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Digitalpanik: So nimmst du Mitarbeitern die Angst vor der Digitalisierung
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Digitalpanik: So nimmst du Mitarbeitern die Angst vor der Digitalisierung

 Mirjam Maier
Mirjam Maier
Content Producerin

Das Buzzwort Digitalisierung löst bei vielen Mitarbeitern diverse Ängste oder sogar Panik aus. Hier sind sensible Führungskräfte gefragt, die mit dieser Digitalpanik einfühlsam umgehen. Wie dir das gelingt, erfährst du hier.

Digitalisierung und Ängste

Wenn das Thema Digitalisierung im Unternehmen aufkommt und sich gewohnte Abläufe radikal verändern, klingeln bei vielen Mitarbeitenden die Alarmglocken und verschiedene Ängste machen sich breit, u. a.:

  • Versagensangst: Das schaffe ich nicht.
  • Existenzangst: Mit der Digitalisierung kommt die Entlassungswelle.
  • Schwellenangst: Ich kann Neues nicht gut.
  • Soziale Angst: Andere können das besser als ich.
  • Statusangst: Wenn ich daran scheitere, werde ich degradiert.

Mit der Angst von Mitarbeitenden umgehen

Angst ist ein Gefühl, dem du als Führungskraft einfühlsam begegnen kannst. Allerdings solltest du dich davor hüten Sätze zu sagen wie: „Gemeinsam schaffen wir das, wir haben schon ganz andere Hürden gemeistert“. Denn das signalisiert Menschen, die Angst haben nichts weiter als: Ich werde nicht ernst genommen und nicht verstanden. Auch wenn es gut gemeint ist, solche Motivationsversuche gehen meistens nach hinten los. Was also kannst du tun? Die Antwort lautet: Validierung.

Validierung meint, über Ängste sprechen, sie beim Namen zu nennen. Angst entsteht im limbischen System, also im Unterbewusstsein. Damit die Angst kleiner wird, muss der Verstand die Kontrolle wieder übernehmen. Das geschieht, indem Dinge bewusst angesprochen werden und die Dinge einen Namen bekommen, die sonst unbewusst Panik auslösen.

So reagierst du auf Ängste

Die folgenden Beispiele dienen dir als Hilfestellung, um mit bestimmten Ängsten deiner Mitarbeiter umzugehen:

  • Versagensangst: Ich verstehe, dass du Angst hast, es nicht zu schaffen, ich kenne das Gefühl. Aber wir sorgen gemeinsam dafür, dass du es schaffst, wir haben Schulungen, die dir helfen werden. Wir lassen niemanden zurück.
  • Existenzangst: Die Angst vor einer Entlassung aufgrund von Automatisierungen kann ich verstehen, auch ich hatte diese Gedanken schon. Für die nächsten Monate ist unser Job aber sicher. Und selbst wenn dieser Fall eintreten sollte, dann profitierst du von dem Wissen, dass du dir jetzt aneignest.
  • Schwellenangst: Neues zu lernen ist immer eine Herausforderung, das verstehe ich gut. Aber du hast alle Herausforderungen davor auch gemeistert, um jetzt da zu sein, wo du bist. Mit dieser Erfahrung im Rücken gelingt dir auch das.
  • Soziale Angst: Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man sich gerne mit anderen vergleicht. Aber das tut einem nicht gut. Weder du noch ich sollten dich mit anderen vergleichen. Denke einmal daran, was du gestern noch nicht konntest, aber heute kannst.
  • Statusangst: Dein Ruf hängt nicht allein von dieser einen Sache ab. Du hast viele andere Stärken, die dir keiner nimmt.

Denke also immer daran: Indem du die Emotionen deiner Mitarbeiterinnen validierst, redest du sie ihnen nicht aus, sondern gehst auf sie ein und versuchst ihnen gleichzeitig entgegenzutreten. Denn: Gibst du den Ängsten einen Namen, verlieren sie ihren Schrecken.