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Wertschätzung: Nicht geschimpft, ist Lob genug?
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Wertschätzung: Nicht geschimpft, ist Lob genug?

 Anja Merklin-Wendle
Anja Merklin-Wendle
Content Managerin

R-E-S-P-E-C-T – find out what it means to me! Das ist nicht immer ganz einfach, doch Wertschätzung spielt eine wichtige Rolle im Arbeitskontext. Denn Wertschätzung ist vor allem ein Motivations-Booster und sorgt für glücklichere Mitarbeiter. Aber wie genau, kannst du Wertschätzung richtig zum Ausdruck bringen?

Eine Universalantwort auf diese Frage gibt es nicht, denn Wertschätzung kann viele Formen haben, z. B. materielle: ein gutes Gehalt, attraktive Zusatzleistungen, Fitnessangebote, ein rückenfreundlicher Arbeitsplatz oder eine Firmenkantine. Auch Freiräume wie flexible Arbeitszeiten oder die Möglichkeit zum Homeoffice sind Ausdrücke von Wertschätzung. Viele Unternehmen setzen vermehrt auf diese Aspekte, doch …

… diese Dinge sind kurzlebig, das Gefühl wertgeschätzt zu werden, verfliegt, wenn Mitarbeiter sich an diese zusätzlichen Goodies gewöhnt haben. Es wird zum Normalzustand und damit beginnt das Dilemma. Unternehmen stehen nun einmal nur begrenzt finanzielle Möglichkeiten zur Verfügung, um durch materielle Extras, Wertschätzung ausdrücken zu können. Wie also für zufriedene Mitarbeiter sorgen?

Wertschätzung ist mehr als Lob und Geld

Hier bist du als Führungskraft gefragt! Denn vielen Arbeitnehmern geht es darum, Wertschätzung auf der persönlichen Beziehungsebene zu erfahren. Das Schlüsselwort und ein wichtiger Baustein dafür ist Respekt. Und mit diesem solltest du jeden deiner Mitarbeiter behandeln. Was gehört dazu? Auch hier gibt es keine einheitliche Antwort, denn jeder Mitarbeiter tickt anders. Du wirst nicht den einen Trick finden, der bei jedem funktioniert. Genau das würden Mitarbeiter als respektlos empfinden.

Auch ein Lob ist hier kein Wundermittel. Sicherlich ist es immer besser, als nicht zu loben, aber je nach Mitarbeiter läuft ein Lob ins Leere. Denn vielleicht glaubt dein Mitarbeiter selbst nicht, eine Aufgabe gut gemeistert zu haben oder sie war ihm nicht so wichtig, wie ein anderes Projekt, das in diesem Moment keine Anerkennung bekommt.

Wertschätzung heißt Werte schätzen

Die eigenen Werte motivieren die Menschen in ihrem Job. Das kann für jede Person höchst unterschiedlich sein: z. B. Freiheit und Flexibilität, Sinn und Identifikation, Abwechslung und Herausforderung, Kollegialität und Zugehörigkeit, Sicherheit und Nachhaltigkeit, Geld und Erfolg, Status und Anerkennung oder Freude und Leidenschaft. Wer andere wirklich wertschätzt, respektiert zugleich, dass jedem Menschen andere Werte wichtig sind. Wer Wertschätzung zeigt, investiert also gleichzeitig in Beziehungen. Denn wirkliche Wertschätzung erfordert Empathie und Zeit für ein »Wie geht es Ihnen?« mit echtem Interesse und aufmerksamem Zuhören, fokussierten Hinsehen und empathischen Fragen.

Führung ist also das Management guter Beziehungen und Wertschätzung ist die tägliche Arbeit daran. Nicht die Bewältigung des Tagesgeschäfts macht Führung erfolgreich,
sondern Wertschätzung muss zum Tagesgeschäft von Führung werden.

Empathie und Beobachtungsgabe

Was kann dir dabei helfen, deinen Mitarbeitern Wertschätzung entgegenzubringen? Versuche mehr zu beobachten, mehr zu verstehen und mache dir Gedanken über den einzelnen Mitarbeiter: