Sei du selbst: Authentisch führen heißt besser führen

Du schaffst es nicht, dein Team zu motivieren und mitzureißen? Dann probier’s mal mit Glaubwürdigkeit. Authentisch führen – so gelingt es dir.

Nun bist du schon eine ganze Weile Führungskraft und stellst fest: Deine Truppe ist hier und da doch relativ lustlos und unmotiviert. Euch fehlen frische Ideen, neue Impulse, eigenes Engagement der einzelnen Teammitglieder. Du kriegst deine Leute einfach nicht dazu, dir zu folgen, deine Ideen begeistert mitzutragen und dich zu unterstützen. Nun, vielleicht liegt es daran, dass sie dir nicht abnehmen, was du ihnen erzählst. Dass ihnen das Vertrauen in dich fehlt. Doch was kannst du dagegen tun?

Erfolgsformel „Authentisch führen“

Eins ist dir klar: Irgendetwas muss passieren. Weg 1: Du setzt bei deinen Mitarbeitern an. Also buchst du ein Seminar, um dort zu lernen, wie du das Verhalten deiner Mitarbeiter verändern – böse Zungen würden sagen: manipulieren kannst. Oder du entscheidest dich für Weg 2: Du beginnst, dich selbst zu hinterfragen und deinen Führungsstil zu durchleuchten. Bin ich authentisch oder spiele ich nur die Rolle der Führungskraft? Stehe ich hinter den Werten, für die das Unternehmen steht? Kann ich unsere Ziele glaubwürdig vertreten und die anderen so dafür begeistern? Klar, das ist sicherlich der unbequemere und steinigere Weg. Aber eben auch der erfolgversprechendere. Denn warum sollte dein Team motiviert und überzeugt sein, wenn du es selbst nicht bist? Warum sollten sie ihr Verhalten ändern und sich in Selbstreflexion üben, wenn du dazu nicht bereit bist? So lange du nicht wirklich glaubwürdig bist, wirst du die Herzen deines Teams nur schwerlich für dich gewinnen.

Soziale Kompetenz als Schlüssel

Glaubwürdigkeit liegt, laut einer Studie der Akademie für Führungskräfte in Überlingen, weit vor Fachkompetenz oder Kreativität, wenn es um die wichtigsten Leitungskompetenzen geht. Denn Authentizität schafft Vertrauen. Vertraut dir dein Team, werden sie dir auch folgen. Die Voraussetzung dafür ist soziale Kompetenz – und diese basiert unter anderem auf folgenden Kriterien:

  1. Empathie. Du bist in der Lage, durch zumeist nonverbale Signale in die Gefühlswelt deines Gegenübers einzutauchen. Das heißt auch: Nicht nur zuhören. Sondern hinhören. Stell offene Fragen und nimm auch das wahr, was nicht gesagt wird. Und hüte dich davor, einfach nur das Füllhorn deiner unendlichen Führungsweisheiten über deinen Mitarbeitern auszuschütten. Klar, das kostet alles ein wenig mehr Zeit. Erspart in der Folge aber jede Menge Missverständnisse und fruchtlose Überzeugungsversuche.
  2. Lösungsorientierte Ausrichtung. Menschen ändern sich nicht, weil sie die Vergangenheit verstehen. Sondern wenn sie ein positives Bild von der Zukunft haben, das sie wahr machen möchten. Natürlich kann man aus der Vergangenheit lernen. Aber nicht mit ihr die Zukunft gestalten. Also: Was du für möglich hältst, wird zu einer Chance für dein Team. Lass dazu die vermeintlichen Wahrheiten los, die auf den Erfahrungen der Vergangenheit beruhen und denke neu. Dein Team wird dir folgen, wenn du davon überzeugt bist, dass es klappen kann. Und du ihnen die Möglichkeit gibst, diese Vision auch mitzugestalten.
  3. Querdenker unterstützen. Nicht-konforme Mitarbeiter, die sich nicht oder noch nicht in die Unternehmenskultur angepasst haben, geben dir wertvolle Hinweise darauf, was möglicherweise im Team nicht ganz rund läuft. Sie sind Detektoren für ungeschriebene Regeln und Gesetze, die oft Innovationen verhindern und Stillstand nach sich ziehen. Schau also hin und prüfe genau, worauf dieses nicht-konforme Verhalten zurückzuführen ist. Weist es auf einen Systemfehler hin? Oder liegt es dann am Ende doch an mangelnden Fähigkeiten und fehlender sozialer Kompetenz dieses Mitarbeiters?

Stärken und Nicht-Stärken: Akzeptiere die Grenzen

Die Fähigkeit zur Reflexion ist eine der größten Stärken guter Führungskräfte. Das heißt aber eben auch, dass du über deine Stärken und Schwächen Bescheid weißt. Und dir bewusst bist, dass aus Nicht-Stärken niemals riesige Begabungen werden. Sondern dass du in bestimmten Bereichen vielleicht nur Mittelmaß erreichst. Das zu akzeptieren, macht dich zu einem authentischen Menschen, dem andere gerne und mit Begeisterung folgen.

Du willst mehr darüber erfahren, was authentische Führung ausmacht, was sie kann und wie du deinen eigenen, authentischen Führungsstil entwickelst? Dann wirf einen Blick ins Haufe-Fachbuch „Authentisch führen“ von Martin Salzwedel und Ulf Tödter.

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