retrospektive“ kommt, weshalb dein eigenes Feedback wertvoll ist und wie du die Retrospektive nutzen kannst, um nachhaltig deine Ziele zu verfolgen.

Persönliche Retrospektiven: Was hat es damit auf sich?

Die Retrospektive ist den meisten aus Scrum bekannt, einem agilen Arbeitsmodell, das überwiegend in der Softwareentwicklung genutzt wird. Ein Softwareprojekt, das mit Scrum gemanagt wird, wird in mehrere Sprints unterteilt, zu denen unter anderem eine Planungsphase, die Projektarbeit und eine Retrospektive gehören.

Während der Retrospektive wird innegehalten und zurückgeblickt; es werden Verbesserungspotenziale offengelegt und neue Ziele definiert, um bewusst in den nächsten Sprint zu starten. Mit ein paar Veränderungen können wir die Idee der Scrum-Retro für uns selbst nutzen, um unsere persönlichen Ziele festzuhalten und uns unserem Wachstum bewusst zu werden.

Weshalb Feedback wichtig ist

Im Verlauf eines Tages erhalten wir ständig Feedback von außen: Von Kolleg:innen, Familie und anderen. Häufig spielen sie uns wichtige Informationen zu, von denen wir viel lernen können. Manchmal fühlt sich das Feedback von außen aber auch fehl am Platz an und es fällt uns schwer, uns mit den Worten der anderen zu identifizieren. In diesen Fällen ist es wichtig, sich nicht ausschließlich auf äußere Stimmen zu verlassen, sondern ein Gleichgewicht zwischen Fremd- und Selbstwahrnehmung zu finden.

Zu lernen, sich selbst ein- und wertzuschätzen, deckt zudem wichtige Fortschritte auf, die nur du an dir beobachten kannst. Wenn du dir zum Beispiel während deiner Ausbildungszeit vorgenommen hast, besser im freien Sprechen zu werden und in deinem ersten Arbeitsjahr dein Wachstum deutlich erkennst, ist das eine wichtige Info, die nur dir auffallen kann. Noch wertvoller ist es, dir dein Wachstum schriftlich zu verdeutlichen. Die Retrospektive kann dir helfen, versteckte Potentiale und Lernfortschritte sichtbar zu machen und dich nachhaltig deinen Zielen näher zu bringen.

Ein Beispiel-Run

Du möchtest die Retrospektive ausprobieren? Wir zeigen dir am Beispiel vom Gitarrelernen, wie du dein Wachstum mit einer verschlankten Scrum-Version nachhaltig dokumentieren kannst:

Schritt 1: Ziel festlegen

Lege zunächst fest, welches Ziel du erreichen möchtest, und entscheide dich für ein Zeitfenster, innerhalb dessen du dein Ziel umsetzen willst. Du kannst zum Beispiel zwei Wochen, sechs Monate oder mehrere Jahre und alles dazwischen für dich festlegen – je nachdem, wie groß dein Ziel ist.

Unterteile das große Zeitfenster nun in eine erste, sinnvoll Etappe: Was möchtest du innerhalb deiner ersten Lernphase erreichen? Versuche dabei, so realistisch wie möglich zu sein, um nicht von zu hohen Ansprüchen entmutigt zu werden.

Als Gitarren-Anfänger:in kannst du dir beispielsweise als großes Ziel setzen, innerhalb von sechs Monaten vier Akkorde spielen und fließend zwischen diesen wechseln zu können. Als erste Etappe hast du geplant, dass du diese Akkorde nach dem ersten Monat schon gut greifen kannst.

Schritt 2: Sprint durchführen

Während des „Sprints“ setzt du das Etappenziel um. Zum Beispiel recherchierst und konsumierst du Inhalte zu deinem Ziel, lernst große und kleine Dinge, setzt erste Ideen um, übst und wiederholst – schlussendlich machst du all das, was sich für dich produktiv anfühlt.

Um beim Gitarren-Beispiel zu bleiben: Vielleicht schaust du dir Youtube-Videos an, die dich inspirieren, übst 2x pro Woche für 30 Minuten oder buchst Unterrichtsstunden bei einer:einem Gitarrenlehrer:in.

Schritt 3: Retrospektive abhalten

Innerhalb der Retrospektive inspizierst du deine bisherigen Fortschritte. Du kehrst in dich, reflektierst über dein Wachstum und gleichst deinen Status quo mit deinem Etappenziel ab. Du evaluierst, wie dein nächstes Etappenziel aussehen sollte, und legst fest, wie du agil, realistisch und nachhaltig weitermachen kannst. Dann wiederholst du Schritt 2 und 3, bis du dein Ziel erreicht hast.