Frauen und Führung

Ist Führung weiblich?

Am 8. März ist wieder Weltfrauentag. Ein Tag, an dem “alte weiße Männer” die Genderfrage als wichtig erachten und wir Frauen uns sowieso als starkes Geschlecht positionieren wollen. Aber wieso eigentlich positionieren?

Immer wieder erzählen mir weibliche Führungskräfte, dass sie kein Interesse an Machtkämpfen haben, dass sie unsicher sind, selbstkritisch ihre Ergebnisse hinterfragen und sowieso ihre Emotionen womöglich fehl am Platz sind. Viele Jahre später ist die unsichere Frau verschwunden, denn sie hat ihre Weiblichkeit eingetauscht gegen den Aufstieg, denn um an die Spitze zu kommen bedarf es keiner Emotionen – also verhalte ich mich eben auch wie ein Mann. So oder so ähnlich kommt es immer wieder dazu, dass Frauen ihre eigentliche Stärke – eben Frau sein – verlieren. Aber warum akzeptieren wir nicht einfach, dass wir oft eine Runde mehr mit unseren Emotionen hadern, öfters unsicher sind, uns eben mehr hinterfragen?! – Ich finde es macht uns besser, nicht zuletzt, weil zukunftsfähige Führung weiblich ist.

Ja! Du hast richtig gelesen, Führung ist weiblich.

Mit dem neuen Paradigma von Führung verändert sich auch der „psychologische Vertrag“. Früher wurde die Loyalität der Mitarbeiter mit einem sicheren Arbeitsplatz und Gehalt vergolten. Heute bewegt sich die Beziehung zwischen wechselseitiger Abhängigkeit und Individualismus. Es geht immer mehr darum die Loyalität und somit das Vertrauen deiner Mitarbeiter, für dich zu gewinnen: Echtes Beziehungsmanagement – ziemlich weiblich oder?

In einer Metastudie der IFIDZ (Institut für Führungskultur im digitalen Zeitalter) wurden aus 30 Studien und Befragungen in den Jahren 2012 bis Mitte 2016 herausgearbeitet, welche Führungskompetenzen zukünftig wichtig sind. Die wichtigen Eigenschaften sind demnach mit 70% Kommunikationsfähigkeit, 50% Menschenorientierung und mit 37% Vertrauen schaffen!

Ganz einfach formuliert: Empathie

Und noch provokanter formuliert, einfach mal mit dem Herz führen. Denn es sind wir Frauen, die schnell ein gutes Bild von der Persönlichkeit unserer Mitarbeiter haben und wissen, die Stärken rauszuholen. Wir wissen aber auch, wie es unserem Mitarbeiter geht, und sehen ihn/sie als Menschen. Dadurch bekommen wir das Vertrauen, weil wir eben echtes Interesse haben den Mensch in den Fokus zu rücken. Wir sind es, die abteilungsübergreifend vernetzt sind und Brücken schlagen. Und auf uns kann man(n) sich verlassen, wir sitzen bis spät abends an einer Abgabe, um den Chef nicht hängen zu lassen oder einfach aus Loyalität, wenn unsere Mitarbeiter viel zu tun haben.

Was sagt uns das nun?

Wissenschaftlich betrachtet und natürlich ziemlich Gender, sind wir Frauen das Zugpferd moderner Führung, denn Kommunikation, Menschenorientierung und Vertrauen schaffen, ist ziemlich sexy und das sind wir doch auch. 🙂


Dominique Stroh

Dominique Stroh

Dominique Stroh ist seit über 10 Jahren Führungskraft und Beraterin.
Durch den stetigen Wandel haben sich die Arbeitsweise, Führungsideale und ganze Geschäftsmodelle stark verändert. Das Rüstzeug und die Methodik auch. So ist sie in die agile Welt gekommen, mit der Idee Führung außerhalb der klassischen Hierarchie zu denken, viel mehr die Arbeitswelt neu zu betrachten – auf Future Work zu setzen. Es geht darum, Unternehmen neu zu denken und die richtigen Tools zu wählen,
dabei treffen sich klassische Management-Tools mit agilen Tools wie Scrum, Design Thinking und Co. Aber der Mensch steht immer im Fokus. Als Business Coach, Agile Coach/Scrum Master, als Autor oder Speaker möchte sie die neue Arbeitswelt leicht gestalten. Das ist Future Work. Dein Rüstzeug für die Zukunft.

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