Schluss mit betreutem Lesen: 4 Tipps für gute Präsentationen

Wir alle kennen solche Präsentationen: Der Referent klickt sich durch Powerpoints epischen Ausmaßes, die Satz für Satz und Seite für Seite vorgelesen werden. Und die spätestens nach dem ersten Kapitel das Publikum entweder geistig abwesend oder verwirrt zurücklassen. Denn während der Vortragende bereits den dritten Bulletpoint erläutert, sind einige noch beim ersten Punkt. Der Rest hat keine Lust auf betreutes Lesen, hofft auf ein lückenloses Handout und schaltet ab. Wir geben dir ein paar Tipps, wie deine Präsentationen besser gelingen.

Tipp 1: Sagen, zeigen, dokumentieren

Zunächst solltest du dich von dem Gedanken verabschieden, die Powerpoint-Präsentation als Mehrzweck-Werkzeug verwenden zu können. Es wird nicht funktionieren, die Folien sowohl als Teleprompter für deinen Vortrag als auch als Handout für dein Publikum zu verwenden. Gliedere deine Arbeitsmaterialien stattdessen auf. Als Erstes erstellst du auf Zetteln oder Karteikarten deinen Vortrag – entweder in Stichpunkten oder ausformuliert. Die Powerpoint dient im zweiten Schritt der Erklärung und Ausformulierung einzelner Aspekte. In Schritt drei wird schließlich alles zusammengeführt – damit steht dann auch das Handout.

Tipp 2: Keep it short, keep it simple

Was genau soll deine Powerpoint denn nun enthalten? Hier gilt der Maßstab: Bilde das ab, was dein Publikum braucht, damit es das Gesagte verstehen kann, lernen kann und es nachempfinden kann. Zeige das, was notwendig ist, nicht das, was möglich ist. Für die Formulierung gilt: Es müssen nicht unbedingt die von vielen Referenten so geliebten Ein-Wort-Sätze sein. Auch nach dem Bulletpoint darf ein ganzer Satz folgen, inklusive Subjekt und Prädikat. Wichtig ist: Pro Chart nur ein Gedanke. Muss dein Publikum erst mühsam durchdringen, was da eben an die Wand geworfen wird, ziehst du die Aufmerksamkeit wieder von dir ab.

Tipp 3: Einheitlichkeit sticht

Auch wenn die Technik jede Menge hergibt: Beschränke dich auf eine Schriftart. Und sei sparsam beim Einsatz verschiedener Schriftgrößen. All das macht es nur mühsamer für dein Publikum. Auch durchgehend in Großbuchstaben zu schreiben empfiehlt sich eher weniger – keiner möchte permanent angeschrien werden. Auch Effekte wie einfliegende oder hüpfende Buchstaben sind zwar möglich, aber keinesfalls notwendig. Besser: Finger weg davon!

Tipp 4: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Besonders gut geeignet, das Gesagte zu illustrieren und dafür zu sorgen, dass dein Publikum das Gesagte auch wirklich erlebt, sind Bilder. Hier empfehlen sich individuelle Fotos – zwar finden sich auch passende Motive in den einschlägigen Bilddatenbanken. Besser ist es allerdings, eigene Fotos zu verwenden. Sei es dein Team bei der Arbeit, der Kunde am Messestand oder ein Blick in die Fabrikhalle: Menschen sehen gerne echte Menschen und am liebsten sich selbst, ihre Kollegen oder ihre Produkte. Viel lieber als Symbolbilder. In Sachen Text solltest du auch hier sparsam sein – oder ganz darauf verzichten. Lass die Bilder wirken. Und klick sie nicht gleich wieder weg, sondern lass sie noch ein wenig länger stehen, während du weiter vorträgst.

Viele weitere Tipps, Übungen und Checklisten, nicht nur rund um die Präsentation, sondern auch, wie du gute Berichte schreibst oder besser moderierst, findest du in „Perfekt schreiben, reden, moderieren, präsentieren“ von Werner Lauff.

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