Die Kraft der Stillen – Warum Introvertierte gut führen

Entertainer, Rampensäue oder auch Schaumschläger – sie alle haben eines gemein: Ihnen hört man erst mal zu und sie fallen auf. Introvertierte Menschen hingegen halten sich lieber im Hintergrund und überzeugen eher auf den zweiten Blick. Welche Stärken Introvertierte haben und warum sie durchaus gute Führungspersönlichkeiten werden können, zeigen wir euch in diesem Beitrag.

„Du bist nicht gut, wenn du auffällst. Du bist gut, wenn auffällt, dass du fehlst.“ Dieser Spruch ist Musik in den Ohren von Introvertierten. Denn viele leiden darunter, wenn sie im Mittelpunkt stehen müssen, und agieren lieber im Stillen. Das Idealbild in unserer Gesellschaft – besonders, wenn es um Führungspersönlichkeiten geht – tendiert dagegen immer noch in Richtung gesellig, risikofreudig, Alphatier.

Doch die Zeiten ändern sich und andere Konzepte von Führung sind mehr und mehr gefragt. Hier kommt auf Chefs die Herausforderung zu, sich selbst auch mal zurückzunehmen und anderen der Vortritt zu lassen. Gute Voraussetzungen für Introvertierte.

Pluspunkte von Introvertierten

In Situationen, in denen viele Reize von außen auf uns einprasseln, haben es Introvertierte tendenziell schwerer als Extrovertierte. Da sie ohnehin mehr grübeln, nachdenken und sich in ihrer eigenen Gedankenwelt befinden, brauchen sie länger, um die zusätzlichen Reize von außen zu ordnen. Dadurch wirken sie oft schüchtern und zurückhaltend. Gleichzeitig arbeiten sie aber auch genauer, denken unabhängiger und machen weniger Fehler. Und dass sie den großen Auftritt meiden oder gar verabscheuen, kann man so pauschal nicht sagen.

Auch Introvertierte können hervorragende Redner, Entertainer oder Moderatoren sein – siehe prominente Beispiele wie Al Gore, der Schauspieler Matthias Brandt oder Angela Merkel. Sie brauchen danach nur immer wieder ein wenig Zeit für sich, um die Akkus wieder aufzuladen. Viele Menschen um sich herum zu haben und die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, kostet sie mehr Energie. Dennoch haben viele Introvertierte durchaus Spaß am großen Auftritt.

Introvertierte Führung

Zurückhaltende Menschen können tendenziell besser zuhören, da sie aus dem Gesagten erst einmal das Wichtige herausfiltern und es für sich einordnen, bevor sie ihre Meinung dazu äußern. Für gute Führung ist das ein großer Vorteil. Außerdem nehmen sie weniger gerne Risiken in Kauf – während Extrovertierte eher auf die Belohnung aus sind und daher Vor- und Nachteile nicht immer so gründlich abwägen. Diese Tendenz zu durchdachten Entscheidungen macht Introvertierte zu guten Führungspersönlichkeiten.

Dass Sie abwägen und sich selbst zurücknehmen können, ist auch dort von Vorteil, wo ohne strikte Hierarchien gearbeitet wird. Hier bekommt nicht derjenige die Leitung über das Projekt, der laut Organigramm führt. Sondern derjenige, der für die Aufgabe am kompetentesten ist. Stille Menschen können das eher zulassen als typische Alphatiere.

Introvertierte und innere Freiheit

Introvertierte Menschen sind gerne alleine. Sie denken viel nach und machen vieles mit sich selbst aus. Das macht sie zu relativ unabhängigen Persönlichkeiten, die nicht so sehr auf die Anerkennung ihrer Mitmenschen angewiesen sind. Diese Unabhängigkeit gestehen sie auch ihrer Umgebung zu. Introvertierte Führungspersönlichkeiten passen daher sehr gut in Arbeitsumgebungen, in denen individuelle Freiheit und Gestaltungsmöglichkeiten für alle gewollt und gefordert sind.

Setz auf deine Stärken!

Du bist eher still und willst trotzdem auf der Karriereleiter nach oben? Keine Sorge, du hast Stärken, die hier ganz klar für dich sprechen. Sorgfalt, Analyse, Konzentration und die Fähigkeit zuzuhören – all das hilft, eine gute Führungskraft zu werden. Und die Extrovertierten? Sie können die Konzepte, über denen Introvertierte gewissenhaft gegrübelt haben, mitreißend präsentieren und andere mühelos mit ihrer Begeisterung anstecken. Achte also darauf, beide Typen in deinem Team zu haben.

Team Karriere Boost

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