Kündigung

Kündigung in Sicht? 13 Anzeichen, dass Kollegen gehen wollen

An welchen Anzeichen erkennt man es, wenn jemand sein Unternehmen verlassen möchte? Diese Frage beschäftigt nicht nur Führungskräfte. Sondern auch die KollegInnen im Team, die vielleicht gerne rechtzeitig das Gespräch mit der oder dem Betreffenden gesucht hätten. Die „Harvard Business Review“ hat 13 Indizien identifiziert, die auf eine baldige Kündigung hinweisen.

„Hätte ich doch nur irgendetwas geahnt“: Dieser Satz mag so manchem Chef durch den Kopf gehen, wenn er die Kündigung einer Mitarbeiterin auf dem Tisch hat. Denn, so häufig die feste Überzeugung, das kam nun wirklich aus heiterem Himmel. Aber ist das wirklich so?

Augen auf, liebe Führungskräfte!

Um das herauszufinden, wurden in einer Studie der „Harvard Business Review“ rund 100 ManagerInnen befragt: „Denken Sie zurück an die Angestellten, die Ihr Unternehmen in den letzten zwei Jahren freiwillig verlassen haben. Welche Verhaltensweisen konnten Sie an Ihnen vor der Kündigung beobachten?“

Folgende 13 Faktoren wurden am häufigsten gennannt:

  • Die Produktivität ließ deutlich nach
  • Der Mitarbeiter war weniger Teamplayer als gewohnt
  • Der Mitarbeiter hat öfter als sonst gerade mal das Minimum an Arbeit erledigt
  • Das Interesse, die Gunst des Chefs zu erlangen, hat deutlich nachgelassen
  • Der Mitarbeiter hat sich nur zögernd für langfristig angelegte Projekte begeistern lassen
  • Die Einstellung ist grundsätzlich negativer geworden
  • Der Mitarbeiter zeigte weniger Anstrengung und Motivation als gewohnt
  • Der Fokus wurde weniger auf Dinge gelegt, die den Job betreffen
  • Es wurde häufiger Unzufriedenheit bezüglich des Jobs geäußert als gewöhnlich
  • Es wurde häufiger Unzufriedenheit gegenüber dem Vorgesetzten geäußert als gewöhnlich
  • Der Mitarbeiter ging häufiger früher nach Hause als gewohnt
  • Der Enthusiasmus ging verloren
  • Das Interesse, mit Kunden zu arbeiten, hat abgenommen
Und sonst?

Interessant in diesem Zusammenhang ist nicht nur, welche Veränderungen genannt wurden. Sondern auch, welche Verhaltensweisen es nicht auf die Liste geschafft haben. Recht offensichtliche Anzeichen wie „Er oder sie kam auffallend besser gekleidet zur Arbeit“ (… weil am Nachmittag noch ein Vorstellungsgespräch anstand) oder „Es wurden eindeutige Dokumente auf dem Kopierer vergessen“ wurden von den befragten Führungskräften seltener genannt.

Solche Verhaltensweisen können zwar, so die Studie, auf Abwanderungspläne hinweisen. Sie wurden aber bei der Befragung keineswegs so durchgängig angegeben wie die Top 13. Das lässt den Schluss zu, dass eine geplante Kündigung sich über lange Zeit im Verhalten ankündigt – und eben meist nicht über kurzfristige und allzu offensichtliche Veränderungen oder Vorkommnisse.

Was also tun?

Aufmerksame Führungskräfte können also durchaus die Anzeichen erkennen. Und rechtzeitig intervenieren, wenn ihre Mitarbeiter abwanderungswillig sind. Was aber konkret tun?

Ein Weg, um hier Prävention zu leisten, wären regelmäßige Gespräche. Anstatt nur nach den Gründen zu fragen, wenn die Kündigung bereits eingetütet ist, sollte aus diesen Gesprächen hervorgehen, was gute Mitarbeiter dazu bringt, zu bleiben. Und falls sie je über einen Wechsel nachdenken sollten: Was könnten die Gründe dafür sein?

Always be prepared

Außerdem: So gut wie jede/r KollegIn kann irgendwann Gründe haben, zu gehen. Selbst die loyalsten Teammitglieder können bei einem verlockenden Angebot hellhörig werden. Oder die private Situation macht einen Jobwechsel nötig – etwa, weil der Partner in eine andere Stadt oder ins Ausland geht.

Daher sollten Führungskräfte ihr Team jederzeit so aufstellen, dass eventuelle Lücken relativ schmerzlos geschlossen werden können – zumindest operativ. Denn auch wenn die Trauer über einen Abschied groß sein mag: The show must go on.

Team Karriere Boost

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