Freundschaften im Job: Boost oder Bremse?

Manchmal ist es wie Liebe auf den ersten Blick: Du fängst einen neuen Job an und die neue Kollegin oder der neue Kollege und du, ihr seid einfach auf einer Wellenlänge. Freundschaft vorprogrammiert. Oder du und dein Chef versteht euch so gut, dass ihr auch gerne mal abends ein Bierchen trinken geht. Alles schön und gut – doch bei Freundschaften im Job gibt es auch Fallstricke. Welche, zeigen wir euch in diesem Beitrag.

Freundschaft unter Kollegen

Wie die meisten Dinge im Leben haben auch Freundschaften im Job nicht nur sonnige Seiten. Zum einen spricht es zwar sehr für das Betriebsklima und eine gute Zusammensetzung des Teams, wenn sich die einzelnen Mitglieder gut verstehen und anfreunden. Zum anderen verwischen so auch schnell die Grenzen zwischen Beruf und Privatleben. Denn es hat durchaus Vorteile, sich in der Freizeit auch mit Menschen zu umgeben, die mit deinem Job überhaupt nichts zu tun haben. Und sich mal auf ganz andere Dinge zu konzentrieren. Problematisch kann es auch dann werden, wenn die Freundschaft Risse bekommt. Von Freunden kann man sich trennen und den Kontakt im schlimmsten Fall auch abbrechen. Kollegen sind aber auch nach dem Ende der Freundschaft noch da …

Unsere Tipps für Freundschaften am Arbeitsplatz: 
  • Auch wenn du im Büro Freunde hast: Verwendet nicht zuviel Zeit auf private Dinge und Pläuschchen. Dem Chef könnte es schnell negativ auffallen. Arbeit ist Arbeit und sollte im Fokus stehen.
  • Kümmere dich auch um deine Freunde, die du außerhalb des Büros hast. Erstens tut es dir gut auch mal andere Themen zu haben, zweitens sind ansonsten bei Jobverlust vielleicht auch deine sozialen Kontakte weg.
  • Echte Freunde oder gute Bekannte? Definiere das für dich und geh sparsam mit deinen privaten Details um. Kommt es doch irgendwann zu Grabenkämpfen, kann das auch nach hinten losgehen.
Freundschaft mit Vorgesetzten

Noch kritischer als Freundschaften mit KollegInnen sind Freundschaften mit Vorgesetzten. Folgendes Szenario: Du bist in deinem Job unzufrieden und trägst dich mit Abwanderungsgedanken. Einem Freund sollte man davon erzählen können, oder? Schlecht, wenn es sich dabei um den Chef handelt. Und weil Freundschaften eben auf Ehrlichkeit basieren, gerätst du da ganz schnell in einen Zwiespalt.

Oder: Beim Vormittagskaffee habt ihr noch private Wochenenderlebnisse ausgetauscht. Aber beim Meeting eine Stunde später muss hart um eine Entscheidung gerungen werden. Wirst du dann in der Sache kritisiert – was nun mal auch Aufgabe von Vorgesetzten ist –, tut das natürlich doppelt weh, wenn das von einem Freund kommt. Und, last but not least: Ist ein Teammitglied mit dem Chef ganz dicke, zieht das schnell den Neid der anderen auf sich. Gehaltserhöhung? Beförderung? Wohl nur, weil die beiden so gut miteinander können.

Denk nach, bevor ihr Freundschaftsbändchen austauscht

Unser Tipp: Bevor du eine echte Freundschaft zu deiner Vorgesetzten oder deinem Vorgesetzten knüpfst, sei dir all dieser Aspekte bewusst. Falls du das dann dennoch möchtest:

  • Versuch, ganz klar die private Zeit vom Job zu trennen.
  • Sei nicht beleidigt, wenn sachliche Kritik geäußert wird.
  • Und lehn dich nicht entspannt auf deinem Stuhl zurück, weil du dir einen Freundschaftsbonus erhoffst. Sowas geht früher oder später schief – denn am Ende zählen im Job nun mal deine Leistungen und keine Freundschaftspunkte.
Team Karriere Boost

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