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Das AHRA-Modell: Was achtsame Führung ausmacht
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Mann und Frau sich abklatschend

Das AHRA-Modell: Was achtsame Führung ausmacht

 Anja Merklin-Wendle
Anja Merklin-Wendle
Content Managerin

Macht, Autorität und Einfluss: Was früher als Führungsanspruch diente, ist heute eher verpönt. Young Professionals bevorzugen eine achtsame Führung, bei der die Führungskraft als Vorbild fungiert und menschlich überzeugt, statt zu befehlen. Hier lernst du das AHRA-Modell kennen und erfährst, was achtsame Führung ausmacht.

Was zeichnet achtsame Führung aus?

Achtsame Führungskräfte versuchen, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu befähigen, damit sie dank ihrer Kompetenzen ihre Ziele erreichen und ihre Tätigkeiten erfolgreich selbstständig erledigen können. Die Generation Y fordert genau dies Umfragen zufolge auch ein. Denn wer daran glaubt, selbst etwas bewirken zu können, ist in höchstem Maße motiviert, selbstsicher und damit produktiv.

Der achtsame und empathische Führungsstil fördert genau das, indem du als Vorgesetzter über die Vorbildfunktion mit gutem Beispiel vorangehst und gleichzeitig kulturelle wie ethische Wegmarken setzt. Achtsame Führungskräfte haben einen großen Gestaltungswillen und eine empathische, menschenzugewandte Haltung und können damit ihr Team dazu bewegen, kreative Arbeit zu leisten. Damit schaffst du es, dem Team Orientierung zu geben, Mitarbeitende in Prozesse und Zusammenhänge einzubinden und sie somit vom Sinn ihrer Aufgaben und Tätigkeiten zu überzeugen.

Das AHRA-Modell beschreibt die Bausteine einer achtsamen und ethischen Führung.

Authentizität (Authenticity)

Achtsame Führungskräfte haben klare und authentische Werte und Überzeugungen, für die sie eintreten und die sie nach außen vermitteln. Um sich dessen bewusster zu werden, helfen diese Überlegungen:

  • Welches sind deine drei Kernwerte?
  • Wie lebst und kommunizierst du sie in deinem Arbeitsumfeld und Privatleben?
  • Wie gehst du mit einem möglichen Dilemma um?

Offenheit (Hearken)

Mit Offenheit und Wertschätzung vermeidest du „organisatorisches Schweigen“ und sammelst stattdessen aktiv das Feedback zu Ideen, Zielen und Mitteln deines Teams ein. Dabei ist es wichtig, das Feedback aktiv anzuregen und einzufordern und natürlich aufmerksam zuzuhören. Das kannst du z. B. nach Präsentationen oder bei Mitarbeitergesprächen tun. Wer aktiv Fragen zu möglichen Verbesserungen aus Sicht der Mitarbeiter stellt, würdigt gleichzeitig ihre Erfahrung auf diesem Gebiet und erhält so wertvollen Input. So öffnen sich nach und nach auch schüchterne Kolleginnen und Kollegen und tragen aktiv zu Veränderungen bei.

Versöhnung (Reconciliation)

Eine gute Führungskraft kann unterschiedliche Interessen und Ziele in Einklang bringen. Dazu bedarf es im Fall eines Dilemmas meist kreativer Lösungen. Versöhnung setzt auf die verschiedenen Inputs (Offenheit) der Mitarbeiter, darf aber auch die Meinung und Werte der Führungskraft (Authentizität) nicht außer Acht lassen. Authentizität und Versöhnung sind in gewisser Weise Gegensätze. Aber beide müssen präsent sein und eine achtsame Führungskraft kann sie in der Regel austarieren. Dazu sollte eine achtsame Führungskraft Probleme oder Dilemma offen ansprechen. Wer transparent die Vor- und Nachteile von Alternativen abwägt, kann seinen Entschluss dem Team authentisch vermitteln und die für alle bestmögliche Lösung finden.

Autorität (Authority)

Die nötige Autorität einer achtsamen Führungskraft sollte erst in der letzten Phase eingesetzt werden. Zunächst solltest du wie oben beschrieben authentische Ziele und Werte festlegen und offen für Rückmeldungen und das Interesse anderer sein. Danach kannst du aktiv versuchen, dies auf konstruktive Weise zum Wohle der meisten Menschen in Einklang zu bringen. Und erst am Ende solltest du dann deine Autorität einsetzen, um nachvollziehbare Entscheidungen zu treffen und die Dinge ins Rollen zu bringen.