Erfolgreich lernen mit Schlüsselkompetenzen

Du lernst immer, dein ganzes Leben lang, mal mehr, mal weniger, aber durchgehend. Daher stellt die Fähigkeit zu lernen eine Kompetenz, die wir erwerben können, dar. Nicht alle Kompetenzen, die für dein Leben relevant sind, kannst du in deiner Grundbildung erwerben. Diese lebensrelevanten Kompetenzen ändern sich im Laufe unseres Lebens und entwickeln sich mit dem Alter weiter und manchmal leider auch zurück. Wir brauchen diese Eigenschaften aber, um uns den Anforderungen einer sich ständig ändernden Umwelt anzupassen. Sie sind für unser Leben schlüssig und genau deswegen heißen sie Schlüsselkompetenzen. Lernen gehört auch zu den Schlüsselkompetenzen, die aus einer Synthese von Selbst-, Methoden-, Sach- und Sozialkompetenzen besteht. Lernkompetenz ist also die Fähigkeit, einen Lernprozess zu überdenken, zu beginnen und weiterzuführen, den Prozess zu begleiten durch die Anerkennung von Lerntypologie, durch die Zielsetzung, den effizienten Umgang mit Zeit-Ressourcen und durch die richtige Auswahl an Lernmethoden. Lernkompetenz beinhaltet die Motivation, das Selbstvertrauen, und den gesunden Umgang mit Lernstress. Schließlich umfasst Lernkompetenz die Fähigkeit, Hindernisse zu überwinden, und die Reflexion über das eigene Lernen. Mit den Lernschlüsselkompetenzen baust du deinen Lernraum.

Lernraum

Lernkompetenz hat zwei Einflussgrößen: einmal du selbst als Lerner und einmal dein Lehrer. Wobei man als Lerner den größten Einfluss aufs Lernen hat. In deinen Händen liegt die Erschaffung deines eigenen Lernraums. Lehrer haben wenig Einfluss auf den Lernraum. Deren Aufgabe ist, das Lernen durch Erschaffen einer fördernden Lernumgebung zu gestalten.

Fangen wir mit dem Fundament deines Lernraums an: Den Grund stellt die realistische Abschätzung der Fähigkeiten dar. Jeder Raum hat (normalerweise) vier Wände. Dein Lernraum besteht ebenfalls aus vier Seiten: Lerntypen, Lernstile und Lernmodi. Das waren die drei Wände. Die vierte Wand hat ein riesiges Fenster, vielleicht auch eine Fensterfront – diese Seite stellt Emotionen dar. Dein Lernraum besitzt auch ein Dach, das auch aus vier Teilen besteht: Motivation, (Lern)Ziele, Life-Learning Balance und effizienter Umgang mit der Zeit.

Die Analyse deiner Lerntypologie (Typ, Stil und Modus) ist eine unabdingbare Voraussetzung eines gelungenen Lernprozesses. Somit ist es für dich wichtig dies einer Analyse zu unterziehen, um den Denkprozess anzukurbeln. So finde ich es gut, wenn wir wissen, zu welchen Lerntypen, -stilen und -modi wir gehören. Wenn dir das bekannt ist, bist du in der Lage deinen Lernprozess zu steuern, indem du zu dir passende Lernmethoden auswählen kannst.

Teil 2: Lernen als Veränderungsprozess bereifen

Mehr lesen: „Lernen lernen in Studium & Weiterbildung“ von Alexander Bazhin

Alexander Bazhin

Alexander Bazhin

Prof. Dr. Alexander Bazhin, Jahrgang 1975, ist einer der Mitgründer und der Vorstandsvorsitzende der Akademie für Schlüsselkompetenzen im Studium, Beruf und Leben e.V. in Heidelberg. Er ist zertifizierter Hochschullehrer und Berater, und beschäftigt sich seit mehreren Jahren intensiv mit Hochschuldidaktik, Erwachsenenbildung und Entwicklung von Schlüsselkompetenzen. Seine Expertise umfasst unter anderem folgende Themen: Lernen und Denken, Kreativität und Originalität, Motivation und Empathie. Bazhin ist außerplanmäßiger Professor an der Universität Heidelberg und lehrt naturwissenschaftliche Propädeutik an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg.

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