Handeln oder aussitzen? Entscheide dich bewusst!

Handeln oder aussitzen? Für beides gibt es gute Gründe. Und beides kann in manchen Situationen richtig sein. Wichtig ist es – so Hartmut Walz in seinem aktuellen Beitrag – sich bewusst zu sein, dass auch das, was wir nicht tun, Konsequenzen für uns hat.

Beim Entscheiden helfen dir wenige einfach geniale Entscheidungsmuster – auch Metaregeln genannt. Vorteil: Mit ihnen kannst du eine große Zahl ganz unterschiedlicher Situationen bewältigen. Ich hatte dir das Pareto-Prinzip und „die Deckstühle auf der sinkenden Titanic“ vorgestellt. Hier eine weitere wichtige Maxime für dein Handeln.

Denke nach und entscheide dich

Schon die Deckstühle auf der sinkenden Titanic zeigten: Wichtiger, als etwas richtig zu tun, ist, das Richtige zu tun. Also nicht Geschäftigkeit und Aktivität um ihrer selbst Willen zählen. Nicht das schnelle Laufen an sich, sondern das Laufen in die richtige Richtung ist entscheidend.

Voraussetzung dafür ist die Überlegung, was das Richtige ist. Du solltest also bewusst Innehalten und dir Gedanken machen. Und jetzt kommt´s: Und dann solltest du dich auch entscheiden!

Alles Analysieren, Abwägen, Bedenken muss letztlich zu einer bewussten Entscheidung von dir führen. Warum?

Zwei Überlegungen sind hier wichtig

Erstens: „Selbst wenn du auf dem richtigen Weg bist, wirst du überrollt, wenn du dort nur herumsitzt.“

Deine Gedanken und Überlegungen können noch so schlau sein. Sie sind nur in deinem Kopf. Sie sind nur Theorie. Du musst sie nach außen umsetzen.

Zweitens: Nichtstun bewirkt nicht nichts.

Wir neigen gern dazu, die Verantwortung abzugeben. Wir machen im Zweifel lieber nichts, als womöglich das Falsche zu tun. Wir denken oft, wenn ich nichts tue, passiert schon nichts.

Doch die Welt um dich herum bewegt sich weiter. Selbst wenn du still stehen bliebst, passiert etwas um dich herum und letztlich mit dir.

Du musst dich entscheiden

Nichtentscheiden, tatenloses Zusehen, Dulden, Ignorieren oder Starre liefern dich aus und machen dich abhängig von dem, was um dich herum geschieht. Und was andere für dich entscheiden.

Es gibt einen riesigen Unterschied zwischen deinem Nichthandeln, weil du dich nicht entscheiden kannst oder willst (Entscheidungslähmung, Bequemlichkeit oder Verantwortungsscheue) einerseits und der bewussten Entscheidung für dein absichtliches Nichthandeln andererseits.

Sei kein Blatt im Wind. Lass nicht mit dir geschehen, was geschieht. Sondern nimm dein Schicksal in die eigene Hand.

Den Unterschied macht die wohl überlegte eigene Entscheidung. Frage dich:

Was passiert, wenn ich nichts tue?

Manchmal kann es tatsächlich gut sein, nichts zu tun. Etwas absichtlich auszusitzen oder den Status quo fortzuführen. Ein paar Beispiele:

Bewusst eine Nacht darüber schlafen, und erst dann zu entscheiden, gibt dir die Möglichkeit, spontane Kurzschlussaktionen zu vermeiden und mit einem gewissen Abstand, die Situation nachhaltiger zu meistern.

Bei der Geldanlage ist das sogenannte passive Investieren nachweisbar erfolgreicher, als hektisches Kaufen und Verkaufen. Hin und Her macht Taschen leer. Die langfristige positive Tendenz am Aktienmarkt rechtfertigt hingegen das gelassene Abwarten auf steigende Kurse.

Diese bewusste Entscheidung, etwas zu tun oder eben zu lassen, macht dich zum Herr (oder zur Frau) über dein eigenes Leben.

Mache dir klar: „Wir sind nicht nur für das verantwortlich, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.“ Und wenn wir nichts tun, passiert nicht nichts.

Soviel zu dieser Metaregel. Gerne beim nächsten Mal mehr. Damit deine beruflichen Entscheidungen auch weiterhin einfach genial sind.

Ihr wollt mehr darüber erfahren, wie ihr bessere Entscheidungen treffen könnt – sei es im Job, im Privatleben oder in Geldfragen? In „Einfach genial entscheiden“ und „Einfach genial entscheiden in Geld- und Finanzfragen“ von Hartmut Walz könnt ihr euch schlau machen!

Hartmut Walz

Hartmut Walz

Prof. Dr. Hartmut Walz ist ein führender Verhaltensökonom und Entscheidungsexperte. Sein Kerngebiet ist die Schnittstelle zwischen Ökonomie und Psychologie, insbesondere die Frage, wie wir (noch) besser entscheiden. Als Professor, Redner und Autor hat es sich Walz zum Ziel gemacht, möglichst viele Menschen von den Erkenntnissen der Verhaltensökonomie profitieren zu lassen. Dies tut er anschaulich, in leicht verständlichen Bildern, mit AHA-Effekt und Augenzwinkern. Walz ist Autor zahlreicher Fachartikel, der HAUFE-Bücher „Einfach genial entscheiden“ und „Einfach genial entscheiden in Geld- und Finanzfragen“ sowie des Hartmut Walz Finanzblog.

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