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Wie viel bin ich wert? 4 Tipps für eine Gehaltserhöhung
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Geld in einem Einkaufswagen

Wie viel bin ich wert? 4 Tipps für eine Gehaltserhöhung

 Anja Merklin-Wendle
Anja Merklin-Wendle
Content Managerin

Hand aufs Herz: Eine kleine Gehaltserhöhung wäre schon nett. Aber einfach so wirst du sie nicht bekommen. Du brauchst ein Ziel und eine Strategie, um sie durchzusetzen. Hier erfährst du, mit welcher Strategie du bei deinem Chef punktest.

Wer den höheren Gehaltswunsch mit gestiegenen Lebenshaltungskosten begründet, kann gleich wieder die Tür von außen zumachen. Wenn du eine Gehaltserhöhung verhandeln willst, musst du schlauer vorgehen.

1. Gute Argumente für die Gehaltserhöhung sammeln

Sammle zunächst deine Argumente für die gewünschte Gehaltserhöhung. Aber Achtung! Wenn du vergangene Erfolge aufzählst, wird sich an deinem künftigen Gehalt nichts ändern. Ebenso beliebt, aber leider ebenso erfolglos:

  • Ich brauche mehr Geld für die Familie.
  • Kollege xy verdient genauso viel.
  • Ich arbeite schon so lange hier, jetzt wäre es Zeit für eine Gehaltserhöhung.
  • In anderen Unternehmen verdient man in vergleichbaren Positionen viel mehr.

Überlege dir z.B. lieber,

  • wie das Unternehmen dank deiner Arbeit Geld sparen und zusätzlich verdienen kann.
  • Welche Projekte, Aufgaben und Verantwortung du künftig noch übernehmen kannst.
  • Wie die Firma von deinem Wissen und Fortbildungen profitieren kann.

Wie immer gilt: Je besser die Vorbereitung, desto höhere Chancen hast du auf Erfolg!

2. Konkretisiere deine Wunsch-Gehaltserhöhung

Zunächst solltest du eine konkrete Zahl vor Augen haben. So verhandelt es sich leichter. Bedenke aber, dass du auch Extras verhandeln kannst, z. B.:

  • Prämien oder Provisionen,
  • Vermögenswirksame Leistungen oder betriebliche Altersvorsorge,
  • Jobticket oder Bahncard,
  • Arbeitsmittel wie Notebook, Smartphone oder Dienstwagen,
  • Übernahme von Weiterbildungskosten,
  • Firmenrabatte o. Ä

Tipp: Verliere die Perspektive deines Chefs nicht aus den Augen. Gerade solche Extras, die steuerlich günstig für deinen Chef sind, kannst du leichter verhandeln. Prüfe also, wo sich eine Win-Win-Situation ergeben könnte. Zum Beispiel kannst du leichter einen Zuschuss zu den Kinderbetreuungskosten bekommen, denn der ist für deinen Arbeitgeber steuer- und sozialversicherungsfrei. Das gilt im Übrigen auch für ein zusätzlich ausgehandeltes Jobticket, für das ebenfalls keine Steuern und Sozialabgaben anfallen – weder bei dir noch bei deinem Arbeitgeber.

3. Überlege dir eine BATNA für die Verhandlung

BATNA? Noch nie gehört? Damit ist deine beste Alternative gemeint (BATNA von Best Alternative to Negotiated Agreement). Bevor du in die Gehaltsverhandlung einsteigst, solltest du diese kennen. Welche Alternativen hast du, wenn du keine Gehaltserhöhung und damit keinen Verhandlungserfolg erzielen wirst? Frage dich:

  • Kannst du in anderen Unternehmen mehr Gehalt bekommen? Wenn ja, wieviel? Und hast du evtl. sogar ein konkretes Angebot vorliegen?
  • Falls dir kein anderes Jobangebot vorliegt, würdest du trotzdem kündigen? Wäre es für dich problematisch eine Zeitlang ohne Job zu sein?

Eine realistische BATNA bezeichnet also quasi deine Verhandlungsmacht. Überlege auch welche BATNA dein Chef hat, z. B.:

  • Wie sehr ist er auf dein Knowhow angewiesen?
  • Gibt es viele Bewerber für deinen Job, die eventuell auch mit weniger Gehalt zufrieden sind? Wo liegt dieses Einstiegsgehalt?

In diesem Rahmen liegt die Verhandlungszone.

4. Wer macht welches Angebot?

Wer über eine Gehaltserhöhung verhandelt, muss irgendwann konkret werden. Du solltest mit einem optimistischen, aber dennoch realistischen Angebot starten. Denn wer zu niedrig einsteigt, kann später nicht mehr erhöhen. Gerade Frauen haben oft Mühe, sich selbst und ihre Leistung adäquat einzuschätzen – nicht umsonst existiert der Gender Pay Gap. Deshalb ruhig auch mal etwas mehr fordern, aber dennoch realistisch bleiben.

Aber du kannst im Gehaltsgespräch auch selbst Fragen stellen, z. B. wo dein Chef deine Stärken sieht. Und was es seiner Meinung nach braucht, damit die Bereichsleitung der Gehaltserhöhung zustimmt. Falls er dir weismachen will, dass deine Leistungen für eine Gehaltserhöhung nicht ausreichen, frage nach: „Womit waren Sie denn in letzter Zeit unzufrieden?“

Tipp: Auch Psychotricks in Gehaltsverhandlungen werden immer mal wieder angewandt. Darauf solltest du vorbereitet sein.