Alles eine Frage des Stils: Wie führe ich wen?

Den eigenen, erfolgreichen Führungsstil zu finden ist vor allem für junge Führungskräfte eine riesige Herausforderung. Wichtig ist, die Charaktere in deinem Team zu kennen und empathisch und damit situationsabhängig flexibel zu bleiben. Hier einige Tipps, wie das gelingt.

Klar: Der Führungsstil hängt zum großen Teil von den eigenen Charaktereigenschaften ab. Bin ich eher dominant oder aufs Wohl des Teams bedacht? Versuche ich es bei Konflikten doch lieber erst mit Samthandschuhen oder haue ich gleich auf den Tisch? Gute Führung zeichnet sich aber vor allem auch dadurch aus zu wissen, welcher Führungsstil für welchen Mitarbeiter in welcher Situation zielführend ist. Und das eigene Verhalten entsprechend anpassen zu können.

Typfrage…

Da gibt es den Eigenbrötler in deinem Team, der zwar fachlich extrem fit ist, aber schwierige Dinge am liebsten mit sich selber ausmacht und so auch am besten arbeitet. Und es gibt die gute Seele, die erst zu Hochform aufläuft, wenn zwischenmenschliche Spannungen nicht mehr im Weg stehen. All die Charaktere in deinem Team solltest du unterschiedlich führen. Denn die einen reagieren auf Veränderungen verängstigt, während andere neue Situationen als spannende Herausforderung sehen. Wenn du gut führen willst, solltest du die Stärken, Schwächen und Eigenheiten deiner Mitarbeiter kennen – und sie dir immer mal wieder klar vor Augen führen. So vermeidest du unnötige Widerstände und förderst die Motivation.

… oder situationsabhängig?

So sehr wir alle grundsätzliche Eigenschaften haben, die berücksichtigt werden sollten: Nicht in jeder Situation ist jede Maßnahme, die auf den Typ einzahlt, auch zielführend. Klar kannst du eine Weile darauf eingehen, wenn jemand in deinem Team in harmonischem Klima am besten arbeiten kann. Aber irgendwann solltest du aufhören zu diskutieren, auch mal ein Machtwort sprechen und klar die Richtung vorgeben – auch wenn das vielleicht für sie oder ihn ein wenig zu laut und unangenehm wird. Der Königsweg in Sachen erfolgreicher Führungsstil ist also sowohl die verschiedenen Typen zu berücksichtigen als auch situationsabhängig flexibel zu bleiben. Das kann auch stark von der jeweiligen Tagesform abhängen: Ein sehr stabiler und risikofreudiger Mitarbeiter kann auch mal einen schlechten Tag haben und beim kleinsten Konflikt in sich zusammenbrechen. Bleib einfach aufmerksam, empathisch und achte auch auf kleine Signale. Und verabschiede dich grundsätzlich von dem Gedanken, deine Mitarbeiter in jeder Situation auf die gleiche Weise zu führen.

Nimm den Druck raus – vor allem dir selbst gegenüber

Das Allerwichtigste: In Sachen Führungsqualitäten und passendem Führungsstil ist wohl noch kaum ein Meister vom Himmel gefallen. Gute Führung zu lernen ist eine berufslebenslange Aufgabe. Nochmal: Jeder geht mit seinem eigenen, charakteristischen Führungsstil an Führungsaufgaben heran. Diesen auch mal etwas hintenan stellen zu können, wenn es Typ- oder situationsbedingt angemessen ist, lernt man nicht von einem Tag auf den anderen. Du wirst Fehler machen und du wirst auch anecken. Du wirst daraus lernen. Und genau das macht eine gute Führungskraft aus.

Jetzt möchtest du aber erstmal wissen, welche Mitarbeitertypen es genau gibt und wie du dein Team mithilfe von Tests einschätzen kannst? Das passende Modell inklusive Führungstipps gibt’s in „Führungstechniken“ von Christian Zielke.

Team Karriere Boost

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