Konfliktmanagement: Lernen von der Affenhorde

Konflikte in Teams oder unter Führungskräften sind in Unternehmen an der Tagesordnung – gerade wenn die Zeiten unruhig sind und große Veränderungen anstehen. Das ist nicht schlimm. Entscheidend ist nur, dass die Konflikte gut gelöst und abschließend geklärt werden. Ein hervorragendes Beispiel für exzellentes Konfliktmanagement bieten – ja, tatsächlich – Affenhorden. Hier erfährst du, was du aus den Strategien von Gorillas, Schimpansen & Co. lernen kannst.

Affen sind uns Menschen ja nachgewiesenermaßen in vielen Punkten sehr ähnlich. Was sie uns allerdings an einigen Stellen voraushaben, ist kluges Konfliktmanagement. Verständlich, garantiert doch bei Affen der Zusammenhalt in der Gruppe das Überleben in der Wildnis. Doch auch die Funktionsfähigkeit von Teams ist stark eingeschränkt, wenn Konflikte schwelen oder unmoderiert und mit unfairen Mitteln ausgetragen werden. Folgende Strategien, die laut Forschern bei Affenhorden erfolgreich eingesetzt werden, können dir im Berufsleben weiterhelfen.

Die Horde fordert Versöhnung – also werde aktiv!

Da wie gesagt ihr Überleben davon abhängt, fordert in vielen Fällen die ganze Affenhorde, dass die Streithähne aufeinander zugehen und den Konflikt klären. Alle Mitglieder signalisieren deutlich: „Wir wollen nicht, dass ihr euch streitet. Klärt das.“

Der Wunsch nach Konfliktlösung ist natürlich auch bei uns Menschen vorhanden. Allerdings neigen wir oft eher dazu, Konflikte still aushalten statt deutlich deren Klärung zu verlangen. Sei dir also bewusst, dass alle darunter leiden, wenn Konflikte nicht gelöst werden – dass es aber im Zweifelsfall an dir ist, das Beilegen des Konflikts anzustoßen. Wichtig ist, dass du als Führungskraft dich auch dann einmischen solltest, wenn du den Konflikt nicht selbst lösen kannst. Doch Vorsicht: Versuche nicht, den Beteiligten die Lösung zu präsentieren. Du kannst die Kontrahenten zwar dazu auffordern, sich zu einigen. Am Ende müssen aber die Beteiligten den Konflikt beilegen. Denn der Lösungsvorschlag kann nur von denen kommen, die am Ende damit leben müssen.

Eine Geste der Versöhnung

Haben sich Affen miteinander vertragen, folgt zum Zeichen der Versöhnung häufig eine Geste, eine Art Ritual. Psychologen betonen auch bei Konflikten zwischen Menschen die große Bedeutung solcher Gesten. Man muss sich natürlich zunächst verbal einigen, um festzulegen, wie man in Zukunft miteinander umgehen möchte, oder die Lösung nochmal zusammenfassen. Eine Geste ist das Zeichen, dass der Konflikt dann auch wirklich beendet ist. Die Berggorillas betreiben zu diesem Zweck „Grooming“, die gegenseitige Fellpflege. Da das im Geschäftsleben eher unangemessen scheint, könnt ihr auf andere Gesten zurückgreifen – ein Handschlag bietet sich hier als kleinste Lösung an, es kann aber auch ein gemeinsames Mittagessen sein. Wichtig ist, dass die Geste zügig an die Konfliktsituation anschließt, sonst verfehlt sie ihre Wirkung.

Weiterlesen?

Die Natur bietet viele Inspirationen für die tägliche Praxis in Management und Business – nicht nur in Sachen Konfliktmanagement, sondern auch was z. B. Selbstmanagement angeht. Erhellende Einsichten findest du in „ManagementBIOnik“ von Matthias Nöllke.

Hier geht’s zum Buch
Team Karriere Boost

Team Karriere Boost

Wir kommen aus unterschiedlichen Bereichen der Medienbranche, arbeiten für die Haufe Gruppe, bei Medienagenturen oder sind selbständig. Schreib uns von dir und deinen Erfahrungen im Berufsleben. Wir freuen uns von dir zu hören!

Send this to a friend