Change-Prozesse

Change-Prozesse: So setzt man die richtigen Impulse

Oft scheitern Change-Prozesse daran, dass kein Dialog mit den Mitarbeitern stattfindet und das Team sich nicht mitgenommen fühlt. Unsere Gastautoren Renate Osterchrist, Claus Clasvogt und Michael Hüter zeigen, wie man komplexe Themen in Veränderungsprozessen auf spielerische Art und Weise gemeinsam bearbeiten kann.

Change-Impulse
Mit treffsicheren Karikaturen werden Chancen und Risiken von Veränderungsprozessen an die Oberfläche gebracht.

Change-Prozesse: Wie oft hast du erlebt, dass kritische Stimmen hier als Widerstand abgetan werden? „Sie haben es noch nicht kapiert.“ „Sie wollen nicht.“ „Sie haben Angst.“ Dabei sind die Gründe für Zweifel häufig berechtigt. Widerstand ist besser als Konformität. Nur wenn wir die Gründe erkennen und adressieren, können wir auch etwas verbessern.

Change-Prozesse: Spielerischer Zugang zu schwierigen Themen

Nur echter Dialog bietet die Chance, die oftmals guten Gründe, Change-Prozesse skeptisch zu sehen, ans Licht zu bringen, offen zu besprechen und dann zu lösen. Gleichzeitig hat jedes Unternehmen auch Stärken, auf die es in der Veränderung vertrauen kann, auch diese gilt es sich bewusst zu machen. Wir wählten daher einen spielerischen Zugang, um auch schwierige Themen ans Licht zu bringen. Die Karikaturen visualisieren zugespitzt und augenzwinkernd Themen, für die sich viele scheuen, Worte zu finden. Die Bilder regen unseren emotionalen Zugang an und ermöglichen es dadurch schneller Themen zu identifizieren, von denen man sich angesprochen fühlt.

Praxisübung: Der Kreisdialog

Wie können Sie die Karikaturen nutzen, um den Dialog anzustoßen? Ein Format ist der Kreisdialog mit bis zu 8 Teilnehmern.

Das Set an 80 Karikaturen ausgedruckt mitnehmen. 120-180 Minuten Zeit im Team haben. Bilder ausbreiten.

  • Einführung „Was möchten wir heute gemeinsam erreichen?
  • Jeder von uns hat bereits Erfahrungen wie Change-Prozesse funktionieren können und was alles nicht funktionieren kann. Bevor wir XY starten, möchte ich, dass wir gemeinsam herausfinden, was in diesem Fall das größte Hindernis für uns ist.
  • Wir könnten zig verschiedene Dinge tun, aber das gelingt in der Regel nicht und unsere To-Do-Listen sind schon lang genug. Deshalb möchten wir herausfinden, was der Kern ist.
  • Nur wenn wir dies verstehen, können wir es auch adressieren.“
  • Aufgabe: „Jeder sucht sich 1–2 der Bilder aus“ – 10 Minuten Zeit geben
  • Vorstellung: Nachdem jeder Teilnehmer 1–2 Bilder ausgewählt hat, werden diese reihum vorgestellt
  • Was sehe ich in diesem Bild?
  • Welche Beispiele fallen mir dazu ein?
  • Was würde sich ändern, wenn wir dieses Hindernis aus dem Weg räumen?
  • Priorisierung: Nachdem alle Teilnehmer ihre Bilder/ihre Sicht vorgestellt haben, soll die Gruppe die Themen priorisieren. Beispielsweise durch
  • Punktbewertung (3 Punkte je Teilnehmer)
  • Ranking durch die Gruppe
  • Erste Lösungsideen für die priorisierten Themen sammeln:
  • Wie könnten wir das Thema lösen? In Kleingruppen oder der Gesamtgruppe Ideen sammeln
  • Was könnten wir selbst dazu beitragen?
  • Welche Stärken haben wir, die wir nutzen sollten?
Tipps
  • Es ist wichtig, dass die Teilnehmer sich einander zuhören und nicht zu diesem Zeitpunkt um die Wissenshoheit streiten.
  • Achten Sie auf die Haltung „ich möchte die Sicht des anderen verstehen“.
Neugierig geworden?

Change-ImpulseIn ihrem neuen Buch, „Wirksame Change-Impulse“, zeigen Renate Osterchrist, Claus Clasvogt und Michael Hüter, mit 80 treffsicheren Bildern, wie man gemeinsam die Risiken und Chancen, aber auch die Ängste an die Oberfläche bringt, die mit dem Thema Change einhergehen.

P.S.: Mit dem Buchkauf erhaltet ihr auf alle Bilder im Buch zum Downlaod und könnt die Verfahren direkt in eurem Unternehmen ausprobieren!

Renate Osterchrist, Claus Clasvogt, Michael Hüter

Renate Osterchrist, Claus Clasvogt, Michael Hüter

Der promovierte Luft- und Raumfahrtingenieur der RWTH Aachen, Claus Clasvogt, verbrachte die erste Dekade seiner beruflichen Laufbahn in der Forschung der Daimler Benz AG und der Entwicklung der Ford Motor Company. Seine langjährige Tätigkeit als Berater bei McKinsey & Company führte ihn dann aber zu seiner wahren Berufung. In den letzten 15 Jahren hat er gemeinsam mit Führungskräften eine große Bandbreite an Veränderungs-Initiativen gestaltet und zum Erfolg geführt – zum Wohle der Unternehmen und der Mitarbeiter.

Prof. Dr. Renate Osterchrist, begleitet seit über 20 Jahren Change-Initiativen in Unternehmen. „Change Management richtig zu machen ist essentiell, damit Unternehmen erfolgreich sind“ ist Ihre Antriebsfeder. Sie ist Psychologin, Agile Coach und systemische Beraterin. Seit 2011 ist sie Professorin für Change Management & Leadership an der Hochschule München. Vor ihrer Professur war sie 14 Jahre in der Industrie, davon 10 als Unternehmensberaterin bei McKinsey & Company mit Schwerpunkt Change Management.

Michael Hüter ist Illustrator, Karikaturist und Pressezeichner und hat zahllose Zeitschriften, Bücher, Broschüren und Projekte mit Illustrationen versorgt. Er arbeitet für große Industrieunternehmen, diverse Verlage und öffentliche Auftraggeber. Er lebt im Ruhrgebiet, aber er hinterlässt in vielen Erdteilen eine breite Spur aus Skizzen und Zeichnungen.

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