Entscheiden, Metaregeln, Mitarbeiterführung, Karriereplanung

Du fragst „Was tun?“ Entscheiden kann so einfach sein!

Beim Entscheiden helfen dir wenige einfach geniale Entscheidungsmuster besser, statt viele fragwürdige Rat-„Schläge“. Wenn du dich mit Fragen der Karriereplanung oder – bodennäher ausgedrückt – beruflichen Weiterentwicklung an erfahrene Verantwortungsträger bzw. Manager wendest, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass ein Füllhorn an guten und „gaaaaanz wichtigen“ Ratschlägen über dir ausgeschüttet wird.

Das Dumme daran:

Oftmals sind gute Ratschläge nur in bestimmten Situationen einsetzbar

Und häufig sind sie widersprüchlich.

Nur ein Beispiel von vielen: „Das Wichtigste ist, dass du immer flexibel bist und dich kurzzeitig an den sich verändernden Marktanforderungen ausrichtest.“ Und im nächsten Moment: „Das Wichtigste ist, dass du dir selbst treu bleibst und deinen Kurs unbeirrt von allen Moden und Hypes weiter verfolgst.“

Ja was nun?

In Wahrheit kann in der einen Situation das eine, jedoch in der nächsten das andere richtig sein.

Darf ich dir sagen, was wirklich das Wichtigste – das Allerwichtigste ist?

Immer schön einatmen, ausatmen, einatmen. ausatmen. Denn wenn du das vergisst, dann sind alle anderen Ratschläge ganz schnell überflüssig.

So und nun im Ernst: Ich bin sehr skeptisch gegenüber Ratschlägen – ganz gemäß dem Sprichwort, dass auch Ratschläge eben vor allem „Schläge“ sind.

Einfach genial entscheiden mit Metaregeln

Und ich fühle mich – auch wenn meine eigene berufliche Entwicklung ganz okay verlaufen ist – überhaupt nicht motiviert oder berechtigt, dir konkrete Ratschläge zu erteilen. Zu schnell verändern sich die Rahmenbedingungen und Details und zu groß ist die Gefahr, dass die Tipps dir nicht helfen, die bei dem Ratgebenden „natürlich“ immer funktioniert haben.

Aus diesen Überlegungen resultiert mein Ansatz, dir nicht viele konkrete Ratschläge zu erteilen, sondern lieber ganz wenige Muster aufzuzeigen. Diese Muster – auch Metaregeln genannt – haben den Vorteil, dass sie sich auf eine große Zahl ganz unterschiedlicher Situationen anwenden lassen. Es gilt das altbekannte Pareto-Prinzip und das „Power-Law“: Mit 20 Prozent der Muster lassen sich 80 Prozent der Situationen verbessern. Und schon mit 20 der 20 Prozent, also nur 4 Prozent schon 80 der 80 Prozent, also immerhin 64 Prozent der Situationen.

Und damit hast du schon das erste ganz konkrete Beispiel einer wichtigen Metaregel für deinen beruflichen Erfolg kennengelernt.

Suche beim Entscheiden stets die Metaregeln, die Muster

Lass dich nicht von den vielen Details und Empfehlungen auf der Detailebene ermüden, sondern suche stets die Metaregeln, also Regeln, die Regeln machen oder auf eine Vielzahl von Einzelfällen anwendbar sind.

Hat dir diese Überlegung gefallen?

Verstehst du, dass diese dich wirklich weiterbringen wird?

Fühlst du dich angeregt, eigene Metaregeln für deinen Erfolg zu suchen?

Weißt du noch weitere, solch wertvolle Metaregeln?

Ich schon!

Gerne werde ich in den nächsten Monaten noch die eine oder andere vorstellen und an konkreten Beispielen erläutern. Damit deine beruflichen Entscheidungen auch weiterhin einfach genial sind.

Hartmut Walz

Hartmut Walz

Prof. Dr. Hartmut Walz ist ein führender Verhaltensökonom und Entscheidungsexperte. Sein Kerngebiet ist die Schnittstelle zwischen Ökonomie und Psychologie, insbesondere die Frage, wie wir (noch) besser entscheiden. Als Professor, Redner und Autor hat es sich Walz zum Ziel gemacht, möglichst viele Menschen von den Erkenntnissen der Verhaltensökonomie profitieren zu lassen. Dies tut er anschaulich, in leicht verständlichen Bildern, mit AHA-Effekt und Augenzwinkern. Walz ist Autor zahlreicher Fachartikel, der HAUFE-Bücher „Einfach genial entscheiden“ und „Einfach genial entscheiden in Geld- und Finanzfragen“ sowie des Hartmut Walz Finanzblog.

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