Leadershit – und warum es jetzt um Empathie geht!

Mehr Empathie, weniger Ego: Dominique Stroh zeigt in ihrem neuen Gastbeitrag, warum Chefs sich öfter mal zurücknehmen und ihrem Team dienen sollten.

Warum entscheidet sich jemand, Führungskraft zu werden? Nun diese Frage stelle ich mir doch immer wieder. Vor allem in Situationen, bei denen ich mir wünsche, mir eben nicht innerlich zu sagen: nicht mein Zirkus, nicht meine Affen.

Affen, Clowns und Chef Chefs

Und da ist schon das richtige Stichwort: Affen. Ja genau, denn so sieht es aus der Metaperspektive aus, wenn man sich ein Führungskräfte-Meeting als Beobachter gönnt. Der eine findet kein Ende, wiederholt sich oder auch gerne andere – Hauptsache zu Wort kommen. Wieder ein anderer meint, alles kritisch zu hinterfragen. Vor lauter Pessimismus wird ein Meeting mal wieder nicht beschlussfähig umgesetzt.

Und da hätten wir noch den Clown, immer einen lockeren Spruch auf Lager, wären da nur mehr Inhalte zum Arbeiten dahinter.

Und nicht zuletzt der, der dem „Chef Chef“ alles Recht machen möchte.

Dabei geht es doch als Führungskraft darum die Unternehmen ein Stück besser und wertvoller zu gestalten, als das eigene Ego in den Mittelpunkt zu stellen. Eben nicht die eigene Person in den Vordergrund zu stellen. Sondern andere wachsen zu lassen.

Die innere Kündigung

Dieses Bild zeigt sich auch in der neuesten Gallup Studie von 2019. Immerhin glauben 6 Millionen (16 %) Arbeitnehmer nicht mehr an ihr Unternehmen. Haben also innerlich gekündigt. Das Dilemma: es heißt dann, die Mitarbeiter sind schuld. Sind einfach nicht motiviert. Eben keine Leistungsträger.

Also liebe Führungskräfte: wacht auf! So kann es nicht weitergehen. Was bringen Digitalisierungsinitiativen, Innovation Hubs oder die agile Offensive, wenn ihr nicht bereit seid, euch zu ändern?

Empathie: Mehr zuhören als reden

Heute geht es um Empathie. Die Fachkraft mit einem großen Ego und einer Portion Mikro-Management wird Unternehmen nicht in die Zukunft bringen. Nein! Es geht darum das Zusammenspiel von Talenten zu fördern, individuelle Persönlichkeiten nicht anhand ihrer Schwächen entlang zu entwickeln. Sondern darum, die Stärken zu fördern. Es geht um zuhören anstatt reden. Es geht eben nicht um dich. Es geht um mehr Empathie und weniger Ego.

Der Servant Leader

Sei also ein „Servant Leader“. Nehme die Entwicklungspotenziale von Menschen wahr und entfalte sie. So wachsen sie und dein Unternehmen gleich mit. Immer mehr Unternehmen fangen an, sich mit dem Leitbild des Servant Leader zu beschäftigen. Dieser zielt auf eine behutsame, eher angeregte Veränderung von Werten und Motiven. Ähnlich wie bei der transformationalen Führung wird Wandel auf der individuellen Ebene initiiert, durch soziale und kulturelle Prozesse. Auch wenn die Kernidee der Servant Leadership eher ethische als ökonomische Werte vertritt, werden positive Einflüsse auf direkte wie indirekte Leistungsparameter der Unternehmen wie Gewinn und Bindung in verschiedenen Ergebnissen sichtbar. So haben agile Unternehmen, die sich diesen Führungsstil bewusst oder unbewusst aneignen, einen Engagement Index von 43 %.

»Ein edler Mensch zieht edle Menschen an und weiß sie festzuhalten«

Johann Wolfgang von Goethe

PS: Nicht-agile Unternehmen haben lediglich 6 % Engagement Index. Vielleicht ist es Zeit für ein wenig Leichtigkeit in agilen Prozessen – schau doch mal hier vorbei und bestell mein neues Buch „Agil geht anders“.

Dominique Stroh

Dominique Stroh

Dominique Stroh ist seit über 10 Jahren Führungskraft und Beraterin.
Durch den stetigen Wandel haben sich die Arbeitsweise, Führungsideale und ganze Geschäftsmodelle stark verändert. Das Rüstzeug und die Methodik auch. So ist sie in die agile Welt gekommen, mit der Idee Führung außerhalb der klassischen Hierarchie zu denken, viel mehr die Arbeitswelt neu zu betrachten – auf Future Work zu setzen. Es geht darum, Unternehmen neu zu denken und die richtigen Tools zu wählen,
dabei treffen sich klassische Management-Tools mit agilen Tools wie Scrum, Design Thinking und Co. Aber der Mensch steht immer im Fokus. Als Business Coach, Agile Coach/Scrum Master, als Autor oder Speaker möchte sie die neue Arbeitswelt leicht gestalten. Das ist Future Work. Dein Rüstzeug für die Zukunft.

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