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Persönlichkeitstyp: Mit den Macken besser klar kommen
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Persönlichkeitstyp: Mit den Macken besser klar kommen

 Anja Merklin-Wendle
Anja Merklin-Wendle
Content Managerin

Alle Mitarbeiter gleich zu behandeln, klappt meistens nicht. Denn jeder Persönlichkeitstyp reagiert anders auf Stress, Ungerechtigkeiten oder schwierige Situationen. Führst du dein Team jedoch typengerecht, kannst du Konflikte schneller erkennen und entschärfen und die Stärken der einzelnen Personen besser kombinieren.

Jeder Mensch tickt anders: die übereifrige Mitarbeiterin reißt dir die Arbeit praktisch aus den Händen, während der gemütliche Kollege gern mal Fünfe grade sein lässt. Je größer ein Team ist, desto mehr unterschiedliche Persönlichkeitstypen prallen aufeinander. Missverständnisse, Konflikte und Ineffektivität sind schnell die Folge. Doch wie kannst du als Chefin deine Mitarbeiter so individuell führen, dass jeder seine Aufgabe optimal erfüllen kann?

Führen gemäß der Persönlichkeitstypen

Auf dem Markt gibt es verschiedene Persönlichkeitstests, die mehr oder weniger wissenschaftlich anerkannt sind. Sie sind jedoch meist aufwändig und teuer. Zudem sind im Arbeitskontext auch nicht alle Facetten einer Persönlichkeit relevant. Dennoch gibt es vereinfachte Modelle, die zumindest eine grobe Charakterisierung anhand unterschiedlicher Persönlichkeitstypen erlauben. Natürlich wird kein Mitarbeiter zu 100 % einem dieser Persönlichkeitstypen entsprechen. Dennoch helfen dir diese „Schablonen“ in der Praxis dabei, bestimmte Muster zu erkennen und schnell auf passende Lösungsansätze zurückzugreifen. Wenn du diese Mitarbeitertypen im Hinterkopf hast, kannst du in schwierigen Führungssituationen souverän reagieren.

Hier stellen wir dir drei häufige Mitarbeitertypen und Führungstipps vor und wie du in typischen Situationen mit ihnen umgehen kannst:

Die gute Seele – immer für andere da

Die Mitarbeiter mit dem Helfersyndrom sind immer für andere da, haben stets ein offenes Ohr und sorgen sich um das soziale Miteinander. Sie helfen bei anderen gerne mal aus und übernehmen Vertretungen, manchmal zulasten ihrer eigentlichen Aufgaben.

Unser Führungstipp: Bedanke dich für das soziale Engagement, aber erinnere auch daran, dass die eigentliche Arbeit Priorität hat. Wer mit der eigenen Arbeit ausgelastet ist, muss lernen sich abzugrenzen. Unterstütze deshalb diesen Typ dabei, auch mal „Nein“ zu sagen oder Konflikte auszutragen und den eigenen Standpunkt zu vertreten. Verdeutliche ihm oder ihr die Vorteile: So kann dieser Persönlichkeitstyp die eigene Überlastung vermeiden, wird von den anderen als „stärker“ wahrgenommen und hat dadurch auch selbst wieder mehr Spaß an der Arbeit.

Der 9-to-5-Typ – pünktlich über alles

Der 9-to-5-Typ kommt und geht pünktlich. Dank dieser „Beamtenmentalität“ lässt sich dieser Persönlichkeitstyp meist nicht stressen, egal ob der Schreibtisch voll ist oder nicht, denn das Privatleben ist ihm oft wichtiger als Deadlines oder Erfolge im Beruf. Hier gibt es nicht selten Menschen, die schon innerlich gekündigt und keinen Spaß mehr an ihrem Job haben.

Unser Führungstipp: Hier solltest du im persönlichen Gespräch genau hinhören: Womit ist die Person unzufrieden? Wünscht sie sich andere, verantwortungsvollere Aufgaben? Sind die Arbeitsbedingungen wie Überstundenregelungen noch zeitgemäß? Womit lässt sich dieser Typ motivieren? Bekommt er genug Feedback zu seiner Arbeit? Vielleicht lässt sich damit die Lust an der Arbeit wiederherstellen.

Der Sturkopf – immer gegen die Wand

Wer mit dem Kopf immer gegen die sprichwörtliche Wand anrennt, ist selten bereit auch Kompromisse einzugehen, Alternativen zu entwickeln oder Ratschläge anzunehmen. Dieser Persönlichkeitstyp ist eher der zielstrebige Einzelkämpfer, der zwar oft ein großes fachliches Wissen mitbringt, sich aber gelegentlich auch in die falsche Richtung „verrennt“. Mit seinem Tunnelblick steht er sich häufig selbst im Weg und wird von den Kollegen bei Teamaufgaben meist als anstrengend, weil beratungsresistent empfunden.

Unser Führungstipp: Der Sturkopf will sich als Einzelkämpfer beweisen. Meist hat er noch nicht die Erfahrung gemacht, dass er ambitionierte Ziele am besten im Team erreicht. Diese Lektion muss er mit deiner Hilfe erst noch lernen. Lass ihn also auch mal scheitern, natürlich nur bei einem nicht so wichtigen Vorhaben. Nur dank der praktischen Erfahrung wird er hoffentlich lernen, dass er falsch lag und daraus dank deiner Unterstützung Rückschlüsse für das nächste Projekt ziehen. Reflektiere mit ihm gemeinsam, wie es beim nächsten Mal besser laufen kann.

Die oben vorgestellten Persönlichkeitstypen sind nur ein Ausschnitt. Es gibt noch weitere Persönlichkeitstypen und auch weitere Grundmuster, wie du mit speziellen Charakteren besser klarkommen kannst. Es lohnt sich, sich damit intensiver zu beschäftigen, was in den Köpfen anderer Menschen passiert. Dadurch kannst du besser verstehen, warum sich die Mitarbeiter so unterschiedlich verhalten und lernst sie so individuell zu führen, dass jeder optimal seine Aufgabe erfüllt.