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Perfektionismus überwinden: Die besten Erfolgsstrategien
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Erfolgsstrategien Perfektionismus
Serie: Perfektionismus

Perfektionismus überwinden: Die besten Erfolgsstrategien

In diesem Artikel:

Perfektionismus überwinden heißt, seine Ansprüche an sich selbst herunterschrauben. Hier erfährst du, wie du das Nicht-Perfektsein akzeptieren lernst, vom Müssen zum Wollen kommst und dich selbst besser annehmen kannst.

Mit Anerkennung kannst du Perfektionismus überwinden

Wer unter einem übertriebenem Perfektionismus leidet, sollte sich diesen zuallererst eingestehen. Bist du unsicher, ob du dazu neigst, teste dich: Mit unserem Selbsttest kannst du schnell und unkompliziert eine Tendenz feststellen, ob du ein Perfektionist bist oder eher nicht. Frage vielleicht auch eine vertraute Person, ob sie den Fragebogen in deinem Sinne ausfüllen kann. So erhältst du gleichzeitig eine wichtige Fremdeinschätzung.

Überlege dir, in welchen Situationen dich dein innerer Antreiber anspornt, und wie es dir damit geht. Fühlst du häufig Druck, Unzufriedenheit, Anspannung oder Stress? Dann sei ehrlich zu dir selbst, damit du es künftig leichter im Leben hast. Denn das Anerkennen der Situation ist der erste Schritt, damit du einen dysfunktionalen Perfektionismus überwinden und aus dem dazugehörigen Hamsterrad aussteigen kannst. Denn: Perfekte Menschen gibt es nicht. Auch Perfektionisten müssen lernen, die eigene Unvollkommenheit zu ertragen und das Nicht-Perfekte zu tolerieren.

Perfektionismus überwinden mit konkreten Zielen

Wenn du die negativen Seiten deines Perfektionismus anerkannt hast, kannst du dir neue, motivierende Ziele setzen. Was willst du konkret ab wann erreichen? Zum Beispiel:

  • einen halben Tag pro Woche Zeit haben für Hobbys.
  • zwei Abende pro Woche für deine Entspannung nutzen.
  • dreimal die Woche abends vor 19 Uhr zuhause sein.
  • am Wochenende Zeit mit Freunden und Familie verbringen, statt zu arbeiten.

Schließe dazu einen Pakt mit dir selbst und belohne dich für deine Erfolge! Gönne dir etwas, was dir Spaß macht mit deinen Lieblingsmenschen.

Setze deine Ziele um, indem du Zeitblöcke dafür in deinem Kalender reservierst und deine beste Freundin einbindest, die dich immer wieder an deine Anti-Perfektionismus-Ziele erinnert. Ein unterstützendes Umfeld und Feedback von anderen helfen gegen Rückschläge. Was willst du tun, wenn du in alte Perfektions-Verhaltensmuster zurückfällst? Dabei kann es dir auch helfen, Erfolge in einem Erfolgsjournal oder Dankbarkeitstagebuch aufzuschreiben. Dann siehst du immer, was du tatsächlich umgesetzt hast und wo es vielleicht noch hapert. Sei dir diese Mühe wert! Schließlich weißt du ja genau, dass Pausen wichtig sind für deine Erholung.

Vom Müssen zum Wollen

Bist du gedanklich von einem inneren Druck und einem „Müssen“ getrieben, Dinge auf eine bestimme Art und Weise zu tun? Du solltest wieder zu einer Wahlfreiheit kommen und dir sagen können: „Ich kann und will das, aber ich muss es nicht tun.“ Natürlich gibt es immer Dinge, die erledigt werden müssen, aber problematisch wird es dann, wenn es zu viel „muss“ in deinem Leben gibt.

  • Musst du nett zu Menschen sein, die du eigentlich nicht ausstehen kannst?
  • Musst du an diesem gesellschaftlichen Event teilnehmen?
  • Musst ausgerechnet du diese Aufgabe übernehmen oder kann es auch jemand anderes tun?
  • Muss das Mittagessen für die Sprößlinge frisch gekocht sein oder reicht auch mal ’ne Tiefkühl-Pizza?

