Besser führen mit den Tools gewaltfreier Kommunikation

Zugegeben – für den einen oder anderen mag es ein wenig esoterisch klingen: Gewaltfreie Kommunikation. Grundsätzlich ist das ein Handlungskonzept, das für bessere Kommunikation sorgt. Bestandteile dieser Methodik sind beispielsweise Ich-Botschaften oder die Kommunikation auf Augenhöhe. Diese Bestandteile wollen wir in diesem Artikel ein wenig näher vorstellen.

Fehlende Kommunikationskultur? Das kann teuer werden!

Die meisten Unternehmen befinden sich im permanenten Optimierungsprozess. Ob neue Projektmanagement-Tools, Balanced Scorecards, Gesundheitsprogramme oder die Definition von Unternehmenswerten: Es gibt kaum einen Bereich, an dem nicht ständig geschraubt wird. Was dabei oft vergessen wird, ist die Kommunikationskultur. Die Forschung zeigt uns: Nur 10 Prozent der Verständigung ist verbal. 90 Prozent bewegen sich auf der Beziehungsebene, die sich unter der Oberfläche abspielt. Es sind also in aller Regel keine schnell zu klärenden Sachfragen, die die Zusammenarbeit behindern. Sondern Konflikte, die im Untergrund brodeln und nicht ausgesprochen werden. So erleiden alle Unternehmen und Organisationen im täglichen Prozess des Miteinanders teure Verluste.  Statt eines ehrlichen und lebendigen Austauschs und einer gesunden Diskussionskultur herrscht gefährliche Scheinharmonie. Die langfristigen Folgen: Hohe Fluktuation und Krankenstände und der Verlust von Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit.

Kalte Konflikte entschärfen mit gewaltfreier Kommunikation

Kalte Konflikte sind wie der weiße Elefant in der Ecke: Jeder weiß, dass sie da sind aber keiner spricht darüber. Es sind über lange Zeit angestaute Differenzen oder Probleme, die nie offen angesprochen werden. Der Weg dieser wortlosen Spannungen ist meist vorgezeichnet: Unzufriedenheit, innere Kündigung, echte Kündigung oder Sabotageakte. Du als Führungskraft kannst dazu beitragen, dass es nicht soweit kommt. Beobachte, wie die hierarchische Struktur in deinem Unternehmen wirkt. Kommunizierst du mit deinem Team auf Augenhöhe? Oder gibt es in eurem Team ein Glaubenssystem von „richtig“ und „falsch“? Richtig wie: Der Chef setzt sich immer durch? Richtig wie: Die Mitarbeiter haben sich unterzuordnen?  Falls das so ist, versuche von „es kann nur einer gewinnen“ zu einer „sowohl als auch“-Haltung zu gelangen. Wenn deine Mitarbeiter merken, dass du nicht in Kategorien wie „gut und böse“ oder „oben und unten“ denkst, sondern ihre Meinung gelten lässt und daran ernsthaft interessiert bist, werden Spannungen und Probleme schneller angesprochen. Und entwickeln sich erst gar nicht zum kalten Konflikt.

Gewaltfrei besser führen

Augenhöhe stellst du nicht nur über deine Einstellung, sondern auch über die Sprache her. Hier einige Tipps:

  • Die Ich-Botschaft: Mittlerweile hinlänglich bekannt und dennoch so wichtig. Wenn Menschen hören, sie seien Schuld an deinen Gefühlen, nimmt ihre Bereitschaft dir zuzuhören drastisch ab.
  • Vorannahmen überprüfen: Nehmen wir an, einer deiner Mitarbeiter kommt ständig zu spät. Hier wird häufig mit Etikettierungen („Du kommst immer zu spät“) oder der Androhung von Sanktionen gearbeitet. Besser: Frag nach den Gründen, warum er oder sie immer spät dran ist. Und: Sprich es früh an. Je länger dein Ärger schwelt, umso schwieriger wird die Auflösung des Konflikts.
  • Achte darauf, ob du Feindbilder aufbaust: In kalten Konflikten neigen wir dazu, durch weiteres Grübeln über das Gegenüber Generalisierungen aufzubauen. Der Chef ist ein Tyrann, der Mitarbeiter ein Schmarotzer, der Kollege eine Nervensäge. Das schlägt sich auch in der Sprache nieder. Wenn du beherzigst, dass du entscheidest wie du die Welt siehst und nicht die anderen, kannst du diesen Kreis durchbrechen.

Mehr lesen: „Gewaltfreie Kommunikation“ von Andreas Basu und Liane Faust.

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