Private Internetnutzung: Was am Arbeitsrechner tabu ist

Du kennst das: Mal eben eine private Mail am Arbeitsrechner gecheckt, kurz auf Facebook geklickt, in der Pause ein bisschen gesurft. Die Versuchung ist groß, aber der Arbeitgeber womöglich not amused! Wann du dem Ruf des Internets besser nicht folgen solltest, erfährst du hier!

Die schlechte Nachricht vorweg: Private Internetnutzung am Arbeitsplatz ist laut Gesetz verboten. Spielverderber, denkst du dir jetzt. Vom Standpunkt des Arbeitgebers aus gesehen aber durchaus nachvollziehbar. Immerhin bezahlt er dich nicht dafür, dass du dir Katzenvideos anschaust (auch wenn wir die stimmungshebende Wirkung nachvollziehen können). Jetzt die gute Nachricht: Viele Unternehmen drücken ein Auge zu und erlauben die private Internetnutzung am Arbeitsrechner in Maßen.

Private Internetnutzung am Arbeitsplatz

In einigen Unternehmen ist die private Internetnutzung am Arbeitsplatz strikt untersagt, andere wiederum erlauben oder dulden diese. Hier solltest du dich auf jeden Fall bei deinem Arbeitgeber informieren. Möglicherweise findest du auch einen Hinweis in deinem Arbeitsvertrag oder es gibt eine Betriebsvereinbarung.

Wenn du trotzdem glaubst, es spiele sowieso keine Rolle, weil dein Chef ja nicht neben dir steht und dir auf die Tasten schaut, dann liegst du nicht ganz richtig. Denn das muss er auch nicht: Dein Arbeitgeber kann nämlich auch deinen Browserverlauf kontrollieren. Er darf auch an deinen Arbeitsrechner, wenn du z. B. längere Zeit krank bist und es aus Vertretungsgründen erforderlich ist. Eine dauerhafte technische Überwachung deines Rechners ist zwar nicht erlaubt und generell nur stichprobenartig bei einem triftigen Grund gestattet, dennoch solltest du das nicht auf die leichter Schulter nehmen. Du willst deinen Job schließlich behalten.

Technische Überwachung – keine Zukunftsmusik

Rein technisch ist bereits viel möglich: Programme wie Time Doctor, Activtrak oder Vericlock erstellen in regelmäßigen Abständen Screenshots oder erstellen Protokolle über die Verweildauer auf verschiedenen Webseiten. Sie erstellen sogar eine Meldung bei festgelegten Schlüsselwörtern in E-Mails. Das klingt schon beängstigend, aber: In Deutschland ist diese strenge und ständige Überwachung, wie bereits erwähnt, so nicht erlaubt. Zudem muss ein Unternehmen seine regulären Überwachungen der PCs offen mitteilen. Bist du dir nicht sicher, welche Maßnahmen dein Arbeitgeber ergriffen hat, ist es ratsam, wenn du dich darüber z. B. beim Betriebsrat informierst.

Das gehört sich nicht!

Bist du dir sicher, dass die private Internetnutzung am Arbeitsrechner erlaubt ist, ist es in Ordnung, mal in die privaten Mails zu schauen oder ein Kinoticket zu reservieren. Überhandnehmen sollte es nicht. Was du aber auch mit Erlaubnis besser nicht googeln solltest, denn man weiß ja nie:

  • Dating: Wir gönnen dir den Partner fürs Leben! Besser ist es aber, wenn du ihn außerhalb der Arbeitszeit suchst und nicht währenddessen auf Dating Portalen.
  • Jobsuche: Du bist nicht so happy in deinem Job oder suchst eine neue Herausforderung? Dass du einen Kurswechsel anstrebst, ist prima! Aber verlege auch das besser auf die Zeit nach der Arbeit.
  • Veranstaltungen: Ob es die Geburtstagsfeier für Freunde ist, die Party am Freitagabend oder die anstehende Urlaubsreise – solche Freizeitaktivitäten planst du am besten auch in deiner Freizeit. Denn damit signalisierst du deinem Arbeitgeber, dass du dich lieber auf Freizeitspaß als auf deine Arbeit konzentrierst.
  • Nebenjob: Du hast einen Zweitjob und möchtest für diesen etwas an deinem Geschäftsrechner erledigen? Keine gute Idee, immerhin bezahlt dein Chef dich nicht für diesen Job.
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