Kurzarbeit – was nun?

Wenn dein Arbeitgeber Kurzarbeit anmeldet, bedeutet das für dich einen erheblichen finanziellen Einschnitt. Unter welchen Voraussetzungen kann Kurzarbeit angeordnet werden und welche besonderen Bedingungen gelten in der aktuellen Krise? Das erfährst du in unserem Beitrag.

Normalerweise beträgt das Kurzarbeitergeld 60 Prozent vom Nettogehalt für Arbeitnehmer ohne Kinder und 67 Prozent für solche mit Kindern. Im Moment wird diskutiert, ob das Kurzarbeitergeld vom Staat aufgestockt wird, wie es auch schon in der Finanzkrise 2008/2009 der Fall war. Wie viele Arbeitsstunden in Kurzarbeit geleistet werden, ist variabel. Die wöchentliche Kurzarbeit kann sogar 0 Stunden betragen, was jetzt in der Corona-Krise oft der Fall ist.

Unternehmen entlasten, Insolvenz verhindern

Der Sinn des Kurzarbeitergeldes ist die finanzielle Entlastung der Arbeitgeber, um Insolvenzen zu verhindern. Das Kurzarbeitergeld wird aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung gezahlt bzw. aus anderen Steuermitteln, wenn die Politik sich für eine Aufstockung entscheidet.

Wegen der Corona-Krise hat die Bundesregierung jetzt eine Verordnung erlassen, um den Bezug von Kurzarbeitergeld zu erleichtern. Das soll Arbeitsplätze in den Betrieben erhalten und Kündigungen vermeiden. Die neuen Regeln für Kurzarbeit sind bereits von Bundestag und Bundesrat verabschiedet und gelten rückwirkend zum 1. März 2020.

Kurzarbeit: Was ist jetzt neu?

Es ist zurzeit also leichter für dein Unternehmen, Kurzarbeitergeld zu beantragen. Folgende Regelungen bei der Kurzarbeit sind neu:

  1. Wenn aufgrund schwieriger wirtschaftlicher Entwicklungen Aufträge ausbleiben, kann ein Betrieb Kurzarbeit anmelden, wenn mindestens zehn Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sein könnten. Diese Schwelle liegt bisher bei 30 Prozent der Belegschaft.
  2. Auf den Aufbau „Minusstunden“ (negative Arbeitszeitsalden) vor Zahlung des Kurzarbeitergeldes wird vollständig oder teilweise verzichtet. Das weicht vom geltenden Recht ab. Normalerweise sind Betriebe, die Vereinbarungen zu Arbeitszeitschwankungen getroffen haben, verpflichtet, Arbeitszeitkonten ins Minus zu fahren, bevor sie Kurzarbeit beantragen.
  3. Auch Leiharbeitnehmer (Angestellte von Zeitarbeitsfirmen) können künftig Kurzarbeitergeld beziehen.
  4. Die Sozialversicherungsbeiträge, die Arbeitgeber normalerweise für ihre Beschäftigten zahlen müssen, wird die Bundesagentur für Arbeit während der Kurzarbeit vollständig erstatten. Das soll laut Bundesregierung einen Anreiz schaffen, um Zeiten der Kurzarbeit stärker für die Weiterbildung der Beschäftigten zu nutzen.
Kurzarbeitergeld muss akzeptiert werden

Ist das Kurzarbeitergeld bewilligt, hast du als Arbeitnehmer keine Möglichkeit, dies abzulehnen. Du kannst jetzt lediglich abwarten, ob das normale Kurzarbeitergeld noch aufgestockt wird. Natürlich ist eine Lohnkürzung hart. Letztlich sind vorübergehende Einbußen beim Gehalt in den meisten Fällen aber besser als die Insolvenz eines Unternehmens

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