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Let it flow: Warum die Menstruation an den Arbeitsplatz gehört
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Let it flow: Warum die Menstruation an den Arbeitsplatz gehört

 Team /gebrüderheitz
Team /gebrüderheitz
Digitalagentur

Die Menstruation ist ein schambesetztes Thema, das in Schweigen gehüllt wird: Im öffentlichen Raum, aber auch in der Arbeitswelt fällt es nach jahrelanger Tabuisierung schwer, offen über die Herausforderungen zu sprechen, die mit der Periode einhergehen. Dabei kommen wir einer gleichberechtigten und inklusiven Arbeitskultur nur näher, wenn wir Tabus überwinden und die Bedürfnisse aller Arbeitnehmer:innen berücksichtigen.

Also fangen wir doch gleich damit an! Lasst uns darüber sprechen, welche Herausforderungen die Menstruation im Arbeitsalltag mit sich bringt, warum jede:r etwas von der Begegnung mit dem Thema Menstruation gewinnt und was Führungskräfte und Unternehmen machen können, um menstruierenden Personen den Arbeitsalltag etwas einfacher zu machen.

1. Menstruation am Arbeitsplatz: Das Tabu im Büro

Die Menstruation wird im Büro und in vielen Aspekten des Alltags nur hinter vorgehaltener Hand thematisiert. Beschönigende Synonyme wie „Erdbeerwoche“ sind perfekte Beispiele für den sogenannten Voldemort-Effekt – sie machen die Menstruation zu einem Tabu, dessen Name nicht genannt werden darf. Hinzu kommt, dass sie die Beschwerden verharmlosen, denen sich menstruierende Personen regelmäßig entgegenstellen müssen.

Während der Menstruation sind je nach Mensch verschiedene Beschwerden mit unterschiedlichen Schweregraden möglich: Schmerzen in der Bauchregion, am Rücken oder Kopf, starke Müdigkeit, depressive Verstimmungen und andere Symptome sind gängige Erfahrungen, die viele daran hindern, sich im Büro einzufinden oder fokussiert zu arbeiten.

Wie Studien zeigen, befürchten viele menstruierende Personen, bei der Arbeit nicht ernst genommen zu werden oder einen negativen Eindruck zu hinterlassen, wenn sie aufgrund von Menstruationsbeschwerden weniger performant wirken oder einen Krankheitstag nehmen. Denn viele haben genau diese Erfahrung schon gemacht. Notlügen werden benutzt, um sich an Tabu und Unverständnis vorbeizukämpfen – eine Perspektive, die Kolleg:innen ohne Menstruation oft verborgen bleibt.

2. Menstruation am Arbeitsplatz: Darum ist das Thema für uns alle wichtig

Über Menstruation am Arbeitsplatz zu reden, ist nicht nur für Menschen wichtig, die mit der Periode leben müssen. Denn es gibt viele gute Gründe, weshalb es sich für uns alle lohnt, ein Gespräch über die Herausforderungen der Menstruation zu beginnen.

Für eine gleichberechtigte und inklusive Arbeitswelt

Wir sind alle gleich, aber auch total unterschiedlich. Kleine Schritte hin zu einer inklusiveren Arbeitsumgebung helfen, veraltete Strukturen abzulegen. Deshalb ist ein Gespräch über die Menstruation auch so wichtig: Es legt offen, dass die Bedürfnisse vieler Menschen im Arbeitsalltag untergehen. Doch mit jeder Idee und jedem Durchbruch kommen wir einer Arbeitswelt näher, in der jede Person ihr volles Potential ausschöpfen kann.

Schambehaftete Themen enttabuisieren

Die Menstruation und ihre Herausforderungen bleiben aufgrund ihres Tabu-Status häufig unbesprochen und werden dadurch unsichtbar. Doch in einer gleichberechtigten Arbeitswelt stehen die Bedürfnisse aller Menschen kompromisslos nebeneinander. Indem wir bei der Menstruation auf Sichtbarkeit setzen, überwinden wir das gesellschaftliche Tabu und kommen dem Ziel näher, inklusive Arbeitsumgebungen zu gestalten, in der jede:r Mitarbeitende in ihrer und seiner Ganzheit sein kann. Und mit mehr Offenheit gegenüber der Menstruation haben wir schon einen Fuß in der Tür, um auch über andere körperliche und psychische Herausforderungen zu sprechen, die uns noch weiter in Richtung Ganzheit bringen.

Verständnis und Zusammenhalt fördern

Indem wir auf unsere Unterschiede aufmerksam machen, können wir echtes Verständnis für unsere Mitmenschen entwickeln, diskriminierenden Strukturen entgegentreten und gleichberechtigt zusammenfinden. Die Menstruation und die damit verbundenen Schwierigkeiten zu besprechen, kann als Teil eines Kulturwandels verstanden werden, der hilft, auch andere verschwiegene Themen zu normalisieren und den Menschen, seine Bedürfnisse und sein Wohlbefinden in den Mittelpunkt zu rücken.

3. Menstruation am Arbeitsplatz: Was Führungskräfte und Unternehmen tun können

Mit kleinen Veränderungen lassen sich Unternehmensstrukturen schaffen, die den Mitarbeitenden ein Gefühl von Sicherheit und Wertschätzung geben.

Menstruationsprodukte und andere Goodies anbieten

Ein einfach umzusetzendes Mittel besteht darin, Periodenprodukte wie Tampons und Binden zur Verfügung zu stellen. Schon mit diesem Schritt wird menstruierenden Personen Wertschätzung entgegengebracht und zu verstehen gegeben, dass ihre Bedürfnisse in den Wänden des Unternehmens wahrgenommen werden. Denn so müssen Tampons nicht mehr heimlich auf den Fluren ausgetauscht werden, sondern finden ihre Normalität auf der Toilette wie das Handtuch zum Händetrocknen.

Wer noch mehr für seine Arbeitnehmer:innen machen möchte, kann mit Wärmflaschen, Tees und kleinen Snacks wertschätzende Wohlfühl-Produkte anbieten, die für einen großen Zufriedenheits-Impact sorgen können.

Arbeiten nach Energielevel

Flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit, spontan im Home Office zu bleiben, setzen das Energielevel der menstruierenden Arbeitnehmer:innen in den Fokus und nehmen den Druck, auch in überwältigenden Momenten Hochleistung zu zeigen. Manche Unternehmen ermöglichen ihren Mitarbeiter:innen durch eine „Period Leave Policy“ sogar, bei Bedarf ganz transparent freizunehmen.

Ruhezonen im Büro

Auch die Büroräume können durch ihren Aufbau ein wertschätzendes Angebot für menstruierende Personen sein. Denn Ruhezonen, bequeme Sitzmöglichkeiten etc. spiegeln wider, dass Achtsamkeitsmomente willkommen sind, und geben die Gelegenheit, sich bei körperlichen und/oder psychischen Beschwerden zurückzuziehen.

Das Gespräch suchen

Als Führungsperson kannst du die Initiative übernehmen und aktiv das Gespräch mit deinen Mitarbeitenden suchen. Sprich mit ihnen darüber, wie ihr Arbeitsalltag vereinfacht werden könnte. Bestimmt finden sich so viele Ideen, die über die Inhalte dieses Artikels hinausgehen – deine Mitarbeiter:innen wissen am besten, was sie brauchen.