Alles agil – warum das nicht funktionieren kann!

Alles agil und das am besten sofort? Unsere Gastautorin Dominique Stroh zeigt in ihrem Beitrag, warum man vor und in Change-Prozessen besser ab und zu mal innehalten sollte.

Liebe Unternehmen, warum muss denn eigentlich alles agil sein und das am besten gleich? Der Markt dreht sich und das Change Karussell gleich mit. Veränderung zählt inzwischen zu unserem Alltag, ob es aus persönlicher Sicht die Selbstoptimierung ist. Grundsätzlich die persönliche Entwicklung, die dank Maslows Einschätzung wohl zur Selbstverwirklichung zählt. Oder VUCA uns als Unternehmen insoweit herausfordert, dass wir als Antwort eine agile Arbeitsform etablieren wollen. Egal ob persönlich oder geschäftlich – es geht einem doch immer um das Gleiche – „mithalten können“.

Daher sind die aktuellen Veränderungen in der Geschäftswelt schon lange nicht mehr nur reine Job Sache, die ich nach Feierabend, wenn ich die Tür schließe, auch dahinter lassen kann und erst am nächsten Morgen wieder betrachte. NEIN. Diese Veränderung betrifft uns persönlich. Denn Change hat sehr viel mit deiner Veränderungskompetenz zu tun. Das Bedürfnis nach Sicherheit ist besonders in solch rasanten Zeiten größer denn je. Wir suchen (das ist auch menschlich) nach Möglichkeiten, dieses Bedürfnis zu befriedigen.

Agilität „asap“!

Und nun geht es um Agilität, die Beweglichkeit eines Unternehmens. Nur sind wir als Teil des Unternehmens gleich mitgefordert und dürfen „aber asap“ genauso beweglich sein.

Dem einen gelingt das womöglich besser, da es zum persönlichen Arbeitsstil passt, anderen fällt es doch sichtlich schwerer. Aber auch Unternehmen fordern sich sehr stark selbst heraus, indem Prozesse mir nichts dir nichts nach Scrum gestaltet werden und die Organisation gleich mit, wer braucht schon Führung, es lebe der Scrum Master!

Eine Idee. Wenn der Markt hektisch wird, muss doch nicht gleich das ganze Unternehmen oder du als Person, besonders wenn du Führungskraft bist, diese Hektik auf das gesamte Unternehmen übertragen?!

Wenn ich mich für eine neue Arbeitsweise entscheide, dann sollte erst mal hinterfragt werden. Was macht Sinn? Wie arbeiten wir jetzt und wie wollen wir in Zukunft arbeiten? Und wie kann ein Weg aussehen um jedem Kollegen in dem Prozess Sicherheit zu schenken, um gleichzeitig nachhaltig neue Arbeitsformen zu etablieren. Und bekomme ich jeden persönlich mitgenommen auf diese Reise, die Veränderung für jeden bedeutet?

Viele Fragen! Das Problem, es gibt Stand jetzt nicht die EINE ANTWORT darauf.

Auch hier nur eine Idee; welche Haltung hat dein Unternehmen? Deine Führungskräfte? Deine Mitarbeiter?

Denn alles steht und fällt im Change mit den Menschen die diesen Change leben. Scrum, Design Thinking und Co, das sind alles Methoden bzw. Prozesse – aber dahinter steckt jede Menge Haltung zur Art und Weise wie wir MITEINANDER arbeiten und erst wenn wir das verstehen, dann beginnt auch die Beweglichkeit, vor allem im Kopf.

Lass also im Kleinen beginnen, um Großes zu erreichen!

Weiterlesen?

Wie es in der Praxis gelingt, dem Change gelassen zu begegnen und wie „Alltagsagilität“ funktioniert, dazu erfahrt ihr mehr in Dominique Strohs Buch „Agil geht anders“, das im Oktober 2019 bei Schäffer-Poeschel erscheint.

Hier geht’s zum Buch
Dominique Stroh

Dominique Stroh

Dominique Stroh ist seit 10 Jahren Führungskraft und weiß aus ihrer Zeit als Beraterin, dass über Führung reden und es selber machen ein echter Unterschied ist. Seither unterstützt sie Führungskräfte in deren Entwicklung. Zugleich arbeitet sie als Geschäftsstellenleitern für GULP Information Services GmbH und hat dort ebenso das erste Mal in der Personalberatungsbranche agiles Arbeiten im Vertrieb und Recruiting etabliert. Agiles Arbeiten ist für sie eine Antwort unter Vielen, allerdings geht es immer erst um die Haltung als Führungskraft aus ihrer Sicht. Als Agile Coach weiß sie um den Wert der menschenorientieren Arbeitsweise. Schon während ihres Studiums war der Mensch im Mittelpunkt, in ihrem M.A Business Coaching & Change Management lernte sie viel über die systemischen Ansätze, die sie bis heute mit der agilen Arbeitsweise verbindet. Ob als Führungskraft bei GULP, als Beraterin, Agile Coach, Speaker oder Autor geht es ihr inzwischen darum, die Dinge einfach zu gestalten und für jeden leicht umsetzbar. Auch ihre Hochschultätigkeit gab die Idee dazu, es auch mal wieder kindlicher und unbeschwerter zu betrachten wenn Change im vollen Gange ist.

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