Krankschreibung

Krankschreibung in Corona-Zeiten: Wie stehts um deine Privatsphäre?

Du fühlst dich schlecht, es fühlt sich an wie eine starke Erkältung. Du willst gerade bei der Arbeit anrufen, um dich krankzumelden, da tauchen viele Fragen auf: Was sage ich meinem Chef? Wie bekomme ich eine Krankschreibung? Wie es in Corona-Zeiten mit deiner Privatsphäre bestellt ist, erfährst du in diesem Beitrag.

Erstmal zur Beruhigung: Du bist grundsätzlich nicht verpflichtet, deinem Arbeitgeber Details deiner Erkrankung mitzuteilen, wenn du das nicht möchtest. Das ergibt sich aus dem Allgemeinen Persönlichkeitsrecht und dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Deshalb steht zum Beispiel auf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung deines Arztes, auch Krankschreibung oder „gelber Schein“ genannt, keine Diagnose, sondern nur die voraussichtliche Dauer der Erkrankung.

Meldepflicht der Ärzte

Im Fall des Corona-Verdachts oder bei einer Covid19-Diagnose ist die Lage jedoch anders: Schließlich hat jeder Arbeitgeber für alle seine Beschäftigten Fürsorge- und Schutzpflichten, und dazu gehört auch gerade jetzt der Schutz ihrer Gesundheit. Das Corona-Virus fällt unter das Infektionsschutzgesetz – damit gilt eine behördliche Meldepflicht. Nach der kürzlich verabschiedeten Corona-Meldeverordnung müssen die Ärzte nicht nur die tatsächlichen Erkrankungsfälle von Corona, sondern auch Verdachtsfälle dem zuständigen Gesundheitsamt melden.

Das Infektionsschutzgesetz gibt den Gesundheitsämtern weitreichende Kompetenzen, die Maßnahmen zur Bekämpfung der Erkrankung einzuleiten, unter anderem auch im Betrieb des Arbeitgebers. Im Falle eines Corona-Verdachts wird das Gesundheitsamt auf jeden Fall den Arbeitgeber informieren, damit er entsprechende Vorsichtsmaßnahmen einleiten kann.

Krankschreibung ab dem vierten Tag

Auch während der Corona-Krise bist du aktuell wieder verpflichtet, deinem Arbeitgeber nach dem dritten Kalendertag eine Krankschreibung vorzulegen. Diese kannst du dir von deinem Hausarzt auch ohne persönlichen Besuch in der Praxis ausstellen lassen. Die Ausnahmeregelung zur Krankschreibung per Telefon bei leichten Atemwegserkrankungen bleibt weiterhin in Kraft. Allerdings ist diese Art von Attest nur für maximal sieben Tage möglich.

Das Bundearbeitsministerium empfiehlt, gerade bei Erkältungssymptomen, zunächst telefonisch mit dem Arbeitgeber zu klären, was zu tun ist. Außerdem weist das Ministerium darauf hin, dass die ärztliche Bescheinigung auch später abgegeben werden kann, wenn du das Attest, zum Beispiel wegen überfüllter Arztpraxen, nicht rechtzeitig bekommst. Solltest du zunächst keine Lohnfortzahlung bekommen haben, wird die Zahlung nachträglich erfolgen, sobald die Krankschreibung vorliegt.

Redet miteinander!

Die Corona-Krise ist für uns alle eine völlig neue Situation. Das gilt auch für Unternehmen und Arbeitgeber. Die große Mehrheit von ihnen verhalten sich gerade sehr pragmatisch, wenn es um Themen wie Krankschreibung, im Homeoffice arbeiten usw. geht. Deswegen ist das Gespräch mit dem Chef immer eine gute erste Möglichkeit, um zu besprechen, was für beide Seiten der beste nächste Schritt ist.

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