Burnout

6 Gründe für Burnout – und was man dagegen tun kann

Ausgebrannt, erschöpft und perspektivlos: Burnout oder dessen Vorstufen kann so gut wie jeden treffen. Der erste Reflex ist häufig, zu kündigen. Doch möglicherweise liegt es nicht grundsätzlich an deinem Job, dass du dich mehr und mehr ausgepowert fühlst. Manchmal kann es auch helfen, auf einzelnen Feldern Verbesserungen anzustoßen, damit du an deinem Arbeitsplatz wieder glücklich wirst.

Forscher der Universitäten Berkeley und Arcadia haben 6 Felder identifiziert, die zur Entwicklung von Burnout beitragen. Ihr Fazit: Gelingt es, in einem oder mehreren dieser Bereiche Disbalancen auszugleichen, ist die Kündigung möglicherweise am Ende nicht die richtige Lösung und man kann doch noch in und mit seinem Job glücklich werden. Ist am Ende allerdings klar, dass man an den Rahmenbedingungen in diesen Bereichen nichts ändern kann, ist es dann vielleicht tatsächlich Zeit zu gehen. Hier ein Überblick über die sechs Felder:

Arbeitsbelastung

Ist unser Aufgaben- und Jobvolumen in Ordnung, bleibt genug Zeit für Pausen, Erholung und auch dafür, sich um Weiterbildung und Weiterentwicklung zu kümmern. Klar gibt es Zeiten, in denen es heiß hergeht. Doch wenn du vor lauter neuen Stapeln permanent den Deadlines hinterherrennst, ist es definitiv Zeit, etwas zu ändern.

Hier einige Stellschrauben, die dir helfen können, dein Arbeitspensum wieder ins Lot zu bringen und nicht im Burnout zu landen:

  • Bessere Planung und Priorisierung deiner Aufgaben: Nicht alles muss immer und sofort erledigt werden. Hier hilft dir zum Beispiel die Eisenhower-Methode.
  • Delegieren: Auch wenn es dir schwerfällt – gib, wenn möglich, Aufgaben ab. Du musst nicht alles selbst erledigen.
  • Nein sagen: Kenn deine Grenzen und kommuniziere klar, dass du im Moment keine Kapazitäten hast. Keiner wird dich weniger mögen oder schätzen, wenn du auch mal Jobs ablehnst.
  • Abschied vom Perfektionismus: Perfekte Arbeit abliefern zu wollen, ist aller Ehren wert. Doch vor allem in stressigen Zeiten reichen auch mal 80 Prozent.
Gefühlter Verlust von Kontrolle

Das Gefühl, keine Kontrolle zu haben, kann uns chronisch unzufrieden machen und nicht selten geradewegs in eine Depression oder in den Burnout führen. Falls es dir so geht: Halte kurz inne und frag dich, wo die Gründe für dieses Gefühl liegen. Das kann zum Beispiel die ständige Erreichbarkeit sein. Seinen Tagesablauf und vor allem seine Freizeit nicht mehr frei planen zu können, entzieht uns ein ganzes Stück Entscheidungsfreiheit und wir fühlen uns dem Willen anderer ausgeliefert.

Oder leidest du unter unklaren Vorgaben innerhalb der Firma? Dann ist es quasi unmöglich, jemals deine Ziele zu erreichen. Dieses Hamsterrad endet schnell in einem Burnout.

Der erste Schritt: Sprich darüber mit deinem Vorgesetzten. Möglicherweise wird das alles auf der anderen Seite nicht so wahrgenommen und ihr könnt eine gemeinsame Lösung finden. Falls nicht, kannst du immer noch über eine Kündigung oder einen Wechsel nachdenken.

Belohnung

Sei es Gehalt oder Wertschätzung: Hast du das Gefühl, dass dein Einsatz nicht anständig gewürdigt wird, laugt dich das auf Dauer aus.

Auch wenn es schwerfällt: Sollte es am Geld liegen, solltest du mit deinem Chef über eine Gehaltserhöhung sprechen. Oder alternativ wenigstens die Überstunden abfeiern. Bekommst du zu wenig Feedback, solltest du das ebenfalls einfordern. Bitte deinen Vorgesetzten um Gespräche und Rückmeldungen zu deiner Arbeit. Die Einladung zu Mitarbeitergesprächen ist keine Einbahnstraße.

Arbeitsumgebung

Klar, deine KollegInnen kannst du dir in den seltensten Fällen selbst aussuchen. Aber du hast Einfluss darauf, wie die Stimmung im Team ist und wie ihr miteinander umgeht. Frag doch einfach mal deine Kollegin, wie es ihr geht und wie die Jobs so laufen. Oder drück deine Wertschätzung für etwas aus, was gut gelaufen ist. Wenn deine Bemühung immer wieder abgeblockt oder ignoriert werden, ist es wahrscheinlich wirklich Zeit für einen Jobwechsel.

Fairness

Werden andere regelmäßig für ihre Leistungen über den grünen Klee gelobt und deine Erfolge gehen sang- und klanglos unter?

Eventuell ist das deinem Chef oder den KollegInnen überhaupt nicht klar. Auch wenn Eigenlob so gar nicht deins ist: Sprich an, dass du ebenfalls deinen Beitrag geleistet hast. Manchmal muss man das, was man möchte – in dem Fall die Würdigung deiner Leistungen – einfach klar und deutlich einfordern.

Mismatch der Werte

Ideale, Wertvorstellungen und Motivatoren sind tief in uns Menschen verankert. Gehen die Werte deines Unternehmens und deine eigenen allzu weit auseinander, kann einen das aufreiben.

Überleg dir also, welche Werte für dich entscheidend sind und wie wichtig es dir ist, dass deine Firma diesbezüglich ähnlich tickt. Vielleicht ist es auch so, dass sich die Werte deines Arbeitgebers über die Zeit verändert haben. Stell dir selbst die Frage und beobachte, auf Basis welcher Werte Entscheidungen getroffen und Ressourcen eingesetzt werden. Wenn du dich mit diesen Motiven unwohl fühlst und du auch nicht davon ausgehen kannst, dass sich hier etwas ändert, ist es vermutlich Zeit für dich zu gehen.

Weiterlesen?

BurnoutPräventionsstrategien und Handlungsempfehlungen bietet das Buch „Psychische Belastungen am Arbeitsplatz vermeiden“ von Julia Scharnhorst. Hier findet man nicht nur zahlreiche Checklisten und Gesprächsleitfäden. Sondern auch Infos über die wichtigsten rechtlichen Rahmenbedingungen.

Team Karriere Boost

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