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Coaching im Job: So führst du dein Team zu Spitzenleistungen
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Coaching im Job: So führst du dein Team zu Spitzenleistungen

 Susanne Nickel
Susanne Nickel
Executive Coach, Rechtsanwältin & Management-Beraterin

Ein Team besteht aus vielen unterschiedlichen Spielertypen. Um das Beste aus ihm rauszuholen, musst du ein guter Coach sein. Das ist im Unternehmen nicht anders als im Sport! Susanne Nickel zeigt in ihrem Gastbeitrag, wie du mit Coaching-Kompetenz als Führungskraft erfolgreich wirst.

„Mein Mitarbeiter hat einen erhöhten Stresslevel und braucht viel Austausch.“
„Meine Mitarbeiterin klagt jedes Mal darüber, wie schwierig die familiäre Situation ist.“
„Wie soll ich mit Mitarbeitern umgehen, deren Stimmung getrübt ist?“

In der Pandemie sind es die gesunden Menschen, die an ihre Grenzen kommen. Als Chef:in kennst du diese Fragen vielleicht. Und denkst darüber nach, wie du trotz Homeoffice und Distanz den Kontakt zu deinen Mitarbeiter:innen gut aufrechterhalten kannst und wie ihr trotz Schwierigkeiten eure Team- und Unternehmensziele erreicht?

Die Führungskraft als Coach

Führung gelingt am besten auf Augenhöhe und respektvoll. Menschen suchen nach Sinn und wollen einen Beitrag leisten, haben Bedürfnisse und ticken unterschiedlich. Alle Mitarbeiter:innen über einen Kamm zu scheren, ist nicht zielführend. Doch wie kannst du in Führung gehen und das Beste aus deinen Leuten herausholen? Das Zauberwort heißt: COACHING!

Gerade in herausfordernden Zeiten wie diesen brauchen wir wirklich gute Führungskräfte. Das ist nicht die alte Garde, die nur reden und nicht zuhören kann, und für die Mitarbeiterentwicklung und Empathie ein Fremdwort ist. New Leadership geht anders. Auf dem Weg von der alten in die neue Welt wird Führung immer mehr zur Dienstleistung. Weisung und Kontrolle ist längst nicht mehr das Allheilmittel. Mehr Coach als Dirigent ist die Devise.

Coaching mit der Skalierungsfrage

Ich möchte dir direkt eine ganz einfache Technik vorstellen: die Skalierungsfrage. Sie hilft dir, richtig eingesetzt, bei der Selbst- und Mitarbeiterführung und du kannst sie gleich einsetzen:

#Mitarbeiterführung:

Du könntest deinen Mitarbeiter:innen folgende Frage stellen. „Auf einer Skala von 1 bis 10: wie geht es dir heute?“ (1 heißt ‚sehr schlecht‘ und 10 ‚sehr gut‘)Oder: „Wo stehst du auf der Skala bei der Aufgabe xy oder beim Projekt yz?“ Auf diese Art kannst du auch Fertigkeiten und Kompetenzausprägungen abfragen.

Mit der Skalierung vermeidest du schwammige Antworten wie ‚gut‘, ‚ok‘ oder ‚schlecht‘ oder ‚passt schon‘. Das ist nämlich wenig aussagekräftig. Durch die Skalierung erhältst du einen differenzierten Status quo.
Im nächsten Schritt kann es um die Weiterentwicklung gehen. Wenn dein Gegenüber sagt, „bei der Erledigung der Aufgabe sehe ich mich auf der 5“, dann könntest du anschließen „Was brauchst du, um auf die 5,5 oder die 6 zu kommen?“ Oder „was kann ich als dein/e Chef:in tun, damit du einen Schritt weiterkommst?“ Oder „was kannst du selbst tun, um einen kleinen Schritt weiter zu kommen?“ Das bringt deine Leute auf die Dauer mehr in die Eigenverantwortung.

Tipp: Du kannst auch zuerst eine eigene Einschätzung zur Thematik der Mitarbeiterin auf der Skalierung vornehmen und dann checken, wie weit deine Einschätzung mit ihrer matcht. Wenn du deinen Mitarbeiter beispielsweise beim Projektfortschritt auf der 4 siehst und er sich auf der 7, dann habt ihr konkreteren Redebedarf.

#Selbstführung:

Du kannst dich morgens im Bett, bevor du aufstehst, selbst fragen: Auf einer Skala von 1 bis 10 (1 heißt wieder sehr schlecht und 10 sehr gut): Wie fühle ich mich oder wie geht’s mir heute? Wenn du über längere Zeit unter der 5 bist, dann solltest du etwas verändern. Gegebenenfalls brauchst du mehr Selbstfürsorge oder etwas anderes passt nicht. Durch die Anwendung der Skalierungsfrage kannst du deinen Zustand über ein paar Wochen evaluieren und dann Maßnahmen zur Verbesserung ergreifen.





Menschliche Führung

Coachingtechniken helfen dir dich selbst und deine Mitarbeiter:innen besser zu führen. Menschen wollen von Menschen und nicht von Maschinen geführt werden. Gerade in problematischen Zeiten wie in der Krise brauchen wir Führungskräfte, die Coachingtechniken mit einer wertschätzenden Haltung anwenden und damit Mitarbeiter empowern und motivieren. Mittels Coaching kannst du die Ressourcen deiner Mitarbeiter:innen heben und sie in ihrer Entwicklung fördern. Gerade im agilen Umfeld brauchen wir Mitarbeiter und Führungskräfte, die in die Eigenverantwortung gehen und mitdenken. Leadership ohne Coaching ist in Zukunft kaum noch vorstellbar.

Wenn du tiefer in die Materie einsteigen möchtest, empfehle ich dir mein Online-Training „Die Führungskraft als Coach“.