psychische Belastungen

Psychische Belastungen im Job – so reagierst du richtig

Zusammenbruch am Arbeitsplatz

Persönliche Sorgen, unfassbar viel Arbeit, Termindruck – Gründe für psychische Belastungen gibt es viele und nicht jeder Mitarbeiter zieht die Reißleine, bevor es zu spät ist. Geschieht der körperliche oder psychische Zusammenbruch am Arbeitsplatz, bist du als Führungskraft gefragt. Solch ein Ereignis kann schockierend sein, für dich und dein Team. Trotzdem gilt vor allem eines: Ruhe bewahren.

Das kannst du konkret tun:

  • Lass deinen Mitarbeiter in der akuten Situation nicht allein oder bitte eine Kollegin oder einen Kollegen, der dem Mitarbeiter nahesteht, an dessen Seite zu bleiben.
  • Wünscht der Betroffene zunächst keinen direkten Kontakt, sollte dennoch jemand in der Nähe bleiben, um nach kurzer Zeit nachzufragen, wie es ihm oder ihr geht.
  • Sorge dafür, dass jemand den Mitarbeiter nach Hause begleitet und dass Familie oder Freunde verständigt werden. Der oder die Betroffene sollte nicht allein sein.
  • Handelt es sich um einen psychiatrischen Notfall, sorge für Schutz und Ruhe z. B. in einem leeren Raum, oder begleite den Betroffenen (falls im Unternehmen vorhanden) zu einem Arzt. In schweren Fällen solltest du dich an ein psychiatrisches Krisenzentrum oder die Polizei wenden.
Über psychische Belastungen sprechen

Eines solltest du als Führungskraft immer tun: Behalte deine Mitarbeiter im Auge. Bemerkst du Veränderungen, die auf ein Burnout hindeuten – wie z. B. ein Leistungsdefizit – zögere nicht, das Gespräch zu suchen.

Folgendes solltest du dabei beachten:

  • Lege den Gesprächstermin nicht zu kurzfristig fest und teile deinem Mitarbeiter den Anlass mit. So wird dieser nicht überrumpelt und hat Zeit, sich vorzubereiten. Das schafft Vertrauen.
  • Führe das Gespräch an einem ruhigen Ort und plane genügend Zeit dafür ein. Außerdem sollten Unterbrechungen von Kollegen oder durch Anrufe ausbleiben.
  • Lasse deinen Mitarbeiter stets ausreden und versuche konkrete Ergebnisse aus dem Gespräch abzuleiten.

Außerdem hilft es generell, offen mit dem Thema psychischer Belastungen umzugehen und es auch in Teammeetings allgemein anzusprechen. So wird es erst gar nicht zum Tabuthema.

Kontakthalten bei Arbeitsunfähigkeit

Führen psychische Belastungen zur Arbeitsunfähigkeit, stellst du dir sicher die Frage, ob du deinen Mitarbeiter währenddessen kontaktieren sollst. Immerhin könnte es so wirken, als würdest du ihn kontrollieren wollen und das könnte ihn unter Druck setzen. Was aber, wenn dein Mitarbeiter sich alleingelassen fühlt, jetzt, wo er nicht „funktioniert“?

Überlege dir vor der Kontaktaufnahme dies:

  • Hat der Betroffene vielleicht einmal geäußert, ob er im Krankheitsfall Kontakt wünscht? Bist du dir nicht sicher, könnte ein Kollege oder eine Kollegin darüber Bescheid wissen.
  • Wie ist das Verhältnis zwischen dir und dem Mitarbeiter? Ist es eher freundschaftlich, dann kannst du ihn oder sie ruhig anrufen. Erkundige dich freundlich, betone aber nicht, dass er oder sie schnell wieder gesund werden soll. Das könnte tatsächlich Druck aufbauen.
  • Hast du kein enges Verhältnis zu dem Betroffenen, gibt es vielleicht jemandem aus deinem Team, der Genesungswünsche ausrichten kann.
  • Erkundige dich nur nach dem Befinden, wenn es nicht aus reiner Neugier geschieht. Der Betroffene könnte es merken und sich auch hier unter Druck gesetzt fühlen.
Du willst mehr dazu wissen?

psychische BelastungenDie Psychologin Julia Scharnhorst gibt in ihrem Buch „Psychische Belastungen am Arbeitsplatz vermeiden“ wichtige Tipps zum Thema Burnout-Prävention. Sie widmet sich dabei auch der Resilienzförderung in Unternehmen. Eine umfassende Checkliste rundet das Buch ab.

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