Karrierefalle: Vernunft vor Leidenschaft?

Noch vor einigen Jahren war es das A und O, dass der Lebenslauf lückenlos war und man nicht durch allzu viele Wechsel als Job Hopper abgestempelt wurde. Warum sich das geändert hat, erklärt Recruiting-Profi Frank Rechsteiner in seinem neuen Beitrag.

Als der Arbeitsmarkt vor einigen Jahren noch ein Arbeitgebermarkt war und sich die Unternehmen aus einer Vielzahl von Bewerbern aussuchen konnten, welchen sie wählen, war es für dich als Kandidat sehr wichtig darauf zu achten, dass dein CV lückenlos und stetig war. Du musstest dir darüber im Klaren sein, dass ein oder zwei schnelle Jobwechsel nicht zu deinem Vorteil ausgelegt wurden.

Im Wandel der Zeit

Heute befinden wir uns in einem Arbeitnehmermarkt, d.h. die Entscheidungsmacht, ob du einen Job annimmst oder nicht – liegt auf Seiten der Kandidaten. Viele Unternehmen suchen händeringend nach Experten und in diesen Zeiten, können es sich die Kandidaten erlauben auch was auszuprobieren und dann auch wieder zurück zum bekannten Job zu gehen. Die Stetigkeit deines CV’s spielt hier nur noch eine untergeordnete Rolle. Es werden zum Teil Kandidaten bevorzugt, die auch was Neues versuchen und nicht immer nur dieselben Jobs machen wollen.

Jobwechsel: Vernunft vor Leidenschaft war gestern

Da erzählt mir Joseph P. dass er doch so gerne diese neue Herausforderung annehmen möchte. Das Unternehmen, die Kollegen und die Aufgabe passen sehr gut. Doch er hat erst vor ca. 4 Monaten einen neuen Job angenommen und dieser passt nicht so wirklich. Um offen zu sagen, ihm wurden von seinem neuen Arbeitgeber viele Leistungen versprochen und dann doch recht wenig bisher gehalten. Jetzt will er nicht schon nach 4 Monaten von Board gehen – „Wie würde das in seinem CV aussehen?“

  • Die Vernunft sagt: Bleib in diesem Job, dein CV ist wichtig und du darfst auf keinen Fall als „Job Hopper“ abgestempelt werden.
  • Die Leidenschaft sagt: Mach was Neues, das Alte langweilt dich doch zu sehr. Nun ist guter Rat teuer, oder was würdest du an dieser Stelle machen?

Expertenrat:

Sei kein „CV-König“ – höre auf dein Herz und folge deiner Leidenschaft. Du bist nicht gleich ein Job Hopper, nur weil du nach 4 Monaten feststellst, dass der neue Job einfach nicht zu dir passt. Es ist sehr oft eine Frage der Argumentation, warum du eine Stelle schnell wechselst – zeige Mut und folge deiner Leidenschaft.

Folgende Argumente für einen Jobwechsel kannst du verwenden:

  • Mein Arbeitgeber hat leider nicht gehalten was er versprochen hat
  • Meine Tätigkeit entspricht leider nicht meinen Erwartungen
  • Ich möchte mit fachlich und persönlich weiterentwickeln

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Frank Rechsteiner

Frank Rechsteiner

Frank Rechsteiner ist Inhaber der Hype Group, die auf Executive - Recruiting und Strategieberatung für IT-Unternehmen spezialisiert ist. Zuvor hatte er langjährige Führungspositionen bei internationalen IT-Anbietern inne. Mit regelmäßigen Umfragen und Studien ermittelt er Trends im IT-Arbeits- und -Bewerbermarkt. Als Autor schreibt Frank Rechsteiner für den Springer Gabler Verlag Fachbücher, unter anderem zum Thema „Kulturbasiertes IT-Recruiting“.

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