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3 Steuermythen entlarvt: Diese Irrtümer solltest du kennen!
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Steuererklärung

3 Steuermythen entlarvt: Diese Irrtümer solltest du kennen!

 Mirjam Maier
Mirjam Maier
Content Producerin

Einige Steuermythen halten sich hartnäckig. Wir räumen mit Falschinfos auf, damit deine Einkommensteuererklärung leichter gelingt.

Steuermythos 1: Einmal Steuererklärung abgeben und für immer verpflichtet sein

Bist du auch dem Irrglauben erlegen, dass du nach der Abgabe deiner ersten Steuererklärung dazu verpflichtet bist, sie jedes Jahr abzugeben? Dann können wir Entwarnung geben – zumindest dann, wenn du zu der Gruppe gehörst, die freiwillig eine Steuererklärung abgeben darf. Lass uns kurz klären, wer zur Abgabe verpflichtet ist – das sind beispielsweise:

  • Gewerbetreibende
  • Selbstständige / Freiberufler
  • Verheiratete in den Steuerklassen 3/4 oder 4/4 mit Faktor
  • Rentner (ab Grundfreibetrag)

Ebenfalls zur Abgabe verpflichtet sind Menschen, die z. B.:

  • zusätzliche Einkünfte (z. B. Mieten) oder Lohnersatzleistungen über 410 Euro im Jahr erhalten haben
  • mehrere Arbeitgeber in einem Jahr haben (Steuerklasse VI)
  • einen Freibetrag beim Lohnsteuerabzug haben.

Gehörst du als normaler Angestellter, als Beamtin, Azubi oder dualer Student nicht in diese Gruppe, bist du auch nicht verpflichtet, jedes Jahr eine Steuererklärung abzugeben. Eventuell wirst du zwar vom Finanzamt daran erinnert, du kannst dann aber mit einem kurzen Schreiben dem Finanzamt mitteilen, dass du in diesem Jahr auf eine freiwillige Veranlagung verzichtest.

Steuermythos 2: Nur ein Jahr Zeit für die Abgabe

Bei der Abgabe der Steuererklärung gibt es Fristen zu beachten, aber auch hier kommt es darauf an, ob man verpflichtet ist, eine Steuererklärung abzugeben oder nicht. Bist du verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben, muss dies bis zum 31.7. des Folgejahres geschehen. Aufgrund der Corona-Pandemie sind die Fristen verlängert worden:

  • Steuererklärung 2021: Abgabe bis 31.10.2022 bzw. 31.8.2023, wenn die Erklärung mithilfe einer Steuerberaterin oder eines Lohnsteuervereins erstellt wird.
  • Steuererklärung 2022: Abgabe bis 30.9. 2023 bzw. 31.7.2024.
  • Steuererklärung 2023: Abgabe bis 30.8.2024 bzw. 31.5.2025.
  • Steuerklärung 2024: Abgabe bis 31.7.2025 bzw. 20.4.2026.

Ab dem Jahr 2025 soll wieder die normale Frist gelten (siehe oben).

Doch jetzt kommt’s: Freiwillige, die eine Steuererklärung abgeben, haben ganze vier Kalenderjahre Zeit. Das heißt, dass für eine freiwillige Abgabe im Jahr 2023 Steuererklärungen für die Jahre 2022, 2021, 2020 und 2019 möglich sind.

Merke: Für jedes Jahr muss eine einzelne Steuererklärung ausgefüllt werden.

Steuermythos 3: Für alles benötigt man Belege

In deiner Vorstellung geht das Ausfüllen der Steuererklärung mit einem Berg an Belegen einher, mit denen du die Richtigkeit deiner Angaben beweist? Dann haben wir eine gute Nachricht für dich!

Früher war es tatsächlich so, dass das Finanzamt mehr Belege verlangt hat. Seit dem Steuerjahr 2017 müssen beim Finanzamt aktiv keine oder fast keine Belege mehr eingereicht werden. Natürlich ist es trotzdem sinnvoll, die Belege im Falle einer nachträglichen Forderung des Finanzamts zur Einreichung parat zu haben. Deswegen solltest du auch auf keinen Fall Falschangaben machen. Aber das versteht sich ja von selbst. 😉

PS.: Wie du mehr Netto bei gleichem Gehalt rausschlägst, verrät dir Steuernerd Simon Neumann im folgenden Video!