Gleiches Gehalt für Frauen: 4 Tipps wie ihr mehr rausholt

Ja, wir sprechen schon seit sehr, sehr lange Zeit über sie: Die Gender Pay Gap. Und nein, bisher hat sich noch nicht grundlegend etwas an der Tatsache geändert, dass Frauen für gleichwertige Arbeit teils eklatant weniger bekommen als ihre männlichen Kollegen. Das liegt bei Weitem nicht nur an zahlungsunwilligen Arbeitgebern. Frauen haben tendenziell auch die ungute Gabe, in Gehaltsverhandlungen die eigene Leistung geringer einzuschätzen – und damit auch ihren Wert, zumindest in Euros berechnet. Wir haben ein paar Tipps für dich zusammengestellt, wie du als Frau die Chancen auf mehr Geld erhöhst.

Gehaltsverhandlungen: Fordern lernen

Dir ist Geld nicht so wichtig? Du legst mehr Wert auf spannende Aufgaben, ein tolles Team und gute Beziehungen zu deinen Kunden? Das ist natürlich erst einmal lobenswert. Gute Stimmung im Team und zufriedene Kunden halten Firmen am Laufen. Was das Geld angeht: Fordere grundsätzlich mehr! Auch wenn es auf deiner Prio-Liste nicht ganz oben steht. Warum du das tun solltest? Wenn du zu wenig forderst, wirst du nicht etwa für bescheiden gehalten, sondern für weniger kompetent, überzeugt und motiviert. Tipp 1: Bevor du dich bewirbst oder in Gehaltsverhandlungen gehst, check vorher im Internet, welches Gehalt für deine Position und deine Branche üblich ist – beispielsweise auf gehalt.de oder lohnspiegel.de. Meist findest du hier eine Von-bis-Skala. Tipp 2: Orientier dich am oberen Ende der Skala, nicht am unteren. Auch wenn es dir schwerfällt. Die meisten Chefs werden dich kaum für unverschämt halten, sondern eher denken: „Wow, die traut sich was.“ Und herunterhandeln können (und werden) sie dich dann ohnehin noch.

Mehr Geld geht nicht? Dann fordere einen Ausgleich

Die Verhandlung geht ihrem Ende entgegen und es wird klar: Mehr Gehalt kann oder will der (neue) Arbeitgeber nicht zahlen? Dann fordere Ersatzleistungen. Eine Teamassistenz, mehr Freizeit – was auch immer du dir so vorstellst. Gib dich nicht einfach so mit dem angebotenen Gehalt zufrieden. Das wird dir als Schwäche ausgelegt. Wenn du allerdings deine Forderungen sachlich fundiert, klar und vehement vertrittst, lässt das gleichzeitig Schlüsse darüber zu, wie du später die Interessen deiner Firma gegenüber Kunden vertreten wirst.

Verhandeln heißt nicht streiten

Bist du auch der Meinung, dass es bei Meinungsverschiedenheiten automatisch ungemütlich wird? Vielen Frauen geht es so: Sie setzen Verhandlungen mit Harmoniestörungen und Beziehungsbeschädigung gleich. Und vermeiden deshalb diese für sie potenziell unschönen Situationen und geben allzu schnell nach. Mach dir also bewusst: Verhandeln bedeutet nicht automatisch streiten. Setzt du deine (berechtigten) Forderungen durch, erarbeitest du dir vielmehr Respekt – auch wenn das oft männliche Gegenüber anfangs noch ein wenig murrt. Essentiell ist diese Fähigkeit in Berufen, in denen du verhandeln musst. Klappt das schon bei deinem eigenen Gehalt nicht, wie sollst du dich dann in diesem Aspekt für deinen Job empfehlen?

Die Tricks der Interviewer

Last but not least: Sei dir bewusst, dass dein Gegenüber nicht in jedem Fall mit offenen Karten spielt. Aussagen wie: „In zwei Jahren haben Sie dann beste Aussichten auf eine Gehaltserhöhung“ sind oft leere Versprechungen. So lange das nicht schriftlich in deinem Arbeitsvertrag festgehalten wird, ist das erstmal nichts als eine Phrase. Auch beliebt: „Wir möchten ehrlich zu Ihnen sein: Die andere Bewerberin ist genauso qualifiziert und liegt weit unter Ihren Gehaltsvorstellungen.“ Das ist unlauter und du kannst diese Aussage auch nicht überprüfen. Da bleibt dir eigentlich nur zu antworten: „Dann herzlichen Glückwunsch: Stellen Sie sie ein.“ Rudert der Chef zurück, war es dann wohl doch nur ein Bluff.

Wie ihr euch nicht nur bei der Gehaltsverhandlung, sondern auch beim Vorstellungsgespräch, beim Arbeitsplatzwechsel oder dem Wiedereinstieg nach der Elternzeit gut positioniert und besser verkauft, das verrät euch Kommunikationstrainerin Cornelia Topf von metatalk in ihrem Buch „Erfolgreich bewerben für Frauen“.

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