Frage dich also öfter, ob du all diese Dinge wirklich tun musst und ob dein Überleben davon abhängt. Versuche dein wahres Motiv für deine Überzeugungen herauszufinden. Wenn du Dinge tun „musst“, um Anerkennung zu erhalten, tappst du nämlich immer wieder in alte Perfektionismus-Falle. Wenn dir deine Motive klar sind, kannst du hier viel Druck aus deinem Leben nehmen und aus dem Hamsterrad aussteigen und langfristig Perfektionismus überwinden.

Den angemessenen Aufwand finden

Versuche zu einem gesunden Maß zurückzufinden, damit Aufwand und Nutzen wieder in einem Gleichgewicht stehen. Frage dich dazu:

  • Welche alternativen Wege führen auch zum Ziel?
  • Muss es wirklich das ganz große Rad sein oder reicht auch weniger Aufwand?
  • Muss ich es tatsächlich selbst machen oder kann ich das abgeben?

Versuche deinen Blickwinkel für alternative (weniger perfekte) Lösungen zu öffnen, um Aufwand und Ertrag in ein angemessenes Verhältnis zu bringen. Vielleicht kannst du dazu einfach deine Zeitvorstellung und den Aufwand für ein Projekt halbieren und deine Prioritäten neu ordnen. Überlege dir dazu, was die wirklich wichtigen Dinge in deinem Leben sind (z. B. deine Kinder, dein Partner, deine Familie und deine Gesundheit). Welche Rolle spielen dagegen die sonstigen Kleinigkeiten des Lebens? Sei dir gewahr, dass wenn du all deine Zeit mit Nichtigkeiten verbringst, du niemals Zeit für die Dinge haben wirst, die dir wirklich wichtig sind.

Raus aus der Perfektionismus-Falle: Übe deine Selbstannahme

Wer zum Perfektionismus neigt, hat im Grunde oft ein geringes Selbstwertgefühl oder starke Selbstzweifel. Das kann bis hin zu der stärksten Ausprägung eines Hochstapler-Gefühls oder Imposter-Syndroms gehen. Häufig stecken negative Glaubenssätze dahinter. Zeit also, diese einmal zu hinterfragen. Denn häufig sind die Erfahrungen aus der Kindheit verantwortlich dafür, dass man zum Perfektionismus neigt („Ich muss mich anstrengen“, „Ich bin nicht gut genug“ etc.). Sollte das der Grund für deinen Hang zum Perfektionismus sein, gibt es Übungen, um dich selbst besser anzunehmen.

Überlege dir beispielsweise, was du gut an dir findest, damit du dich selbst besser annehmen kannst –  so wie du bist. Notiere drei Dinge, die du an dir wirklich gut findest:

  • Ich kann besonders gut…
  • Ich bin dankbar für mein Talent …
  • Ich bin einzigartig, weil …

Hänge dir diesen Zettel an deinen Monitor oder ins Badezimmer, um das noch besser zu verinnerlichen.

Hilfreich ist auch ein Tagebuch, in dem du Komplimente von anderen und deine Erfolge im Job notierst. Damit kannst du Komplimente und Erfolge greifbarer machen. Was ist dir in der Vergangenheit im Job oder auch privat gut gelungen? Wofür wurdest du gelobt? Das stärkt mit der Zeit auch dein Selbstwertgefühl. Denn das brauchst du: Wer ein starkes Selbstwertgefühl hat, muss nicht perfektionistisch sein!

Dieser Artikel ist Teil unserer Serie Perfektionismus :

  1. Perfektionismus im Job: Nützlich oder Karrierekiller?
  2. Bist du ein Perfektionist? Mach den Selbsttest
  3. Dieser Artikel: Perfektionismus überwinden: Die besten Erfolgsstrategien